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Osterurlaub möglich

Reisen in der Corona-Pandemie: Ansturm auf Mallorca – Reiseforscher warnt vor zweitem Ischgl

  • Tanja Banner
    VonTanja Banner
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  • Mirko Schmid
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Die Urlaubsinsel Mallorca gilt nicht mehr als Risikogebiet, in Deutschland steigt die Zahl der Buchungen stark. Die Bundesregierung und ein Reiseforscher mahnen.

  • Die Balearen, darunter Mallorca, weisen aktuell niedrige Zahlen von Corona-Neuinfektionen auf, die Reisewarnung der Bundesregierung ist aufgehoben.
  • Deutschen Tourist:innen winken Osterferien in beliebten Urlaubsregionen – doch die Bundesregierung rät vom Reisen ab.
  • Ein Reiseforscher warnt gar vor stark ansteigenden Zahlen und einem zweiten Ischgl.

Update vom Montag, 15. März 2021: Seit Sonntag gilt unter anderem Mallorca in der Corona-Krise nicht mehr als „Risikogebiet“. Zahlreiche Deutsche buchen derzeit offenbar ihren Osterurlaub auf der Balearen-Insel, die Zahl der Buchungen ist sprunghaft angestiegen. Der Fluganbieter Eurowings hat deshalb bereits die Zahl seiner Flüge nach Mallorca für die Osterzeit erhöht. Doch ist Reisen in Corona-Zeiten wirklich empfehlenswert?

Die Bundesregierung ruft nun angesichts der Corona-Pandemie erneut zum Verzicht auf touristische Reisen auf: „Der Appell ist, auf jede nicht unbedingt notwendige Reise zu verzichten“, betonte Regierungssprecher Steffen Seibert. Und auch Maria Adebahr, Sprecherin des Auswärtigen Amtes, äußerte sich ähnlich: „Das Fehlen einer Reisewarnung ist keine Einladung zum Reisen.“ Die Entscheidung müsse aber jeder für sich treffen.

Reisen nach Mallorca in der Corona-Pandemie: Reiseforscher warnt vor zweitem Ischgl

Der Reiseforscher Jürgen Schmude sieht den Run auf die Mallorca-Buchungen kritisch: „Grundsätzlich ist dieser Ansturm eine Katastrophe“, sagte er gegenüber dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. „Wir haben gesehen, was bei Reise-Großereignissen passieren kann – Stichwort Ischgl“. Er habe große Sorge, dass der Mallorca-Ansturm ein erneutes Ansteigen der Fallzahlen verursachen werde, sagte Schmude.

Osterferien am Strand von Mallorca erscheint vielen Deutschen möglich – doch die Bundesregierung rät von Reisen in der Corona-Pandemie ab und ein Reiseforscher warnt vor einem zweiten Ischgl.

Es würde ihn nicht wundern, wenn die Insel in drei Wochen wieder in einen harten Lockdown müsse. Hotels und Airlines hätten zwar umfassende Hygienekonzepte umgesetzt, aber „wir wissen, dass sich Menschen im
Urlaub anders als im Alltag verhalten“. Generell versuchten viele Menschen, Probleme im Urlaub auszublenden. „Und aktuell wollen diese Leute ja ganz bewusst raus aus der Corona-Situation in Deutschland“, betonte Schmude.

Mallorca-Urlaub in der Corona-Krise: Freude und Leid bei den Spaniern

Auf Mallorca selbst wecken die guten Nachrichten inmitten der Corona-Pandemie Freude und Zuversicht bei Menschen in der Tourismus-Branche. Doch unzählige Spanier sehen den zu erwartenden Touristenstrom auch äußerst kritisch: Bis zum 9. April dürfen Spanier nach einem Beschluss der Zentralregierung nur in seltenen Ausnahmefällen ihre Region verlassen. Urlaub außerhalb der eigenen „Autonomen Gemeinschaft“ ist beispielsweise streng verboten. Bürger anderer Länder können dagegen jedoch beinahe hindernisfrei ins Land einreisen, in den meisten Fällen reicht ein negativer PCR-Test.

„Spanien wird zu Ostern ein Bunker für die Spanier und eine Oase für die Touristen aus dem Ausland sein“, titelte am Wochenende die Zeitung „ABC“. Das Blatt „Última Hora“ sprach von „Willkür“ und die „Mallorca Zeitung“ stellte fest: „Osterferien auf Mallorca: für Deutsche Ja, für Spanier Nein“.

Erstmeldung vom Freitag, 12. März 2021: Palma de Mallorca – Die deutsche Bundesregierung hebt die Einreisebeschränkungen für Mallorca sowie weitere Regionen zum Sonntag (14. März 2021) auf. Damit reagieren die Behörden auf zuletzt stark rückläufige Zahlen von Corona-Neuinfektionen. Mit rund 21 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner:innen liegt die balearische Inselgruppe weit unter dem Inzidenzwert aller deutscher Bundesländer. Der deutsche Reiseveranstalter TUI reagiert auf die Öffnung der Urlaubsinsel und will seiner Kundschaft den Wunsch nach einem Urlaub auf der Balearen-Insel nun früher ermöglichen. Ursprünglich wollte TUI erst ab dem 27. März wieder Flüge nach Mallorca anbieten, nun peilt das Unternehmen den 21. März an.

Noch sind die Strände auf Mallorca relativ dünn besiedelt. Das könnte sich nach der Aufhebung der deutschen Reisewarnung bald ändern.

Nach Aufhebung der Reisewarnung für Mallorca verlegt deutsches Reiseunternehmen Flüge vor

TUI kündigte an, dass erste große Hotels auf Mallorca bereits ab dem nächsten Wochenende ihren Betrieb wieder aufnehmen wollen. Tui-Deutschland-Chef Marek Andryszak macht deutschen Tourist:innen Hoffnungen auf einen Osterurlaub auf den Balearen: „Den Osterferien auf Mallorca steht nun nichts mehr im Wege, entsprechend haben sich unsere Teams vorbereitet.“ Gespräche mit Politiker:innen hätten diesbezüglich bereits stattgefunden. Zeitnah sollen auch die weiteren Balearen-Inseln Menorca, Formentera und Ibiza folgen. Mittels „Umsicht“ sei es möglich, „weitere Regionen wieder besuchen“ zu lassen, erklärt Andryszak.

Gerade der mit staatlichen Milliardenhilfen gestützte Reisekonzern ist darauf angewiesen, dass nach dem 2020 durch Corona stark eingebrochenen Tourismus im Jahr 2021 wieder mehr Menschen ihrem Fernweh folgen. Trotz Reisewarnung will TUI bisherige Angebote für Reisen auf die kanarischen Inseln aufrechterhalten, bietet seiner Kundschaft jedoch kostenlose Umbuchungen und Stornierungen an. Trotz der weiterhin angespannten Lage dort hofft der Konzern darauf, dass die für Urlaube während der Osterferien beliebte Region angesichts der vor Ort geltenden Hygienekonzepte und -vorschriften weiter als Reiseziel genutzt werde.

Neben Mallorca und anderen spanischen Regionen gilt auch für den Norden von Portugal Entwarnung

Mit der Mitteilung des Robert Koch-Institutes von Freitag (12. März 2021) und der damit verbundenen Aufhebung der Reisewarnung des Auswärtigen Amtes steht auch fest, dass die Quarantänepflicht im Anschluss an die Rückkehr von der balearischen Insel keine Gültigkeit mehr besitzt. Somit ist ein Urlaub auf Mallorca wieder ohne Testpflicht und Quarantäne möglich. Doch nicht nur Spanien profitiert von der Zurücknahme der Reisewarnung.

Auch für Portugal gibt es Entwarnung. Die Reisebeschränkungen für die gesamte Nordhälfte des Landes, also die Regionen Norte und Centro inklusive Porto, werden gleichermaßen zurückgenommen - und mit ihnen das Beförderungsverbot für Fluggesellschaften. Anders verhält es sich mit den besonders beliebten Urlaubsgebieten im Süden des westlichen Teils der iberischen Halbinsel. Die Atlantikinsel Madeira gilt genau wie die Südküste Algarve und die Landeshauptstadt Lissabon weiter als Risikogebiet. Das heißt, dass auf einen Urlaub in diesen Regionen für deutsche Urlauber:innen weiterhin eine zehntägige Quarantäne folgt, welche mittels negativem Corona-Test auf fünf Tage verkürzt werden kann. (Mirko Schmid, Tanja Banner mit dpa)

Rubriklistenbild: © Clara Margais

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