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Wirkt der Impfstoff noch?

Corona: Wie gefährlich ist die Mutation des Coronavirus?

  • Sophia Lother
    vonSophia Lother
    schließen

Eine Corona-Mutation sorgt für neue Unsicherheit. Ist die Coronavirus-Variante tatsächlich so ansteckend? Und wirkt jetzt überhaupt noch der Impfstoff?

  • Eine neue Variante des Coronavirus ist aufgetaucht.
  • Premierminister Boris Johnson betont, die Corona-Mutation könnte ein 70 Prozent höheres Ansteckungsrisiko haben.
  • Was bisher über die neue Coronavirus-Variante bekannt ist.

Frankfurt - Die Meldung über eine neue Corona-Mutation hat weltweit für Verunsicherung gesorgt. Und das kurz vor Weihnachten. Die Bezeichnung der neuen Virus-Variante klingt erst einmal wenig aufsehenerregend: VUI2020/12/01. Doch diese Mutation des Sars-CoV-2 Coronavirus soll ein um 70 Prozent höheres Ansteckungsrisiko haben, so hat es der Premierminister von Großbritannien, Boris Johnson, am Samstag (19.12.2020) verkündet. Doch wie gefährlich ist die Variante wirklich? Ein Überblick darüber, was bisher bekannt ist.

Corona-Mutation: Die Coronavirus-Variante könnte Deutschland bereits erreicht haben

Die Folgen nach Bekanntwerden der Corona-Mutation waren weitreichend. Die Coronavirus-Variante scheint vor allem im Südosten Englands zu grassieren. Ein verschärfter Lockdown in England über die gesamte Weihnachtszeit folgte auf die Entdeckung der Mutation. In Südostengland wurde eigens die Corona-Warnstufe vier etabliert, das gesellschaftliche Leben wurde drastisch heruntergefahren. Aber auch in Südafrika wurden Fälle bekannt, nach Ansicht von Forschenden ähnelt die Variante der Corona-Mutation Großbritanniens. Deutschland und weitere EU-Staaten haben den Flugverkehr mit Großbritannien und teilweise auch mit Südafrika wegen der neuen Virus-Variante eingestellt.

Vor dem Corona-Lockdown: Passanten sind zu Corona-Zeiten am letzten Samstag vor Weihnachten dicht gedrängt auf der Oxford Street unterwegs.

Trotz des Einschreitens Großbritanniens und anderer Länder wurde die Variante des Coronavirus mittlerweile auch in anderen Teilen Europas festgestellt. Darunter sind bisher Italien, Belgien, Dänemark und die Niederlande. Aufgrund dieser Ausbreitung geht, Christian Drosten, der Chefvirologe der Berliner Charité, davon aus, dass die Corona-Mutation auch Deutschland bereits erreicht haben könnte. „Ich denke, dass das schon in Deutschland ist“, sagte Virologe Drosten gegenüber dem „Deutschlandfunk“.

Mutation des Coronavirus
Name der Variante VUI-202012/01
Alternative Bezeichnung/ViruslinieB.1.1.7

Neue Coronavirus-Variante entdeckt: Wie problematisch ist die Virus-Mutation?

Auch zur Ansteckungsgefahr durch das Virus äußerte sich Christian Drosten gegenüber dem Radiosender. Premierminister Boris Johnson hatte am Samstag (19.12.2020) angegeben, die Corona-Mutation sei um 70 Prozent ansteckender, als die bisher bekannte Form des Coronavirus. Doch über die wissenschaftliche Gewissheit dieser Angabe hat Christian Drosten so seine Zweifel. So unterstrich er gegenüber dem „Deutschlandfunk“: „Diese Zahl ist einfach so genannt worden“. Wenn ein Politiker solche Zahlen nenne, nähmen Medien diese auf und „plötzlich steht so ein Wert im Raum - 70 Prozent - und keiner weiß überhaupt was damit gemeint ist.“

Der Virologe äußerte sich darüber hinaus eher gelassen zur Gefahr der Corona-Mutation: „Ich bin darüber nicht so sehr besorgt im Moment. Ich bin allerdings auch - genau wie jeder andere - in einer etwas unklaren Informationslage.“ Man müsse noch mindestens diese Woche abwarten, um vorläufige Datenanalysen abzuschließen. Erst dann könne etwas darüber gesagt werden, „dass der Verdacht, den sie da äußern stimmt“, nämlich ob die Coronavirus-Variante wirklich so ansteckend sei. Christian Drosten merkte auch an, dass nicht klar sei, ob die Mutation für die erhöhten Infektionszahlen verantwortlich sei. Nach „Spiegel“ Information wird davon ausgegangen, dass 62 Prozent der in London positiv getesteten Menschen, Träger der neuen Virus-Variante seien. Drosten sagte dazu, es könnte auch an lokalen Übertragungsmechanismen liegen, „die auch jedes andere Virus hochgespült hätte.“

Corona-Mutation: Lauterbach schlägt warnenden Ton an – Zukunft der Impfungen sieht er positiv

Auch SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach äußerte sich zu der Mutation des Coronavirus. Doch entgegen den Worten des Virologen Christian Drosten schlägt er einen weitaus alarmierenderen Ton an. Auf Twitter ging Lauterbach auf eine Zusammenfassung der Beratungsgruppe der britischen Regierung ein und unterstrich: „Mit diesen Infos scheint es sehr wahrscheinlich, dass die Mutation VUI-202212/01 deutlich ansteckender ist. Höherer R-Wert, schnellere Verbreitung, höherer Nachweis Virus. Hoffentlich ist das bei uns noch nicht weit verbreitet. Was tun?“

Weiterhin betonte der SPD-Gesundheitsexperte auf Twitter, dass Aufgrund der schnellen Verbreitung der Corona-Mutation Schutzmaßnahmen deutlich schwerer werden könnten. Die gute Nachricht sei jedoch, dass es eher unwahrscheinlich sei, dass die Mutation die Wirkung von Corona-Impfungen abschwäche. Dazu erklärt Lauterbach auf Twitter: „Die Impfungen reagieren auf Fragmente des Virus, Fragmente ganz unterschiedlicher Varianten. Spezialisten gehen davon aus, dass die Impfungen auch bei dieser Mutante genug Fragmente für ausreichende Impfantwort finden.“

Neue Corona-Variante entdeckt: Was steckt hinter der Mutation?

Ersten Analysen britischer Wissenschaftler zufolge verfügt die neue Coronavirus-Variante über ungewöhnlich viele genetische Veränderungen, wie auch merkur.de* berichtet. Von bisher aufgetretenen Corona-Mutationen unterscheidet sich die aktuelle Variante durch eine Mutation mit dem Namen N501Y am sogenannten Spike-Protein von Sars-CoV-2. Dieses Protein sitzt auf der Oberfläche des Virus. Der Erreger benötigt es, um in die menschlichen Zellen einzudringen. Derzeit wird untersucht, ob eine dieser genetischen Veränderungen am Virus auch zu einer Veränderung bei der Übertragbarkeit oder beim Krankheitsverlauf führen kann. Eindeutig belegbare Aussagen lassen sich hier aus wissenschaftlicher Sicht derzeit noch nicht treffen. Untersuchungen laufen, wie bereits der Virologe Drosten unterstrich. (slo mit dpa und afp) *merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Rubriklistenbild: © NIAID-RML/dpa

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