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Forschende fanden heraus, dass das Coronavirus Sars-Cov-2 die männliche Fruchtbarkeit beeinträchtigen kann. Anders ist das nach aktuellem Kenntnisstand bei Corona-Impfungen. (Symbolbild)
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Forschende fanden heraus, dass das Coronavirus Sars-Cov-2 die männliche Fruchtbarkeit beeinträchtigen kann. Anders ist das nach aktuellem Kenntnisstand bei Corona-Impfungen. (Symbolbild)

Wissenschaftliche Studien

Corona-Infektion wirkt sich auf Fruchtbarkeit aus - die Impfung nicht

  • Jennifer Greve
    VonJennifer Greve
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Forscher:innen finden Hinweise, dass sich eine Corona-Infektion auf die männliche Fruchtbarkeit auswirken kann. Bei Impfungen sieht das anders aus.

Frankfurt - Mythen über das Coronavirus Sars-Cov-2, die Erkrankung Covid-19 und Corona-Impfungen hat es seit Beginn der Pandemie etliche gegeben - eine der Aussagen konnte nun widerlegt werden: Forschende fanden heraus, dass Corona-Impfungen sicher sind, wenn es um die Fruchtbarkeit von Männern und Frauen geht.

Allerdings gebe es Hinweise, dass Corona-Infektionen sich negativ auf männliche Fruchtbarkeit auswirken können. Zu dieser Erkenntnis kam unter anderem das Team um Ranjith Ramasamy, einem Urologieprofessor an der Universität Miami.

Corona kann zu Unfruchtbarkeit und sexueller Dysfunktion führen

Ramasamy wies darauf hin, dass zum Thema Fruchtbarkeit, Virus und Impfungen noch nicht viele Studien vorliegen. An der Universität Miami hätte man nun einige Antworten auf offene Fragen gefunden. Dass Virusinfektionen bei Männern zu Unfruchtbarkeit und sexueller Dysfunktion führen können, sei schon länger bekannt. Nun habe man dieses Phänomen auch bei Infektionen mit dem Coronavirus Sars-Cov-2 nachweisen können, erklärte der Urologe.

BezeichnungCorona
VirusSars-Cov-2 (Severe acute respiratory syndrome coronavirus 2)
Varianten/MutantenAlpha, Beta, Delta, Gamma
InfektionskrankheitCovid-19 (Corona virus disease 2019)
Quelle: WHO

Sowohl im Gewebe verstorbener als auch in dem genesener Covid-19-Patienten habe man mithilfe einer Hodenbiopsie das Coronavirus nachweisen können. Einige Patienten hatten nach einer überstandenen Erkrankung eine schwere erektile Dysfunktion entwickelt. Laut den Forschenden könne das an einer verminderten Blutversorgung des primären Geschlechtsorgans liegen, welche durch das Coronavirus ausgelöst worden sein könnte.

Coronavirus, Mumps, Zika - Viren können Fruchtbarkeit beeinträchtigen

Die Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit sei unabhängig vom Schweregrad der Infektion, sagte Ramasamy. Gleichzeitig sei auch das Virus selbst nicht als einziges dafür bekannt, solche Erkrankungen zu fördern. Als Beispiel brachte der Urologe eine Untersuchung aus 2006, bei der es um das Sars-Cov-Virus gegangen war. Auch in diesem Fall konnten Forschende eine weit verbreitete Zellzerstörung nachweisen. Diese hatte zu einer geringeren, teilweise ausbleibenden, Spermienproduktion geführt.

Neben Sars-Cov seien auch Mumps und das Zika-Virus dafür bekannt, in die Hoden zu gelangen und dort Entzündungen und Folgeerkrankungen auszulösen. Laut Ramasamy seien 20 Prozent der ehemaligen Infizierten von einer Beeinträchtigung der Spermienproduktion betroffen.

Corona-Impfstoffe sicher - Fruchtbarkeit wird nicht durch Impfung beeinträchtigt

Darüber hinaus wies der Urologe darauf hin, dass sein Team auch eine Studie zu den Corona-Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna durchgeführt habe. Dabei sei festgestellt worden, dass die Impfung gegen Sars-Cov-2 sicher sei, wenn es um die männliche Fruchtbarkeit gehe. Ramasamy empfiehlt gerade wegen der Gefahr durch eine Corona-Infektion und ihre mögliche Wirkung auf das Fortpflanzungssystem eine Impfung.

Auch Lars Dölken, Professor für Virologie und Immunbiologie an der Universität Würzburg, sprach den Behauptungen zu den mRNA-Impfstoffen eine wissenschaftliche Grundlage ab. Der mRNA-Impfstoff befinde sich nur wenige Wochen im menschlichen Körper und verschwände dann vollständig. Eine Einbindung in die DNA sei nicht möglich.

Theoretisch möglich sei hingegen eine Kreuzreaktion von durch die Impfung angeregten Antikörpern mit einem Spermien-Protein: Das sei aber „sehr unwahrscheinlich“, sagte der Virologe. Selbst wenn eine solche Kreuzreaktion möglich wäre, müsse man sich eher um das Coronavirus Gedanken machen, denn dieses würde erst recht zu Unfruchtbarkeit bei Männern - und Frauen - führen. Eine klare Datenlage diesbezüglich gebe es allerdings noch nicht.

Schwangerschaft und Fruchtbarkeit bei Frauen von Corona-Impfung nicht betroffen

Auch weibliche Fruchtbarkeit sei nach jetzigen Erkenntnissen sicher, wenn es um die Corona-Impfung mit einem mRNA-Impfstoff geht. Dölken erklärte, dass die Impf-Antikörper die Plazenta nach aktueller Datenlage eben sowenig schädigten wie eine Corona-Infektion. Wie die Impfung die Menstruation beeinflusst, sei nicht abschließend geklärt.

Darüber hinaus seien laut Virologe Dölken negative Auswirkungen auf Schwangerschaften nicht belegt: Eine vom Antikörper abhängende Verstärkung (antibody-dependent enhancement - ADE) seien für das Coronavirus Sars-Cov-2 beim Menschen derzeit nicht nachgewiesen. Ebenfalls kritisiert wird oft der Stoff Polyethylenglykol (PEG), dieser sei aber in vielen Medikamenten enthalten. Eine stark schädliche Wirkung sei nicht bekannt, erklärt Dölken. (jey/dpa)

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