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Folgen von Corona

Corona-Lockdown – So wirken die Maßnahmen auf die Immunsysteme von Kindern

  • Delia Friess
    vonDelia Friess
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Schadet der Corona-Lockdown dem Immunsystem? Eine Studie aus Hongkong legt das nahe.

  • Eine Corona-Studie aus Hongkong zeigt Folgen des Lockdowns auf die Immunabwehr von Kindern.
  • Nach Lockdown-Ende: Erkältungswelle erfasst Schulen in Hongkong.
  • Corona und die Folgen des Lockdowns: Studie zeigt, dass Social Distancing Widerstandsfähigkeit des Körpers gegen Krankheitserreger eingeschränkt.

Hongkong – Die Diskussion, ob ein Lockdown der Gesundheit auch schaden könne, wird bereits seit Beginn der Corona-Pandemie geführt. Unabhängig davon, dass ein Lockdown in den meisten Ländern den Anstieg an Neuinfektionen mit dem Coronavirus verhindert und damit Leben gerettet hat, wird auch geforscht, welche Nebenwirkungen ein lockerer oder strikter Lockdown für die Gesundheit von Menschen hat.

Corona – Schränkt Social Distancing die Immunabwehr ein?

In aktuellen Studien aus Großbritannien und Hongkong wurden bei Kindern nach der Rückkehr in die Schulen nach langen Lockdowns gehäufte Erkältungsfälle nachgewiesen. Diese hätten in der Mehrheit der Fälle aber nichts mit dem Coronavirus zu tun. In Hongkong könnte der strikte Lockdown dazu geführt haben, dass die Immunabwehr der Kinder abgenommen habe. Demnach habe die Anfälligkeit der Bevölkerung für Rhinoviren, Enteroviren und andere Atemwegsviren , einschließlich Influenzaviren, zugenommen, so die Vermutung der Forscher:innen.

Die Studie aus Hongkong hat die Auswirkungen des Lockdowns auf das Immunsystem der Kinder untersucht. (Archivfoto)

Sie veröffentlichten ihre Untersuchungen in der Fachzeitschrift „Emerging Infectious Diseases“. Auch in Großbritannien war ein solcher Anstieg von Rhinoviren nach den Schulöffnung im letzten Jahr nachgewiesen worden. Dies sei aber bereits im Vorjahr der Fall gewesen. Herausgefunden wurde, dass die Corona-Maßnahmen wie Mund-Nasen-Schutz nicht gegen Rhinoviren helfen. Rhinoviren lösen Schnupfen und Erkältungen aus.

Corona und die Folgen des Lockdowns für die physische Gesundheit

Aber auch andere gesundheitliche Folgen eines Lockdowns sollten Expert:innen zufolge nicht unterschätzt werden. So passte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beispielsweise im November 2020 ihre Richtlinien zu körperlichen Aktivitäten an. Erwachsenen empfiehlt die WHO mindestens 21 Minuten, Kindern und Jugendlichen sogar 60 Minuten Bewegung am Tag. Bewegung und Sport trage zur Vorbeugung von Herzkrankheiten, Diabetes und Krebs bei.

Auch einige Desinfektionsmittel können sich schädlich auf die Gesundheit auswirken. Die Mittel greifen den natürlichen Säureschutzmantel der Haut an. Hautirritationen, trockene und rissige Hände können die Folge sein. Expert:innen empfehlen daher das Händewaschen mit PH-neutralen Seifen und Wasser statt dem Griff zum Desinfektionsmittel.

In Hongkong könnte der strikte Lockdown dazu geführt haben, dass die Immunabwehr der Kinder abgenommen hat.

Corona und Krebs: Viele Patient:innen gehen aus Angst vor Ansteckung nicht zum Arzt

Zudem seien Vorsorgeuntersuchungen zurückgefahren worden, wie die Apotheken Zeitung berichtet. 50.000 geplante Krebsoperationen seien bis Mitte Juni 2020 nicht durchgeführt worden, schätzt der Zeitung zufolge die Deutsche Krebshilfe. Viele Pantient:innen fürchteten auch aus Angst vor Ansteckung den Gang zur Ärzt:in. „Man kann davon ausgehen, dass viele Krebserkrankungen wegen der Corona-Pandemie noch nicht oder verspätet diagnostiziert wurden“, sagt Dr. Johannes Bruns, Arzt und Generalsekretär der Deutschen Krebsgesellschaft. Mittlerweile sei auf den Krebsstationen wieder Normalität eingekehrt.

Forscher:innen untersuchen auch die psychischen Folgen von Lockdowns während der Coronapandemie. Eine NAKO-Gesundheitsstudie hat eine Reihe interessanter Ergebnisse über den Folgen des ersten Lockdowns im Frühjahr hervorgebracht. So nahm während des Lockdowns im Frühjahr in Deutschland beispielsweise der Stresslevel bei Menschen aller Altersgruppen zu. Bei Menschen zwischen 20 und 40 Jahren hätten zudem Ängste und depressive Verstimmungen zugenommen, so die Studienleiterin Annette Peters vom Helmholtz Institut München. Besonders bei Frauen bis Ende 30 sei dies verstärkt festgestellt worden. Es bleibt noch weitere Studien abzuwarten, welche Folgen Lockdowns für die physische und psychische Gesundheit von Erwachsenen und Kindern hat. (Delia Friess)

Nach Corona-Lockdown: Verwirrung um Wechselunterricht an Hessens Schulen

Rubriklistenbild: © Gregor Fischer/dpa

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