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Coronavirus

Corona-Mutante B.1.1.7: Neue Details – Erkenntnisse überraschen

  • Tobias Utz
    vonTobias Utz
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Die britische Corona-Variante ist wohl ansteckender als andere Mutante – allerdings nicht tödlicher. Das haben Forschende entdeckt.

Frankfurt/London – Corona-Mutationen haben längst die Variante von Sars-CoV-2 abgelöst, welche im Frühjahr 2020 in Deutschland festgestellt wurde. Spätestens seit Beginn der dritten Infektionswelle sorgt insbesondere die Corona-Mutante B.1.1.7, die auch als „britische Variante“ bezeichnet wird, für einen Großteil der Neuinfektionen. Das Robert Koch-Institut, was täglich die Zahl der Neuinfektionen veröffentlicht, bestätigte das bereits mehrfach.

Corona-Mutante B.1.1.7 nicht tödlicher, aber ansteckender – als andere Varianten von Sars-CoV-2

Die bisherige Studienlage lieferte zunächst eine eindeutige Einschätzung der Wissenschaft von B.1.1.7. Die britische Corona-Mutante sei im Durchschnitt tödlicher als andere Virusvarianten. Zwei aktuelle Studien stellen dies derzeit infrage. Sie wurden in den Fachmagazinen „The Lancet Infectious Diseases“ und „The Lancet Public Health“ veröffentlicht – und kommen zu dem Fazit: Die britische Corona-Mutante ist nicht tödlicher, aber ansteckender, als das „eigentliche“ Coronavirus. Teil der bisherigen Einschätzung war unter anderem, dass die Mutante ansteckender als andere Virusmutationen sei. Der tödliche Teil ist somit neu.

„Gut gemacht“, kommentierte Karl Lauterbach, SPD-Gesundheitspolitiker und Epidemiologe, die Studie, welche in „The Lancet Infectious Diseases“ publiziert worden war. Das sei „ein gutes und überraschendes Ergebnis“, so Lauterbach auf Twitter. Fachleute des University College in London analysierten in dieser Untersuchung die Viruslast von Corona-Infizierten anhand von PCR-Tests. Anschließend wurden schwere Verläufe und Todesfälle statistisch ausgewertet. Das Ergebnis: Menschen, die mit der britischen Mutante infiziert waren, wiesen eine höhere Viruslast auf. Der Anteil an Patientinnen und Patienten, die an Covid-19 verstarben, war in der Gruppe der B.1.1.7-Infizierten jedoch geringer.

Eine elektromikroskopische Aufnahme des Coronavirus Sars-CoV-2. (Archivfoto)

Corona-Mutante B.1.1.7 ansteckender: Forscher:innen werten Daten aus

In der Fachmagazin „The Lancet Public Health“ erschienenen Studie wurden von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern Daten zu Symptomen von Corona-Infizierten ausgewertet: Diese stammten aus der Corona-App des britischen Gesundheitssystems. Mithilfe von Gensequenzierungen konnte unterschieden werden, mit welcher Variante sich die Betroffenen angesteckt hatten. Auch diese Untersuchung kam zu dem Ergebnis, dass es keine beziehungsweise kaum Unterschiede bezüglich der Schwere der Covid-19-Erkrankung beziehungsweise der Tödlichkeit zwischen den Mutationen gebe. Auffällig hoch war laut Angaben des Forschungsteams der R-Wert in Bezug auf Infektionen mit B.1.1.7. Dieser Aspekt spricht für eine hohe Übertragbarkeit der Mutante.

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Zum Hintergrund: Beide Studien wurden im Winter 2020/2021 im Süden Englands durchgeführt. Damals breitete sich die britische Corona-Variante B.1.1.7 dort sehr schnell aus. Daraus ergibt sich eine gute Datenbasis und Vergleichbarkeit der verschiedenen Typen von Sars-CoV-2. Wie so oft in der Wissenschaft, verweisen die Forschenden in beiden Studien deutlich darauf, dass weitere Untersuchungen auf diesem Feld nötig seien, um die Erkenntnisse zu prüfen – und gegebenenfalls zu bestätigen.

Neben der Corona-Mutante B.1.1.7 beschäftigt auch die Variante B.1.3.5.1, welche insbesondere in Südafrika auftritt, die Forschung intensiv. Eine Studie aus Israel hat nun herausgefunden: Geimpfte infizieren sich öfter mit südafrikanischer Variante als Ungeimpfte. (tu)

Rubriklistenbild: © National Institute of Infectious Diseases/Zuma Wire/Imago Images

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