- 6 Kommentare
- Weitere
Corona-Impfung
Corona-Impfung mit Johnson & Johnson und Astrazeneca: EMA mit neuen Details zu Nebenwirkungen
VonSophia Lotherschließen
Die EMA veröffentlicht neue Informationen zu Impf-Nebenwirkungen bei Astrazeneca und J&J – und warnt vor ernsten Symptomen.
Amsterdam – Abgeschlagenheit, grippale Symptome und Schmerzen an der Einstichstelle: Insbesondere zu Beginn der Impfkampagne waren die Nebenwirkungen einer Corona-Impfung besonders für Laien nur schwer abschätzbar. Doch die Forschung kann die Folgen mittlerweile genauer eingrenzen.
Denn: Die Nebenwirkungen einer Corona-Impfung werden seit Beginn der Impfkampagne auch in Europa engmaschig dokumentiert und untersucht. Nun hat die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) neue Details zu Nebenwirkungen nach einer Verabreichung der Corona-Impfstoffe Astrazeneca und Johnson & Johnson veröffentlicht.
Corona-Impfung: EMA aktualisiert Nebenwirkungen von Astrazeneca und Johnson & Johnson
Der Corona-Impfstoff Astrazeneca geriet im Jahr 2021 verstärkt in die Kritik. Dabei handelt es sich um einen sogenannten Vektor-Impfstoff. Hierbei wird ein Abschnitt des Virus-Genoms in ein für den Menschen harmloses Erkältungsvirus eingebaut. Eine Art „Bauplan“ für die Antigene des Coronavirus befindet sich in dem eingebauten Genom. Die Immunantwort der geimpften Person übernimmt dann den Rest. Die bereits bekannten, häufigeren Nebenwirkungen des Impfstoffs Vaxzevria von Astrazeneca sind laut Angaben der EMA:
- Mehr als 1 von 10 Personen: Empfindlichkeit, Schmerzen und Blutergüsse an der Einstichstelle, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Unwohlsein, Schüttelfrost, Fieber, Gelenkschmerzen und Übelkeit.
- Bis zu 1 von 10 Personen: Niedrige Blutplättchen-Anzahl (Thrombozytopenie), Erbrechen, Durchfall, Schmerzen in Armen und Beinen, Schwellungen und Rötungen an der Injektionsstelle, grippeähnliche Symptome und Schwäche.
- Bis zu 1 von 100 Personen: Vergrößerte Lymphknoten (Lymphadenopathie), verminderter Appetit, Schwindel, Müdigkeit, Lethargie, starkes Schwitzen, Bauchschmerzen, Muskelzuckungen, Juckreiz, teilweise juckender Ausschlag.
Seltener tritt ein Blutgerinnsel nach der Verbreichung des Corona-Impfstoffs Astrazeneca auf. Die EMA nennt hier eine Häufigkeit von 1 von 10.000 Personen. Die Thrombosen traten in Kombination mit einem Thrombozytopenie-Syndrom auf. Diese Art von Blutgerinnseln kommt nach neuen Erkenntnissen häufiger nach der ersten als nach der zweiten Impfung vor. Weltweit wurden 1643 Fälle nach der Erstimpfung und 166 nach der zweiten gemeldet. Außerdem weisen die Fachleute der EMA auf eine weitere gefährliche Nebenwirkung hin, die sowohl bei einer Impfung mit Astrazeneca, als auch bei einer Verabreichung von Johnson & Johnson auftreten kann.
Corona-Impfung mit Astrazeneca und J&J: EMA-Warnung vor Symptomen dieser Nebenwirkung
Die Behörde warnt in ihrem Update vor ernsten Impfnebenwirkungen nach einer Verabreichung der Impfstoffe von Astrazeneca und Johnson & Johnson. Dabei handelt es sich um die selten vorkommende Nebenwirkung Transverse Myelitis. Sie ist eine schwerwiegende entzündliche Erkrankung des Rückenmarks. Die EMA nennt folgende Symptome:
- Schwäche in Armen und Beinen
- Kribbeln, Taubheitsgefühl, Schmerzen oder Verlust des Schmerzempfindens
- Probleme bei der Blasen und Darmfunktion
Nach einer Untersuchung bereits bekannter Fälle weltweit kommt ein Ausschuss der EMA zu dem Schluss: „Der kausale Zusammenhang zwischen den beiden Corona-Impfstoffen und einer Transversen Myelitis ist zumindest eine begründete Möglichkeit“. Personen, die nach der Impfung mit Astrazeneca oder Johnson und Johnson derartige Symptome entwickeln, sollen „sofort medizinische Hilfe aufsuchen“.
In der Vergangenheit musste eine Studie zur Entwicklung des Corona-Impfstoffes von Astrazeneca gestoppt werden. Der Verdacht einer Transversen Myelitis bestand bei einem Studienteilnehmer.
Nebenwirkung nach Corona-Impfung: Astrazeneca und J&J sollen Produktinformationen anpassen
Doch ändert sich nun auch etwas an der Impfempfehlung der EMA bezüglich der Corona-Impfstoffe von Astrazeneca und Johnson und Johnson?
Nein, denn die Behörde betont, dass sich an der Nutzen-Risiko-Abschätzung der beiden Vakzine auch angesichts dieser äußert seltenen Nebenwirkung nichts ändert. Doch die Fachleute geben eine deutliche Empfehlung heraus.
Demnach solle die Nebenwirkung Transverse Myelitis in den Produktinformationen (beispielsweise dem Beipackzettel) der Corona-Impfstoffe enthalten sein. Dadurch können medizinische Fachkräfte und Geimpfte besser informiert werden und bei Symptomen schneller reagieren. Die Fachleute der EMA werden diese Nebenwirkung weiter im Auge behalten und gegebenenfalls neue Informationen veröffentlichen, heißt es weiter. (Sophia Lother)
