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Corona

Corona-Impfungen für Kinder unter 12 Jahren - Hersteller erhöhen das Tempo

  • Stefan Krieger
    VonStefan Krieger
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Impfungen für Kinder sind in Deutschland an der Tagesordnung. Wann ein Impfangebot gegen das Coronavirus für Kinder unter 12 Jahren kommt, ist umstritten.

Frankfurt am Main - Am gestrigen Dienstag (30.08.2021) haben in Hessen rund 57.300 Mädchen und Jungen ihren ersten Schultag gefeiert. Dabei gelten auch für die jüngsten Kinder an den Grundschulen die Corona-Regeln mit Tests und Maskenpflicht. Kultusminister Alexander Lorz (CDU) betonte zu diesem Anlass, dass bereits vor den Ferien die Schulen über ein aktualisiertes Corona-Hygienekonzept sowie erweiterte Test- und Schutzmaßnahmen in den ersten Wochen nach Schuljahresbeginn informiert worden seien.

Zudem sei die Impfung der Lehrkräfte beinahe flächendeckend abgeschlossen und die der Kinder und Jugendlichen gewinne an Fahrt. Er begrüße die Empfehlung der Ständigen Impfkommission zum Impfen von Kindern und Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren sehr. Jede zusätzliche Impfung in dieser Altersgruppe helfe den Schulen.

Corona-Impfung für Kinder unter 12: Zeitplan steht noch nicht fest

Noch gibt es allerdings keinen genauen Zeitplan, wann Corona-Impfstoffe für Kinder unter 12 Jahren auf den Markt kommen. Klar ist nur eins: Die Entscheidung, die Kinder impfen zu lassen oder nicht, wird für die meisten Eltern keine leichte sein. Selbst wenn die Zahl der Corona-Infektionen bei Kindern aktuell stark steigt. Der Inzidenz-Wert nur für die Fünf- bis 14-Jährigen liegt zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen derzeit bei über 300. Nach nicht einmal zwei Wochen Unterricht sitzen außerdem 30.000 Schulkinder im bevölkerungsreichsten Bundesland in Quarantäne.

Impfungen gegen das Coronavirus gibt es bislang nur für Kinder und Jugendliche ab dem 12. Lebensjahr.

Wann aber ist überhaupt mit einem Impfstoff für Kinder unter 12 Jahren zu rechnen? Bereits seit Monaten führen die Impfstoff-Firmen Biontech und Moderna Studien mit mehreren Tausend Kindern zwischen sechs Monaten und elf Jahren durch. Fest steht schon jetzt: Einen eigenen Impfstoff für Kinder wird es nicht geben. Sowohl Biontech als auch Moderna arbeiten in ihren Studien mit den Impfstoffen, die auch Erwachsene bekommen. Die Dosierung des Impfstoffes wird dabei allerdings an die geringere Körpergröße und das leistungsfähigere Immunsystem jüngerer Kinder angepasst – verschiedene Altersgruppen bekommen unterschiedliche Mengen des Wirkstoffs.

Corona-Impfung für Kinder: Erste Studienergebnisse noch in diesen Monat

Laut dem Immunologen Carsten Watzl vom Leibniz-Institut für Arbeitsforschung der Technischen Universität Dortmund will zumindest Biontech erste Ergebnisse der Studien bereits im September dieses Jahres veröffentlichen, wie der WDR berichtet. Bereits im Oktober könnte ein Antrag auf Zulassung bei der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) eingehen. Die Zulassung könnte dann möglicherweise schon nach wenigen Wochen folgen.

Allerdings ist nach wie vor hochumstritten, ob Kinder dieser Altersgruppe überhaupt eine Impfung gegen das Coronavirus benötigen. Schwere Verläufe, die im Krankenhaus behandelt werden müssen, kommen laut einer Erhebung des Robert Koch Instituts (RKI) bei Kindern und Jugendlichen bis 17 Jahren nur in etwa einem Prozent, bei Säuglingen unter einem Jahr in etwa zwei Prozent der Fälle vor. Tödlich endet eine Infektion so gut wie nie. Bei den wenigen bekannten Todesfällen von Kindern und Jugendlichen im Zusammenhang mit Covid-19 gab es stets schwere Vorerkrankungen.

Corona-Impfung für Kinder: Ist ein Impfschutz überhaupt nötig?

Noch ist überdies nicht geklärt, wie oft und wie schwer Kinder nach einer Erkrankung von Langzeitfolgen wie chronischer Erschöpfung betroffen sind. Neueste Studien zum Thema deuten darauf hin, dass Kinder viel seltener unter Spätfolgen leiden als Erwachsene. Allerdings ist dieses Gebiet noch weitgehend unerforscht – und vorhandene Studienergebnisse sind teilweise widersprüchlich.

Nach einem Bericht des Internetportals Huffpost sehen Experten eine schnelle Zulassung für Impfstoffe für Kinder zwischen dem fünften und 12. Lebensjahr eher skeptisch.  So sagte zum Beispiel Francis Collins, Direktor des National Institutes of Health der USA, das eine Freigabe noch in diesem Kalenderjahr höchst unwahrscheinlich sei. „Ich muss ehrlich sein, ich sehe die Zulassung für Kinder zwischen fünf und elf nicht viel vor Ende 2021“, sagte Collins.

Corona-Impfung für Kleinkinder: Studiendaten kommen später

All diese Studien haben sich bislang auch nur mit der Altersgruppe von fünf bis elf Jahren beschäftigt. Jüngere Kinder kommen vor 2022 wahrscheinlich nicht für eine Impfung infrage. Der Pharmakonzern Pfizer hat beispielsweise bekannt gegeben, dass Studiendaten für die jüngste Altersgruppe frühestens im November 2021 zur Verfügung stehen.

Im Moment heißt es also, bei Kindern die bewährte Präventionsmaßnahmen, die auch bei der Delta-Variante funktionieren, weiter einzuhalten: Maske tragen, Händewaschen und Abstand halten - soweit das bei Kindern eben möglich ist. (Stefan Krieger)

Rubriklistenbild: © Swen Pförtner/dpa

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