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Gesundheit

Corona-Impfung: Was passiert im Körper nach der Spritze?

  • Marcel Richters
    vonMarcel Richters
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In Deutschland haben die Impfungen gegen Corona begonnen. Aber was passiert im Körper, nachdem die Corona-Impfung injiziert wurde?

  • Im Körper spielen sich nach einer Corona-Impfung komplexe Vorgänge ab.
  • Nicht alle Menschen können allerdings gegen das Coronavirus geimpft werden.
  • Auch kann eine Corona-Impfung einige Nebenwirkungen mit sich bringen.

Frankfurt – Die Impfungen gegen das Coronavirus haben begonnen. Menschen ab 80 Jahren, Pflegekräfte und medizinisches Personal sowie Bewohner:innen von Alten- und Pflegeheimen erhalten die Dosis als erste. Der erste Mensch, der die Corona-Impfung in Deutschland erhielt, war Edith Kwoizalla. Der 101-Jährigen wurde ein Impfstoff der Unternehmen Pfizer und Biontech injiziert, der auf mRNA basiert. Aber was genau ist der Stoff, den bald möglichst viele Menschen in Deutschland verabreicht bekommen sollen?

Wie wird der Corona-Impfstoff verabreicht?

Grundsätzlich handelt es sich bei dieser Corona-Impfung mit dem komplizierten Namen „BNT162b2“ um einen genetischen Impfstoff. Der Stoff soll der aktiven Immunisierung gegen das Coronavirus dienen und kann Menschen ab 16 Jahren verabreicht werden. Vor der Injektion wird der Impfstoff mit Natriumchloridlösung verdünnt. Die Injektion erfolgt direkt in den Muskel. Es werden 0,3 Milliliter des Impfstoffs im Abstand von 21 Tagen verabreicht. Sieben Tage nach der zweiten Injektion soll der Impfschutz wirksam werden. Derzeit gibt es unter Experten eine Diskussion, ob man die zweite Impfung verschieben kann, um so mehr Impfkapazitäten zu bekommen.

Was passiert im Körper nach der Corona-Impfung?

Der Corona-Impfstoff von Pfizer und Biontech (wie auch der von Moderna) ist ein mRNA-Impfstoff. Das bedeutet, er enthält genetische Informationen in Form von Messenger-Ribonukleinsäure, welche den Körper zu einer Immunreaktion anregen soll. Teil der Informationen, die dem Körper verabreicht werden, ist der „Bauplan“ eines Teils des Coronavirus, des sogenannten Antigens. Indem dem Körper die Informationen über das Antigen zur Verfügung gestellt werden, kann er das Antigen selbst herstellen. Dadurch „kennt“ der geimpfte Körper Antigene, über welche das Coronavirus verfügt und bildet „Antikörper“. Diese Antikörper sind das Gegenstück in unserem Immunsystem zu den von außen kommenden Antigenen.

In einfacheren Worten ausgedrückt bedeutet das, dass der Körper durch die Corona-Impfung in die Lage versetzt wird, Teile des Coronavirus selbst herzustellen, damit er weiß, worauf er reagieren muss, wenn es zu einer „echten“ Infektion kommt. Die Information zur Herstellung der Teile des Virus, auf die der Körper reagieren muss, liefert die mRNA. Darum ist es bei der Erforschung des Coronavirus von besonderer Bedeutung gewesen, den Bauplan des Virus zu entziffern. Nur so können dem Immunsystem die richtigen Informationen zur Verfügung gestellt werden.

NameBNT162b2
HerstellerPfizer/Biontech
WirkmechanismusmRNA
Anzahl Dosen2
Impfschema0, 21 Tage

Welche Nebenwirkungen bringt der Corona-Impfstoff mit sich?

Da der menschliche Organismus nach der Corona-Impfung vermeintlich „feindliche“ Antigene in sich trägt, auf die er reagieren muss, kann es infolge der Impfung zu verschiedenen Krankheitssymptomen kommen. Darunter neben Schmerzen durch den Einstich Müdigkeit, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Schüttelfrost, Gelenkschmerzen und Fieber. Diese Reaktionen sind allerdings vollkommen normal.

Können sich Schwangere gegen das Coronavirus impfen lassen?

Hierzu gibt es noch keine ausreichenden Daten. Zwar wurden bereits Studien an Tieren zur Wirkung des Corona-Impfstoffs von Pfizer und Biontech in der Schwangerschaft durchgeführt, aber noch nicht abgeschlossen. Laut der „Gelben Liste“, einem Arzneimittelverzeichnis der Medizinische Medien Informations GmbH, ist von einer Corona-Impfung in der Schwangerschaft abzuraten. Auch sollte eine Schwangerschaft vor der Impfung ausgeschlossen und eine solche erst zwei Monate nach der Impfung gegen das Coronavirus angestrebt werden.

Darf während der Stillzeit gegen das Coronavirus geimpft werden?

Auch zu einer Corona-Impfung in der Schwangerschaft gibt es noch keine ausreichenden Informationen. Ein Risiko für Säuglinge kann nicht ausgeschlossen werden. Daher wird von der Anwendung des Impfstoffs während der Stillzeit abgeraten.

Können Kinder gegen das Coronavirus geimpft werden?

Weder die Sicherheit, noch die Wirksamkeit der Corona-Impfung von Pfizer und Biontech wurde bei Kindern unter 16 Jahren nachgewiesen. Daher sollten sie nicht mit dem Mittel geimpft werden.

Wann sind die Corona-Impfungen abgeschlossen?

Bis die Corona-Impfungen in Deutschland abgeschlossen sind, kann es einige Monate dauern. Aktuell gehen Experten vom Erreichen einer „Herdenimmunität“ Ende 2021 bis Mitte 2022 aus. Möglich ist aber, dass dieser Zeitraum durch größere Produktionskapazitäten verkürzt wird. (Marcel Richters)

Rubriklistenbild: © Marijan Murat/dpa

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