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Pandemie

Kostenlos und mangelhaft – Corona-Masken bringen Gesundheitsministerium in Bredouille

  • Tobias Utz
    VonTobias Utz
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Das Bundesgesundheitsministerium gab mitten in der zweiten Corona-Welle massenhafte Maskenlieferungen frei. Offenbar waren diese unzureichend geprüft – und boten kaum Schutz vor dem Coronavirus.

  • Eine Massenlieferung von Corona-Masken* sorgt für Kritik.
  • Das Gesundheitsministerium von Minister Jens Spahn* war dafür verantwortlich.
  • Die Beteiligten sind sichtlich verärgert – oder flüchten sich in EU-Richtlinien.

Hamburg/Berlin – Eine Corona-Maskenlieferung des Bundesgesundheitsministeriums wirft offenbar Fragen auf. Im Dezember 2020 und im Januar 2021 wurden zahlreiche Mund-Nase-Bedeckungen des Fabrikats „KN95“ im Rahmen eines Maskenhilfspaketes verschenkt – ohne ausführliche Prüfung der Masken.

Corona-Masken des Fabrikats „KN95“ waren betroffen. (Archivfoto)

Das berichtet der „NDR“ und verweist darauf, dass die Masken, insbesondere an Hospize, Pflegedienste und Tagespflegen ausgegeben wurden. Problem dabei: Das Bundesland Baden-Württemberg prüfte die Mund-Nase-Bedeckungen im Nachgang ausführlichst – und stellte fest: 13 Modelle fielen im Test der Prüfgesellschaft „Dekra“ durch. Gegenüber dem „Norddeutschen Rundfunk“ teilt die Hamburger Gesundheitsbehörde mit, dass die entsprechenden, noch nicht ausgegebenen Masken sofort entsorgt worden seien, als die Nachricht aus Süddeutschland eintraf. Wie viele Mund-Nase-Bedeckungen des Bestands, der Millionen Masken umfasst, tatsächlich ausgegeben wurden, ist bis heute offenbar nicht nachvollziehbar.

Corona-Masken als „eiserne Reserve“ – Gesundheitsministeriums in der Kritik

Die Hamburger Arbeiterwohlfahrt (AWO) ist Träger einiger Einrichtungen, die beliefert wurden. Auf Nachfrage der AWO, welche Prüfung den Masken zugrunde lag, ließ das Ministerium über ein Schreiben der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft „Ernst&Young“ verlauten, dass man dafür nicht hafte. Die Lieferung sei in der Hochphase der Pandemie gestattet worden und habe als „eiserne Reserve“ für Notfälle dienen sollen. Das berichtet ebenfalls der „NDR“.

Insbesondere das Maskenmodell „KN95“ war betroffen. (Archivfoto)

Weiter verweist das Gesundheitsministerium darauf, dass die Qualität der Mundschutze der damaligen Rechts- und Prüfgrundlage entsprochen habe. Demnach seien EU-Richtlinien, die im März 2020, zu Beginn der Corona-Pandemie, in Kraft getreten seien, erfüllt worden. Dabei handelte es sich um vereinfachte Bedingungen für Prüfsituationen, die im Oktober 2020 wieder abgeschafft wurden.

Offen bleiben die Fragen, wie viele Masken davon tatsächlich verwendet wurden und möglicherweise nicht ausreichend Schutz vor Coronaviren geboten haben. Ein Zusammenhang mit Fallzahlen in Hamburg lässt sich weder rekonstruieren noch herstellen. (tu) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Leopold Nekula/Vienna Erport/Imago Images

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