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Natto, ein japanisches Gericht aus fermentierten Sojabohnen, könnte gegen Corona helfen.
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Natto, ein japanisches Gericht aus fermentierten Sojabohnen, könnte gegen Corona helfen.

Japanisches Nationalgericht

Corona-Forschung: Traditionelles japanisches Lebensmittel setzt Coronavirus zu

  • Pamela Dörhöfer
    VonPamela Dörhöfer
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Im Laborexperiment hindert ein traditionelles japanisches Lebensmittel das Coronavirus Sars-CoV-2 daran, Zellen zu infizieren.

Tokio/Frankfurt - Vielen Menschen aus westlichen Kulturen dürfte eher grausen bei der Vorstellung, zum Frühstück ein klebriges, durchdringend riechendes Gericht aus fermentierten Sojabohnen zu verzehren. In Japan hingegen, einem der Länder mit der weltweit höchsten Lebenserwartung, liebt man diese als „Natto“ bezeichnete traditionelle Spezialität. Natto werden seit Hunderten von Jahren gesundheitsfördernde Wirkungen zugeschrieben, es soll das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall vermindern und auch vor Infektionskrankheiten wie Cholera oder Typhus schützen.

Nun hat ein japanisches Forschungsteam der Tokio Universität für Landwirtschaft und Technologie bei Laborversuchen festgestellt, dass Proteine aus dem Sojabohnen-Gericht die Rezeptorbindungsdomäne auf dem Spike-Protein von Sars-CoV-2 „verdauen“, mit der das Virus an menschliche Zellen andockt und sie infiziert.

Antivirale Wirkungen von Natto auf Coronavirus untersucht

Ihre Studie haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter dem Titel „Natto extract, a Japanese fermented soybean food, directly inhibits viral infections including Sars-CoV-2 in vitro“ im Fachmagazin „Biochemical and Biophysical Research“ veröffentlicht.

Für ihre Studie untersuchen die Forschenden die antiviralen Wirkungen von Natto auf das Coronavirus und das Rinderherpesvirus 1 (BHV-1), das Atemwegserkrankungen bei den Tieren auslöst. Um Natto herzustellen, muss man Sojabohnen das Bakterium Bacillus subtilis zusetzen, das in Pflanzen und im Boden vorkommt. Die Forschenden bereiteten Natto auf zwei verschiedene Arten zu: einmal unter Einsatz von Hitze und einmal ohne.

Natto: Positiver Effekt wirkt auch bei Corona-Varinaten

Die verschiedenen Extrakte trugen sie dann auf im Labor gezüchtete Zellen von Rindern und Menschen auf, die sie teils mit Sars-CoV-2 und teils mit BHV-1 infiziert hatten. Das Ergebnis: Durch den ohne Hitze hergestellten Natto-Extrakt verloren beide Erreger ihre Fähigkeit, Zellen zu infizieren. Auch bei Varianten von Sars-CoV-2 soll dieser „Verdauungseffekt“ funktionieren, wird Studienleiter Tetsuya Mizutani, Direktor des Zentrums für Epidemiologie und Präventionsforschung für Infektionskrankheiten der Tokio Universität für Landwirtschaft und Technologie in einer Mitteilung seiner Hochschule zitiert. Wurde der Natto-Extrakt hingegen mit Hitze produziert, so büßte er seine antiviralen Eigenschaften ein.

Zahlen aus Japan

Stand 2. August hatten sich in Japan mit seinen 126 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern seit Beginn der Pandemie knapp 925.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert (Quelle: worldometers). Knapp 15.200 Menschen sind an oder mit Covid-19 gestorben. In Deutschland haben sich 3,77 Millionen infiziert, 92.000 sind gestorben. Etwas mehr als ein Viertel der Bevölkerung in Japan waren laut der Nachrichtenagentur AP Stand 29. Juli vollständig geimpft. pam

Mizutani warnte jedoch vor allzu vorschnellen Schlüssen. Die Ergebnisse seien vielversprechend, aber es würden weitere Studien benötigt, um den genauen molekularen Mechanismus hinter diesen Effekten zu identifizieren. Er betonte auch, dass die Studie keinen Beweis für ein reduziertes Infektionsrisiko allein durch den Verzehr von Natto liefere. (Pamela Dörhöfer)

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