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Sommer und Corona

Karl Lauterbach: Vierte Corona-Welle wird kommen – neuer Lockdown aber unwahrscheinlich

  • Matthis Pechtold
    VonMatthis Pechtold
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SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sieht den Sommer durch Corona nicht einschneidend gefährdet, trotz einer vierten Welle. Es werde weitere Lockerungen geben.

Berlin – Der Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach (SPD) blickt dem einsetzenden Sommer in Deutschland optimistisch entgegen. Die Fallzahlen würden weiter sinken, der Alltag in seiner Vor-Corona-Form Schritt für Schritt zurückkehren, prognostizierte Lauterbach am Donnerstag (03.06.2021) in einem Interview mit dem Nachrichtensender Welt. Von Corona wird man sich in Deutschland trotz einer bundesweiten Inzidenz von aktuell 34,1 und 44,6 Prozent Erstgeimpfter trotzdem auch diesen Sommer nicht verabschieden können: Der Gesundheitspolitiker der SPD ist sich sicher, dass es noch zu einer vierten Welle kommen wird.

Die ließe sich trotz der Erfahrung aus mittlerweile 15 Monaten nicht verhindern. Denn die Lockerungen werden auch vor Innenräumen nicht haltmachen – und sobald sich dort Menschen treffen, die möglicherweise nicht geimpft, genesen oder negativ getestet sind, würden diese Infektionen eine erneute Welle anschieben. Ein neuer Lockdown wird auch dann jedoch nicht noch einmal nötig sein, prognostiziert Lauterbach. Dafür sei man mit den Impfungen bereits jetzt so weit, dass flächendeckende, einschneidende Maßnahmen nicht mehr kommen werden.

Corona-Pandemie: Karl Lauterbach hält vierte Welle für nicht vermeidbar

Auch würde bald die Zuwachsrate der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus sinken. Dass diese nicht ebenso schnell wie die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt, führt er auf einen strukturellen Wandel innerhalb der Covid-19-Patientenschaft zurück. Diese Patienten würden mittlerweile zum Teil sechs bis acht Wochen mit dem Erreger ringen, bevor sie sterben. Die Bundesnotbremse habe Karl Lauterbach zufolge einen „wesentlichen Beitrag“ dabei geleistet, die Fallzahlen zu senken und weitere Tote zu verhindern. Damit wehrt er sich auch gegen die jüngste Kritik des Ministerpräsidenten Reiner Haseloff an der Corona-Politik der Bundesregierung.

Sieht weiteren Lockdown auch im Fall einer vierten Welle nicht kommen: SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach.

Eine Lanze bricht Lauterbach auch für den Impfstoff von Johnson & Johnson, der in Deutschland nicht so stark nachgefragt wird wie andere Impfstoffe. Das verhältnismäßig schwache Interesse an dem „Ladenhüter“ US-amerikanischen Fabrikats hält er für „nicht nachvollziehbar“. Gerade in den USA sei Johnson & Johnson besonders beliebt, weil bei ihm eine Dosis für den vollen Impfschutz reicht. Die Gefahr von Nebenwirkungen, besonders von Sinusvenenthrombosen sei zudem äußerst gering.

Zweiter Sommer mit Corona: Karl Lauterbach wirbt für Impfstoff von Johnson & Johnson

Dass die Bundesregierung Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 16 Jahren nun auch in die Impfkampagne mit einbezieht befürwortet Karl Lauterbach. Nebenwirkungen seien bisher kaum beobachtet worden. Er habe Verständnis für Eltern, die ihren Nachwuchs trotz fehlender Empfehlung seitens der Ständigen Impfkommission impfen lassen wollen. Schließlich stehe damit auch in Aussicht, dass diese Altersgruppe zum Herbst wieder in einen normalen Unterricht zurückkehren kann. Für Menschen ab 12 Jahren ist in Deutschland der Impfstoff von Biontech zugelassen.

Außerdem äußerte sich Karl Lauterbach im Interview mit Welt zu Booster-Impfungen. Ein Zeitrahmen sei schwer zu prognostizieren, es könne aber sein, dass noch in diesem Jahr besonders Gefährdete eine Auffrischung des Impfschutzes benötigen werden. Mit Bezug auf den zum Teil kaum nennenswerten Impffortschritt in anderen Ländern, insbesondere jenen des globalen Südens, fände Lauterbach dies schade, sagte er.

Rubriklistenbild: © Michael Kappeler

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