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Pandemie

Corona: Studie aus Israel zeigt - Booster-Impfung wirkt

  • Stefan Krieger
    VonStefan Krieger
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Israels landesweite Kampagne zur Versorgung der Bevölkerung mit Corona-Boostern scheint gute Ergebnisse zu bringen - auch wenn die Fallzahlen steigen.

Frankfurt am Main - In Israel steigen Fallzahlen und Krankenhauseinweisungen mit der Verbreitung der Delta-Variante des Coronavirus weiter an. Das Land verzeichnete am Donnerstag (02.09.2021) 11.187 neue Fälle, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Damit ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen auf den höchsten Stand seit Beginn der Pandemie gestiegen. Der neue Höchststand wurde am Tag nach dem Schulbeginn veröffentlicht - Experten hatten davor gewarnt, dieser könnte das Infektionsgeschehen noch weiter befeuern. Es ist der dritte Tag in Folge mit mehr als 10.000 neuen Fällen in Israel. Allerdings ist die Zahl der Schwerkranken gleichzeitig stetig gesunken und liegt etwa bei der Hälfte des Wertes von Januar dieses Jahres. 

Auch die Anzahl der Fälle in der älteren Bevölkerung begann sich in den Wochen nach dem 31. Juli zu verlangsamen. Dies fällt mit dem Zeitpunkt zusammen, als Menschen ab 60 Jahren die dritte Dosis des RNA-Impfstoffs angeboten wurde – ein Zeichen dafür, dass Booster möglicherweise wirken. Am 29. August kündigte Israel an, das Booster-Programm auf alle Personen über 12 Jahre auszudehnen, deren zweite Dosis mindestens fünf Monate zurückliegt. Mehr als 2,1 Millionen Menschen haben bereits eine dritte Dosis erhalten, teilte die israleische Regierung am Dienstag dieser Woche mit.

Booster-Impfung senkt das Risiko einer Corona-Infektion

Einer Studie zufolge, die das das Gesundheitsministerium des Landes am vergangenen Freitag veröffentlicht hat, ist das Risiko für Empfänger einer sogenannten Booster-Impfung auf eine Sars-CoV-2 Infektion deutlich herabgesetzt. Im Vergleich zu Probanden, die keine dritte Impfung erhalten hatten, waren die positiven Fälle um mehr als das Zehnfache verringert, wie das Portal science.org jetzt berichtet. Weiter heißt es in der Studie, dass eine dritte Dosis das Risiko einer Person, eine Woche nach der Impfung positiv auf das Virus getestet zu werden, ungefähr halbiert und nach der zweiten Woche sogar noch weiter reduziert werde.

Israel empfiehlt Menschen über 60 Jahre, eine Auffrischungsimpfung wahrzunehmen.

Dass Booster-Impfungen Infektionen reduzieren können, ist keine Überraschung, sagt David Dowdy, Epidemiologe an der Johns Hopkins Universität in Baltimore, USA. „Wenn es Ziel ist, jemanden kurzfristig ein hohes Maß an Immunität zu verleihen, ist dies zweifellos eine gute Möglichkeit - durch eine Auffrischimpfung des bereits bestehenden Impfschutzes“, so Dowdy. Die Ergebnisse belegen auch, dass die aktuellen Impfstoffe immer noch gegen die Delta-Variante wirksam sind. Da die Studien aus Israel jedoch nur einen kurzen Zeitraum nach der Auffrischimpfung abdecken, warnt Dowdy davor, dass noch nicht geklärt sei, wie lange die Erhöhung des Schutzes anhält.

Corona-Bosster-Impfung: Ist die Wirkung nachhaltig?

Dowdy äußerte sich weiter, dass das Ergebnis alles in allem „eine gute Nachricht“ sei. Gleichzeitig wies er aber auch darauf hin, dass noch nicht abschließend geklärt ist, ob man Booster allgemein und für alle verfügbar machen solle. „Die Frage ist nicht, ‚Stärkt eine Auffrischimpfung kurzfristig Ihr Immunsystem?‘“, so Dowdy, „Sondern eher ‚Sorgt eine Auffrischimpfung über Monate für eine sinnvolle Erhöhung der längerfristigen Immunität? Und wenn ja, was ist das richtige Intervall für eine Auffrischimpfung?‘“ Die Antworten auf diese entscheidenden Fragen seien noch allerdings noch „völlig unbekannt“.

Sollte die zusätzliche Immunität der Auffrischungsimpfung nämlich schnell nachlassen, werden Booster-Impfungen keine langfristigen Auswirkungen auf das Infektionsgeschehen haben, sagte Dowdy: „Wir brauchen längerfristige Daten, bevor wir sagen können, dass es die richtige Strategie ist, den Leuten in jedem beliebigen Intervall Booster zu geben.“ (Stefan Krieger)

Rubriklistenbild: © Oded Balilty/dpa

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