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Corona-Schutzimpfung für Kinder und Jugendliche? Die Stiko empfiehlt das nur in Ausnahmefällen
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Corona-Schutzimpfung für Kinder und Jugendliche? Die Stiko empfiehlt das nur in Ausnahmefällen.

Impfkampagne in Deutschland

Kinder impfen, um Corona zu bekämpfen? Experte nennt es „maximal rücksichtslos“

  • Jennifer Greve
    VonJennifer Greve
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In Deutschland laufen die Corona-Impfungen. Ein Experte erklärt, was das Problem der Impfkampagne ist - und warum Kinder nicht geimpft werden sollten.

Frankfurt - Die Corona*-Impfkampagne in Deutschland erhitzt die Gemüter: Sie sei zu langsam und zu undurchdacht, heißt es in der Kritik. Im Fokus steht derzeit die Debatte um das Impfen von Kindern. Ein Experte äußerte sich mit drastischen Worten zu dem Thema.

„Das ist maximal rücksichtslos“, sagt Andreas Gassen gegenüber der Süddeutschen Zeitung (SZ). Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) ist Facharzt für Orthopädie, Unfallchirurgie und Rheumatologie und impft in seiner Praxis selbst tagtäglich. Er ist außerdem für seine Kritik an der Impfkampagne bekannt.

Impfungen in Deutschland: Zu wenig Corona-Impfstoff für alle

Sein größter Kritikpunkt ist der fehlende Corona-Impfstoff* - nicht nur in der eigenen Praxis, sondern in Praxen und Impfzentren in ganz Deutschland. „Eine Million Impfungen am Tag“ könnten Ärzte schaffen, wenn denn genug Impfstoff da wäre, sagt Gassen. Immer wieder käme es zu drastischen Kürzungen der Liefermengen. Gäbe es größere Mengen, könne man überall impfen. Solange es jedoch eine Impfstoff-Knappheit gäbe, stünden Betriebsärzte, Praxen und Impfzentren eher in der Konkurrenz zueinander - und das sei nicht zielführend.

Auf Rückfrage der SZ räumt Gassen mit einem großen Vorurteil auf: Am Impfen könne man sich keine goldene Nase verdienen. In vielen Praxen sei sogar das Gegenteil der Fall. „Im günstigsten Fall kommen wir da mit einer schwarzen Null raus“, sagt der Arzt. Er erklärt, dass die Impfungen meist neben dem Tagesgeschäft laufen würden. Da wird dann nicht nur der Piks abgerechnet, sondern auch das ganze Drumherum. Demnach müsse jede Impfung dem RKI gemeldet, in die Akten eingetragen und im Impfpass vermerkt werden.

Zu langsam, zu wenig, zu undurchdacht: Experte kritisiert Impfkampagne in Deutschland

Durch die Knappheit des Corona-Impfstoffs steht Gassen auch der Aufhebung der Impfpriorisierung kritisch gegenüber - obwohl er die eigentlich befürworte, denn „irgendwann müssen wir auch mal die Jungen und Gesunden impfen“.

Das Problem liege auch darin, dass die Regierung nicht nur die Impfpriorisierung aufhebe, sondern gleichzeitig eine völlig neue Impfkampagne für Kinder und Jugendliche „aus dem Boden stampfen“ wolle. Dazu käme die Einbeziehung der Betriebsärzte. Mehr Chaos als Kampagne - diese Sicht klingt durch, wenn Gassen über das Impfen spricht.

Video: Stiko empfiehlt Impfung für Kinder und Jugendliche nur in Ausnahmefällen

Kinder und Jugendliche gegen Corona impfen? Experte warnt vor Impfrisiko

Beim Impfen für Kinder stellt er sich auf die Seite der Stiko: Kinder und Jugendliche mit einem erhöhten Infektionsrisiko und einem erhöhten Risiko eines schweren Verlaufs sollten geimpft werden. Für gesunde Kinder und Jugendliche überwiege jedoch das Impfrisiko das Risiko durch eine Corona-Erkrankung. Diesen Individuen eine Impfung zuzumuten, sei „maximal rücksichtslos“.

Gassen fasst es so zusammen: „Kinder sind ohnehin die Leidtragenden in dieser Pandemie, und jetzt muten wir ihnen auch noch zu, dass sie mit einer für sie individuell nicht eindeutig sinnvollen Impfung die Herdenimmunität absichern sollen.“ (Jennifer Greve) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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