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Diabetes-Risiko nach Corona erhöht: Bei diesen Symptomen sollten Sie reagieren

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Von: Sophia Lother

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Zwei aktuelle Studien klären über eine neue Spätfolge einer Corona-Infektion auf. Das Risiko für Diabetes ist deutlich höher. Diese Symptome sind Warnzeichen.

Frankfurt – Jedes Jahr erkranken etwa zwölf von 1000 Menschen in Deutschland an Diabetes. Über acht Millionen haben bereits die Diagnose erhalten. Zusätzlich wissen Hunderttausende noch nichts von ihrer Erkrankung, so der Gesundheitsbericht Diabetes 2022 der Deutschen Diabetesgesellschaft.

Der Großteil der Erkrankten leidet an Diabetes-Typ-2. Die Insulinresistenz führt dazu, dass der Zuckerspiegel im Blut stark erhöht ist. Risikofaktoren sind nicht nur genetischer Natur, sondern auch ein ungesunder Lebenswandel. Nun zeigen zwei aktuelle Studien, dass auch eine Corona-Infektion eine folgenschwere Rolle spielen könnte.

Bereits bei mildem Verlauf ist das Risiko an Diabetes-Typ-2 zu erkranken nach einer Corona-Infektion erhöht. (Symbolfoto)
Bereits bei mildem Verlauf ist das Risiko an Diabetes-Typ-2 zu erkranken nach einer Corona-Infektion erhöht. (Symbolfoto) © Jan Tepass/Imago

Diabetes-Erkrankung durch Covid-19: Corona-Studien mit besorgniserregenden Ergebnissen

Forschende unter der Leitung von Wolfgang Rathmann vom Deutschen Diabetes Zentrum in Düsseldorf haben untersucht, ob Diabetes des Typs 2 als Folgeerkrankung von Covid-19 auftreten kann. Hierfür analysierten sie den Gesundheitszustand von über 70.000 Patientinnen und Patienten, die in Arztpraxen in Deutschland in Behandlung waren. Während die eine Gruppe, bereits mit Corona infiziert war, hatte die andere Gruppe ebenfalls kürzlich eine Atemwegs-Virusinfektion erlitten.

Keine der untersuchten Versuchsteilnehmenden litt vor der Infektion an Diabetes. Ebenso waren sie bezüglich ihrer Vorerkrankungen und Risikofaktoren vergleichbar, erklärten die Forscher in ihrer Studie, die in der Fachzeitschrift Diabetologia erschienen ist. Doch welche Faktoren erhöhen allgemein das Risiko, an Diabetes-Typ-2 zu erkranken? Die Ergebnisse der Diabetes Surveillance des Robert Koch-Instituts kommen zu folgenden Risikofaktoren:

Durch den Mangel an Bewegung vieler Menschen in der Corona-Pandemie warnten Fachleute daher bereits, dass der Lockdown zu steigenden Diabetes-Fällen führen könnte.

Long-Covid: Diabetes ist als Folgeerkrankung einer Corona-Infektion möglich

Die Ergebnisse sind besorgniserregend: Nach einer Corona-Infektion entwickelten mehr zuvor gesunde Menschen Diabetes-Typ-2, also nach einer anderen Atemwegsinfektion. Das Risiko war um 28 Prozent höher, als bei einer Grippe oder Erkältung. Von den Corona-Infizierten erkrankten 15,8 von 1000 Personen, während von der anderen Gruppe lediglich 12,3 im weiteren Verlauf eine Diabetes-2-Diagnose bekamen. Besonders gravierend war außerdem: Die untersuchten Corona-Infizierten wiesen einen eher leichten Covid-19-Krankheitsverlauf auf.

Nun zeigt auch eine weitere Studie, dass Diabetes und Corona miteinander verbunden sein könnten, mit gravierenden Folgen für Betroffene. Forschende aus den USA haben ihre Ergebnisse im Fachjournal The Lancet Diabetes & Endocrinology veröffentlicht. Sie untersuchten über 180.000 Menschen, die bis September 2021 positiv auf das Coronavirus getestet wurden und verglichen diese mit Versuchsteilnehmenden, die bis dato keine Infektion durchgemacht hatten.

Dauerhaft erhöhter BlutzuckerspiegelSehr stark erhöhter Blutzuckerspiegel
starker DurstBewusstseinsstörungen
vermehrter HarndrangBewusstlosigkeit (diabetisches Koma)
Müdigkeit und Antriebsschwäche
Übelkeit
Schwindel
Quelle: gesund.bund.de

Das Ergebnis: Das Risiko an Diabetes zu erkranken war im Zeitraum von bis zu einem Jahr für Corona-Infizierte um circa 40 Prozent höher. Ob dieses Ergebnis sich gänzlich übertragen lässt, ist fraglich. Denn bei den untersuchten 180.000 Infizierten handelte es sich um US-Veteranen und damit um zumeist ältere, weiße Männer. Von diesen litten viele unter erhöhtem Blutdruck und Übergewicht, was wiederum das Risiko für Diabetes erhöhe, erklärt der australische Epidemiologe Gideon Meyerowitz-Katz in der Zeitschrift Nature. Dennoch zeigen beide Studien: Das Risiko, an Diabetes zu erkranken, scheint nach einer Corona-Infektion deutlich zu steigen.

Diabetes-Typ-2: Auf welche Symptome Sie achten sollten

Doch woran erkennt man eine Erkrankung? Häufig bleiben die Symptome von Diabetes-Typ-2 zunächst unentdeckt. Denn erhöhte Blutzuckerwerte sind nicht immer zu Beginn auch spüren. Laut Bundesgesundheitsministerium sind folgende Anzeichen möglich:

Über Jahre nicht ausreichend behandelter Diabetes kann dazu führen, dass die Blutgefäße Schaden nehmen. Hierdurch wird die Gefahr von Herzinfarkten, Schlaganfällen und Durchblutungsstörungen unter anderem an den Beinen erhöht. Im Falle eines Verdachts oder Symptomen, die auf Diabetes hinweisen, nehmen Arzt oder Ärztin eine körperliche Untersuchung sowie eine Blutzuckermessung vor. (slo)

Die in diesem Artikel genannten Informationen ersetzen nicht den Gang zu einem Arzt oder einer Ärztin. Nur Fachleute können die richtige Diagnose erstellen und eine geeignete Therapie einleiten. Die Einnahme von Medikamenten oder auch Nahrungsergänzungsmitteln sollte vorher mit einem Arzt oder einer Ärztin abgesprochen werden.

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