In Kneipen müssen Wirte aktuell einen Mundschutz tragen.
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Das „RKI“ möchte erforschen, wie hoch das Corona-Infektionsrisiko in Kneipen ist. (Symbolfoto)

Pandemie

Corona-Infektionen in Kneipen und Restaurants? RKI untersucht Risiko

  • Tobias Utz
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Wissenschaftler:innen wollen das Risiko, sich mit dem Coronavirus in Kneipen und Gaststätten anstecken zu können, analysieren. Dafür wurde eine Studie gestartet.

  • Forschende führen eine neue Corona-Studie durch.
  • Dabei soll das Infektionsrisiko in der Gastronomie untersucht werden.
  • Folgende Teilnahmebedingungen gelten.

Berlin - Corona-Forschende wollen herausfinden, wie hoch das Risiko einer Infektion mit Sars-CoV-2 in Kneipen und Restaurants ist. Das „Robert-Koch-Institut (RKI)“ hat dafür eine Studie gestartet.

Dabei spielt auch die Frage eine Rolle, ob es einen Unterschied macht, ob man sich im Freien oder in geschlossenen Räumen mit Freunden trifft. Auch die Art der Veranstaltung soll laut Angaben des RKI ein Faktor sein. „Mit der Studie untersuchen wir, in welchen Situationen das Risiko, sich mit Sars-CoV-2 zu infizieren, erhöht ist“, so die Autoren der Studie.

Corona-Studie zu Kneipen: So können Sie teilnehmen

Laut Angaben des RKI können Erwachsene an der Studie teilnehmen, die an Covid-19 erkrankt sind. Weitere Bedingung für eine Teilnahme ist, dass die Betroffenen nicht Teil eines lokal begrenzten Corona-Ausbruchs sind, also nicht aus einem Hotspot kommen. Die Gesundheitsämter übernehmen die Prüfung der Kriterien.

Das „RKI“ möchte erforschen, wie hoch das Corona-Infektionsrisiko in Kneipen ist. (Symbolfoto)

Die Forschenden führen in der Studie eine telefonische Befragung durch. Die Fragen beziehen sich insbesondere auf die zehn Tage vor Beginn der Erkrankung. Unter anderem spielt dabei eine Rolle, wie häufig sich Betroffene, privat und beruflich, mit anderen Menschen getroffen haben - unter anderem in Kneipen und Restaurants.

Die Studie läuft seit Anfang November und ist bis Frühling 2021 angesetzt. Das Coronavirus breitet sich weiterhin in Deutschland aus. Die Fallzahlen steigen wieder, die Todesrate auch. Wissenschaftler:innen haben erst kürzlich Geschmacksverlust als Corona-Symptom näher untersucht. Zudem wurde veröffentlicht, dass Kinder in vielen Fällen bereits vor einer Infektion mit dem Coronavirus Antikörper dagegen im Blut bilden.

US-Studie zu Corona: Risiko beim Essen im Restaurant hoch

Zum Infektionsrisiko in der Gastronomie gab es im September 2020 bereits eine Studie aus den USA. Darin wurde ebenfalls untersucht, wie risikoreich ein Aufenthalt in einem Restaurant oder einer Bar ist. Die Autor:innen der Gesundheitsbehörde „CDC“ kommen zum Fazit, dass dies insbesondere hoch ist, falls etwas gegessen wird. Im Vergleich zu negativ auf Covid-19 getestete Teilnehmer der Studie, hatten positiv getestete Probanden fast doppelt so häufig in Restaurants gegessen, bevor sie untersucht wurden.

„Zusätzlich waren positiv Getestete auch häufiger in einer Bar oder einem Café gewesen. Das traf nur dort zu, wo wir die Analyse auf Teilnehmer beschränkt haben, die keinen engen Kontakt zu Covid-19-Erkrankten gehabt hatten, bevor sie selbst erkrankten“, so die Wissenschaftler:innen. Die Erkenntnisse der Studie im Überblick:

  • Insgesamt 42 Prozent der positiv getesteten Studienteilnehmer haben an, in den 14 Tagen vor ihrem Coronatest engen Kontakt zu einer/einem Infizierten gehabt zu haben. In 51 Prozent der Fälle waren das Familienmitglieder.
  • Rund 14 Prozent der getesteten Personen, deren Ergebnis negativ ausfiel, hatte ebenfalls Kontakt zu einem an Covid-19 erkrankten Menschen.

Was die US-Studie nicht untersucht hat, war das Infektionsrisiko im Vergleich von geschlossenen Räumen und Außenbereichen. Das will die RKI-Studie anders machen.

Als einer der größten Faktoren des Infektionsrisikos gilt fehlendes Lüften in geschlossenen Räumen: Wie die US-Gesundheitsbehörde „CDC“ mitteilt, werde empfohlen, Essen aus der Gastronomie mitzunehmen - sprich: es zu bestellen und abzuholen. Dabei bestehe das geringste Übertragungsrisiko des Coronavirus, so die Experten. (Tobias Utz)

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