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Nebenwirkungen nach Corona-Impfung: Erhöhtes Risiko für Gürtelrose

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Von: Nadja Austel

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Gürtelrose kann nach einer Erstinfektion mit dem Virus immer wieder auftreten. Eine Meta-Studie zeigt: Nach einer Corona-Impfung ist das Risiko einer Erkrankung erhöht.

Frankfurt – Die Gürtelrose ist ein unangenehmer, oft schmerzender, Hautausschlag. Die Ursache für die Krankheit, die in der Medizin als „Herpes zoster“ bezeichnet wird, ist eine Infektion mit dem Varicella-Zoster-Virus. Dieses Virus kann zwei verschiedene Krankheitsbilder auslösen.

Zunächst können die früher als Kinderkrankheit bekannten „Windpocken“ (Varizellen) entstehen. Dabei weist die Haut rote Flecken und juckende Bläschen auf. Wenn der Windpocken-Ausschlag abgeklungen ist, verbleibt der Herpes Zoster allerdings, wie auch andere Herpes-Viren, lebenslang im menschlichen Körper. Er nistet sich in den Hirnnerven und in den Nervenwurzeln des Rückenmarks ein.

Herpes zoster: Die typischen Symptome der Gürtelrose

Bei einer Gürtelrose-Erkrankung sind drei Hauptsymptome zu beobachten:

Infektion mit Varizella zoster Viren: Der Unterschied von „Windpocken“ und „Gürtelrose“

Umstände, die für das Virus förderlich sind, können dazu führen, dass sich die Varicella-Zoster-Viren erneut vermehren. Sie wandern dann entlang von Nervenbahnen wieder nach außen an die Haut. Im Versorgungsgebiet der Nerven, in die sich die Viren zuvor zurückgezogen hatten, entwickelt sich dann eine Gürtelrose, die sich ebenfalls als juckende rote Flecken und Bläschen zeigt.

Grundsätzlich kann die Gürtelrose alle Körperregionen befallen. Typischerweise betroffen und für die Erkrankung namensgebend sind jedoch die Hautareale rund um den Rumpf, wo sie sich wie ein Gürtel aus flächigen Rötungen und Bläschen um den Körper ausbreiten kann. Der Grund dafür ist, dass das Virus vor allem die Nerven der Brust- und Lendenwirbelsäule, teilweise aber auch die Nerven des Gesichtes befällt.

ErkrankungSymptomeImpfung
Windpocken (Varizellen)Juckende rote Flecken und Bläschen an unterschiedlichen Stellenauf der HautEmpfohlen ab Kindesalter
Gürtelrose (Herpes zoster)Juckende rote Flecken und Bläschen auf der Haut in zusammenhängenden Flächen, meist am RumpfEmpfohlen für Risikopatienten

Quelle: Informationsblatt der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft Arzneiverordnung in der Praxis (AVP).

Bläschen Gürtelrose Nervenschmerzen Impfung
Hautbläschen und Juckreiz sind typische Symptome der Gürtelrose. Die Erkrankung kann aber auch chronische Nervenschmerzen verursachen. (Symbolbild) © Friso Gentsch/dpa/dpa-tmn

Risikofaktoren für Herpes zoster: Wer ist gefährdet, an Gürtelrose zu erkranken?

Bei einer vorübergehenden oder krankheitsbedingten Abwehrschwäche sowie bei höherem Lebensalter – das ebenfalls mit einer natürlichen Schwächung des Immunsystems einhergeht – kann das Virus reaktiviert werden, so Dr. Axel Schnuch im Informationsblatt der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft Arzneiverordnung in der Praxis (AVP). Auch Vorerkrankungen wie Arthritis oder Diabetes können demnach das Auftreten einer Gürtelrose begünstigen. 

Im Laufe der Corona-Pandemie und der eingeführten Impfungen gegen dieses neue Virus untersuchten laut Schnuch unterschiedliche Forschende, ob eine Covid-Infektion oder eine Impfung gegen Corona das Risiko, an einer Gürtelrose zu erkranken, beeinflussen. 

Hinweise auf Covid-Erkrankung und Corona-Impfung als Ursache für Gürtelrose

In mehreren Studien fanden sich demnach tatsächlich Hinweise darauf, dass beide das Risiko für einen Ausbruch des Herpes Zoster erhöhten. In einer der von Schnuch analysierten Studien auf Grundlage von Patientendaten aus den USA zeigte sich für die Infektion mit einer Gürtelrose demnach ein um 15 Prozent erhöhtes Risiko nach einer Covid-Erkrankung.

Studien aus Israel und Hongkong, die potenzielle Nebenwirkungen eines Corona-Impfstoffes untersuchten, hätten ebenfalls eine signifikante Risikoerhöhung für eine Herpes-Zoster-Erkrankung nach Verabreichung des Impfstoffes ergeben.

Gürtelrose durch Corona und Covid? Paul-Ehrlich-Institut sieht in Deutschland keine Zunahme der Fälle

Die Schlussfolgerung der Studien lautete, dass sich zwar ein erhöhtes, aber insgesamt sehr geringes Risiko für eine Erkrankung an der Gürtelrose zeige. Der Nutzen der Corona-Impfung überwiege daher im Vergleich zu den Nebenwirkungen deutlich. Schnuch weist zudem darauf hin, dass der kausale Zusammenhang zwischen Impfung und einer auftretenden Herpes-Zoster-Infektion noch nicht geklärt ist.

Auswertungen des Paul-Ehrlich-Institutes ergaben indes kein Signal, dass ein Herpes zoster nach einer Corona-Impfung vermehrt auftritt. Schnuch sieht einen möglichen Grund dafür darin, dass in Deutschland für Gürtelrose-Risikopatienten ohnehin eine vorsorgliche Impfung empfohlen wird.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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