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Pandemie

Corona-Mutante aus Indien: Fachleute warnen vor Verbreitung in Deutschland – „Hochansteckend“

  • Delia Friess
    VonDelia Friess
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Die WHO schätzt die indische Corona-Variante B.1617 als besorgniserregend ein, die EU reagiert. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach warnt einmal mehr. 

Update von Samstag, 15.05.2021, 11.30 Uhr: Janosch Dahmen, Gesundheitsexperte der Grünen, warnt vor möglichen Rückschlägen in der Corona-Pandemie. In der Sendung „Frühstart“ auf ntv bezog er sich dabei auf die Corona-Variante, die zuerst in Indien nachgewiesen wurde. Die Variante verbreite sich besonders schnell. In Großbritannien mache der Anteil der Variante aus Indien 11 Prozent der Fälle aus, sagte Janosch Dahmen weiter.

Der Anteil der Mutante in Deutschland sei mit 2 Prozent aktuell noch gering: „Sollte er aber so stark ansteigen, wie das in Großbritannien und anderen Ländern der Fall ist, dann können wir uns bestimmte Öffnungsschritte, die jetzt wahrscheinlich scheinen, unter Umständen nicht leisten“, so Dahmen am Samstagmorgen. Die Datenanalyse über die Variante aus Indien sei jedoch noch nicht absolut und sicher.

Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (SPD) warnt vor der Coronavariante aus Indien. (Archivbild)

Der Gesundheitsexperte sagte, dass die Variante B.1617 wahrscheinlich genauso oder sogar ansteckender als die britische Variante B.1.1.7 sei. „Das könnte durchaus auch bisherige Erfolge in der Pandemie wieder infrage stellen“, so Dahmen. Der Grünen-Politiker forderte auch, Großbritannien neu zu bewerten, ob es als sogar als Virusvariantengebiet eingestuft werden sollte. Bereits am Freitag (14.05.2021) wurde bekannt gegeben, dass Großbritannien ab Sonntag erneut zum Corona-Risikogebiet erklärt wird. Als Begründung wurde das „zumindest eingeschränkte Vorkommen“ der Variante B.1.617 von Sars-CoV-2 genannt.

Indische Variante könnte bis fünfzig Prozent infektiöser sein

+++ 19.00 Uhr: Die indische Variante des Coronavirus B.1.617 könnte nach Ansicht britischer Experten wahrscheinlich bis fünfzig Prozent infektiöser als die bisher vorherrschenden Virus-Varianten, eingeschlossen der sogenannten britischen Variante B.1.1.7, sein. Diese neue Variante könnte eine ernsthafte Störung für unseren Fortschritt darstellen, sagte Premierminister Boris Johnson am Freitag in London. Im schlimmsten Fall stünden dem Land schwere Entscheidungen bevor.

Insgesamt sind die Infektionszahlen in Großbritannien mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von rund 23 niedrig. Regional kam es aber in den vergangenen Wochen wieder zu einem Anstieg, der teilweise auf die indische Variante zurückgeführt wird. Laut Behördendaten habe sich die Zahl der in Großbritannien nachgewiesenen Fälle der Variante B.1.617 innerhalb einer Woche auf gut 1300 Fälle verdoppelt..

Indische Corona-Mutante B.1.617 „hochansteckend“: Lauterbach warnt erneut - „Haben Variante unterschätzt“

Update von Freitag, 14.05.2021, 16.00 Uhr: Neben der WHO und der EU-Kommission zeigt sich auch Gesundheitsexperte Karl Lauterbach in Hinblick auf die Corona-Variante B.1.617, die zuerst in Indien nachgewiesen wurde, beunruhigt. „Sollte sich die indische Variante schneller weit verbreiten, könnten die Fallzahlen in einigen Regionen wieder ansteigen“, sagte er dem Tagesspiegel.

Fachleute warnen vor einer Ausbreitung der indischen Corona-Mutante in Deutschland. (Archivfoto)

Zentrales Problem bei der indischen Corona-Variante sei, dass sie „hochansteckend“ sei. „Wir haben die Variante am Anfang unterschätzt, weil davon auszugehen war, dass sie es nur aufgrund der Gegebenheiten in Indien so leicht hat und sich so massiv ausbreitet“, sagte Lauterbach. In Großbritannien hänge es davon ab, wie schnell die Impfquote über 60 Prozent steige.

„In Deutschland werden wir wahrscheinlich Glück haben und über die Runden kommen. Wir werden wahrscheinlich von einer weiten Verbreitung verschont bleiben, weil wir nicht so viele Einreisende aus Indien haben wie Großbritannien“, sagte Lauterbach. Trotzdem stünden Lockerungen der Maßnahmen in der kommenden Woche nichts im Wege, alles andere sei „unverhältnismäßig“.

Erstmeldung von Donnerstag, 13.05.2021, 16.30 Uhr: Brüssel - Die Variante B.1.617 des Coronavirus ist offenbar gefährlicher als bisher angenommen. Die EU-Kommission hat als Konsequenz nun zu einer gemeinsamen Einreisesperre aufgerufen. „Es kommt darauf an, die Kategorien von Reisenden, die aus unbedingt notwendigen Gründen aus Indien einreisen dürfen, auf das äußerste Minimum zu reduzieren“, teilte die EU-Kommission am Mittwoch (12.05.2021) mit. Die wenigen Einreisenden aus Indien, seien zudem an strenge Regeln, wie Testpflicht und Quarantäne gebunden. Dies berichtet unter anderem die FAZ.

Zuvor hatten sich Gesundheitsbehörden alarmiert gezeigt: Die WHO stufte die Mutante, die zuerst in Indien nachgewiesen wurde, am Montag (10.05.2021) als „weltweit besorgniserregende Variante“ (variant of global concern) ein. Zuvor hatte die Gesundheitsbehörde in Großbritannien die Mutante als „besorgniserregend“ hochgestuft. Die Mutation könnte ein Faktor für das Ansteigen der Corona-Infektionszahlen in Indien sein und soll sich auch in England trotz Fortschreiten der Impfungen gegen das Coronavirus verstärkt ausbreiten. Zudem könnte das menschliche Immunsystem weniger stark auf die Mutante B.1.617 reagieren, hieß es weiter.

Corona-News:

Alle Informationen zu sars-CoV-2 finden Sie in den Corona-News.

Diese Variante zeichnet sich laut RKI unter anderem durch zwei Aminosäureaustausche im viralen Spike-Protein aus, die mit einer reduzierten Immunantwort in Verbindung gebracht werden. Zudem gebe es Hinweise, dass diese Mutationen die Übertragbarkeit der Variante erhöhen. 

Corona: SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach warnt erneut vor Corona-Mutante aus Indien

Wie die WHO gegenüber der Deutschen Presse Agentur erklärte, wiesen Informationen „auf eine erhöhte Übertragbarkeit“ der Variante aus Indien hin.
Zuvor wurden bereits Mutationen des Coronavirus, die zuerst in Südafrika (B.1.351), in Brasilien (P.1) und Großbritannien (Variante B.1.1.7) auftauchten, von der WHO als besorgniserregend eingestuft.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach warnte erneut vor der Mutante, die in Indien grassiert. „Mittlerweile wissen wir, dass sich die Variante der Immunantwort bei Genesenen und Geimpften entziehen kann. B.1.6.17 ist somit eine problematische Variante“, sagte Lauterbach dem Tagesspiegel. Das Hauptproblem sei, dass die indische Variante hochansteckend sei. Das würden wir daran sehen, dass sie sich in der Community ausbreitet und nicht nur einzeln aus Indien eingeschleppt wird, sagte Lauterbach.

Corona in Indien: Lauterbach warnt vor neuer Mutante B.1.617

„Wir müssen unbedingt vermeiden, dass sie sich mit der südafrikanischen Variante B.1.351 kombiniert, die sich noch stärker der Immunantwort der Impfstoffe entziehen kann. In Indien ist die Fallzahl so hoch, dass solche Mutationen entstehen könnten“, betonte der SPD-Politiker. Verschiedene Virologen, darunter auch Christian Drosten, hatten zuvor Zweifel geäußert, ob die Variante aus Indien alleine für die hohen Infektionszahlen verantwortlich sei.

Fachleute führen auch die hohe Bevölkerungsdichte und eine allgemein schlechtere Gesundheitsversorgung als Faktoren an. Zudem wird massive Kritik an der indischen Regierung im Umgang mit der Pandemie geübt.

Das Coronavirus trifft Indien besonders hart: Das Land verzeichnete teilweise bis zu 400.000 Neuinfektionen am Tag.

Verschiedene Studien, darunter eine Pre-Print-Studie von der Universität Göttingen, sollen nun weitere Erkenntnisse über die Mutation B.1617 bringen. Bisher deutet auch diese Pre-Print-Studie auf eine erhöhte Gefahr der Variante aus Indien hin, wie auch die Pharmazeutische Zeitung berichtet. In Indien infizierten sich bisher über 23,7 Millionen Menschen mit dem Coronavirus. Zuletzt lagen die Corona-Infektionszahlen bei rund 400.000 innerhalb von 24 Stunden. 258.000 Menschen starben an einer Sars-CoV-2-Infektion. (df, dpa) Neuer Höchststand an Corona-Neuinfektionen in Indien: Impfdosen gehen aus – reicht Deutschlands Hilfe?

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld / dpa

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