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Sicherheitskontrolle am Flughafen München.
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Die ausländischen Virusvarianten werden häufig von Reiserückkehrern am Flughafen mitgebracht. Vor der indischen Mutante des Coronavirus warnt jetzt die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek. (Symboldbild)

„Sitzen nicht in einer Glaskugel“

Corona in Deutschland: Frankfurter Virologin warnt vor indischer Mutation

Die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek warnt vor der indischen Corona-Variante und mahnt in der Pandemie zur Weitsicht.

Frankfurt – Vor allem Reiserückkehrer aus den sogenannten Virusvariantengebieten bringen die gefährlichen Mutationen des Coronavirus mit nach Deutschland. Die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek warnt jetzt insbesondere vor der indischen Variante. Ihrer Einschätzung nach könne das Virus die Schutzwirkung der Corona-Impfung schwächen. Doch die gute Nachricht ist: Vollständig ausschalten könne die Mutation die Wirkung der Impfung laut Ciesek jedoch nicht.

„Die Varianten aus Indien haben einen leichten Immun-Escape, also eine leicht verminderte Wirksamkeit“, sagt die Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt am Dienstag im NDR-Podcast „Das Coronavirus-Update“. Was man beobachte, sei „eine leichte Einschränkung, aber kein vollständiges Versagen der Impfungen“.

Frankfurter Virologin: Indische Corona-Varianten mit leichtem „Immun-Escape“

Berichte aus Großbritannien, wonach sich Altenheimbewohner trotz vollständiger Corona-Impfung mit dieser Variante angesteckt haben, beunruhigen die Frankfurter Virologin nicht. Laut ihr wirke ohnehin kein Impfstoff vollständig, gerade bei Älteren mit schlechterem Immunsystem. Reinfektionen seien nicht verwunderlich. „Das Wichtige ist, dass diese Menschen nicht schwer erkranken.“

Ob die indische Variante hingegen die Öffnungsschritte der Briten gefährde, könne man derzeit noch nicht abschätzen. Auch in Deutschland müsse man die Zahlen bezüglich der indischen Corona-Variante im Auge behalten. Dabei könne Deutschland von den Daten aus Großbritannien profitieren, wo diese Variante weiter verbreitet sei und wo mehr sequenziert werde. Die inzwischen schon in Dutzenden Ländern kursierende Mutante B.1.617 hatte in Deutschland zuletzt einen Anteil von weniger als 2 Prozent, allerdings mit steigender Tendenz.

Frankfurter Virologin: Rest der Welt in der Corona-Pandemie nicht vergessen

Darüber, wie es global weitergehe, wenn mit sinkenden Inzidenzen der weltweite Tourismus zurückkehre, sagt Ciesek. „Wir sehen ja gerade in Indien und auch in anderen Ländern wie Brasilien, dass dort neue Varianten entstehen, die dann wieder mit nach Deutschland gebracht werden und hier auch wieder zu einer Gefährdung führen können.“

Die Virologin aus Frankfurt appelliert jedoch auch an eine gewisse Weitsicht mit Hinblick auf den Verlauf der Corona-Pandemie weltweit. Auch wenn sich die Lage in Deutschland und Europa entspanne, dürfe man darüber den Rest der Welt nicht vergessen, mahnt Ciesek: „Wir sitzen nicht in einer Glaskugel, sondern sind eine Welt. Deswegen wird die Pandemie auch erst beendet sein, wenn sie weltweit beendet wird.“ Die reichen Länder nimmt die Virologin in die Verantwortung, „aber viele denken nur in ihrem Radius“. Sie wünsche sich, dass die Welt nach dem Ende der Pandemie „wirklich versucht, daraus zu lernen, und zwar nicht nur vor Ort, sondern auch weltweit“. (Jan Lucas Frenger mit dpa)

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