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Vakzin von Biontech/Pfizer

Corona-Impfungen: Virologe Streeck will zweite Corona-Impfung verschieben – EMA ist gegen den Vorschlag

  • Tanja Banner
    vonTanja Banner
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Um die geringen Impfkapazitäten zu verdoppeln, könnte man die zweite Impfung verschieben, schlagen Experten vor. Das widerspricht den Bestimmungen der EMA.

  • Das Coronavirus Sars-CoV-2 grassiert seit rund einem Jahr, doch mittlerweile haben die Impfungen begonnen.
  • Weil Impfstoff noch knapp ist, denken Experten darüber nach, die Auffrischungsimpfungen zu verschieben, um die Impfkapazitäten zu verdoppeln.
  • Die europäische Zulassungsbehörde EMA hält davon nicht viel.

Die Impfungen gegen das Coronavirus haben in Deutschland begonnen, doch der Impfstart ist holperig, außerdem fehlt Corona-Impfstoff. Um möglichst schnell möglichst viele Menschen gegen das seit etwa einem Jahr grassierende Coronavirus Sars-CoV-2 zu impfen, schlagen nun mehrere Experten vor, die zweite Impfung, die der Auffrischung dient, nach hinten zu verschieben.

Man könnte die zweite Impfung gegen Corona verschieben, um kurzfristig die Impfkapazitäten zu erhöhen, schlagen Experten vor. Doch die Zulassungsbehörde EMA ist nicht begeistert.

„Da der Abstand zwischen beiden Impfungen mit großer Wahrscheinlichkeit in weiten Grenzen variabel sein kann und der Schutz auch nach einer Impfung schon sehr gut ist, ist es durchaus überlegenswert, bei Impfstoffmangel zunächst bevorzugt die erste Impfung zu verabreichen“, sagte der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens gegenüber dem ScienceMediaCenter.

Zweite Corona-Impfung verschieben, um Kapazitäten zu verdoppeln?

Auch der Virologe Hendrik Streeck äußerte sich gegenüber RTL ähnlich. Die Daten hätten gezeigt, dass bereits nach der ersten Impfung mehr als die Hälfte der Geimpften vor der schweren Erkrankung geschützt sei. Wenn man die zweite Impfung später gebe, könne man durch die ersten Chargen der Impfdosen eigentlich die Impfkapazitäten verdoppeln. Darüber müsse es aber erstmal eine Diskussion geben. „Einfach ist die Entscheidung nicht, aber es wäre eine Möglichkeit, schnell mehr Menschen zu impfen.“

Auch Hendrik Streeck bringt die Impf-Alternative ins Gespräch.

Während in Großbritannien der für die Impfungen zuständige Ausschuss empfiehlt, möglichst vielen Menschen erst einmal nur die erste Impfdosis der Corona-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und AstraZeneca zu verabreichen, meldet sich nun die europäische Zulassungsbehörde EMA zu Wort, die am 21. Dezember die Zulassung des Corona-Impfstoffs von Biontech/Pfizer in der EU empfohlen hatte. Zwar sei eine Obergrenze für den zeitlichen Abstand zwischen den Dosen nicht explizit definiert, der Nachweis der Wirksamkeit basiere aber auf einer Studie, bei der die Verabreichung der Dosen im Abstand von 19 bis 42 Tagen erfolgte, erklärte die EMA gegenüber der Nachrichtenagentur dpa.

Corona-Pandemie: Verschiebung der zweiten Impfung wäre „Off-Label-Anwendung“ warnt EMA

Werde die Auffrischungsimpfung erst nach sechs Monaten verabreicht, stehe das nicht im Einklang mit den Bestimmungen und wäre eine so genannte „Off-Label-Anwendung“, so die EMA weiter. Eine solche Änderung erfordere eine Änderung der Zulassung und mehr klinische Daten, „da es zurzeit keine Daten gibt, die einen Schutz nach der ersten Dosis über zwei bis drei Wochen hinaus zeigen“.

In Großbritannien begrüßen viele Experten die Entscheidung, die zweite Impfdosis innerhalb von zwölf statt der eigentlich vorgesehenen zwei bis vier Wochen zu verabreichen, als vernünftigen Ansatz, um der Impfstoffknappheit zu begegnen. Allerdings sei die Wirksamkeit nach der ersten Dosis geringer und es müsse beobachtet werden, ob sich die Strategie wirklich bewähre. Klaus Cichutek, Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI), sagt dagegen, die bisherige Vorgehensweise in Deutschland sei sehr vernünftig und richtig. Denn dazu lägen die entsprechenden Wirksamkeits- und Sicherheitsdaten vor.

Impfstoff gegen Corona: Biontech-Chef verspricht mehr Planungssicherheit

Was die Impfstoffknappheit angeht, hat sich der Biontech-Chef Ugur Sahin gegenüber dem „Spiegel“ geäußert und die EU kritisiert: „Es gab die Annahme, dass noch viele andere Firmen mit Impfstoffen kommen. Offenbar herrschte der Eindruck: Wir kriegen genug, es wird alles nicht so schlimm, und wir haben das unter Kontrolle. Mich hat das gewundert“, so Sahin. Bis Ende Januar erwartet Biontech Klarheit, „ob und wie viel wir mehr produzieren können“, erklärt Biontech-Chef Ugur Sahin und betont: „Deutschland wird genug Impfstoff bekommen.“ (tab mit Material von dpa)

Rubriklistenbild: © Sven Hoppe/dpa

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