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Liegt das RKI mit seinen Impfzahlen daneben? Eine Studie schürt die Zweifel.
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Liegt das RKI mit seinen Impfzahlen daneben? Eine Studie schürt die Zweifel.

Corona-Pandemie

Chaos um Corona-Impfzahlen des RKI: Neue Studie deckt gravierende Abweichungen auf

  • Nico Scheck
    VonNico Scheck
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  • Ute Fiedler
    Ute Fiedler
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Das RKI berichtet in seinem jüngsten Report von einer „gewissen Unsicherheit“ bei der Quote der Corona-Erstimpfungen. Eine Studie erhärtet den Verdacht.

Update vom Samstag, 14.08.2021, 16:20 Uhr: Wie viele Menschen in Deutschland sind nun gegen das Coronavirus geimpft? Zuletzt hatte das Robert Koch-Institut (RKI) mitgeteilt, dass mehr Menschen als bisher offiziell gemeldet gegen Corona geimpft sein könnten. Man habe eine Diskrepanz zwischen dem Digitalen Impfquotenmonitoring (DIM) und dem sogenannten Covimo (Impfquoten werden mittels Befragungen hochgerechnet) entdeckt, hieß es dienstags (10.08.2021).

Jetzt werden diese Zweifel an den Corona-Impfungen in Deutschland weiter geschürt. Wie Spiegel berichtet, liegt der Wert der Erstimpfung laut einer repräsentativen Befragung bis zum 13. Juli von Infratest dimap gemeinsam mit dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) bei 75 Prozent bei den 18- bis 59-Jährigen. Das sind 16 Prozentpunkte mehr als in der offiziellen RKI-Statistik. Problematisch daran: Anhand der RKI-Daten werden seit Beginn der Pandemie richtungsweisende politische Entscheidungen getroffen.

Corona-Chaos um Impfzahlen: Liegt das RKI daneben?

Das RKI scheint die tatsächliche Impfrate demnach in der Tat massiv unterschätzt zu haben. Schließlich lagen die vom RKI mittels DIM (59 Prozent) und Covimo (79 Prozent) ermittelten Impfquoten mit 20 Prozentpunkten ebenfalls gravierend weit auseinander. Die Umfragen des RKI und von Infratest dimap ergeben also ähnliche Zahlen.

„Dies weist darauf hin, dass die tatsächliche Impfquote deutlich höher liegt, als die Statistik ausweist“, betonte DIW-Forscher Mathias Huebener gegenüber Spiegel. Er selbst gehe bei den 18- bis 59-Jährigen bis zum 13. Juli von einer Erstimpfungsrate von mindestens 70 Prozent aus. Heißt: Knapp fünf Millionen Menschen mehr haben die erste Spritze erhalten, als es die RKI-Daten zeigen. Die Daten von Infratest dimap wurden mittels einer Befragung von 1.820 über 18-jährigen Wahlberechtigten in Deutschland ermittelt.

Corona: „Unsicherheit“ bei Impfquote – Verwirrung um RKI-Zahlen 

Erstmeldung vom Mittwoch, 11.08.2021, 11.02 Uhr: Berlin – Laut Angaben des Robert Koch-Instituts könnten mittlerweile mehr Menschen eine Erstimpfung gegen das Corona erhalten haben als bislang offiziell gemeldet. Das teilte das Institut in seinem RKI-Report am Dienstag (10.08.2021) mit. Es gebe eine „gewisse Unsicherheit“, heißt es darin. Mehrere Überlegungen legten nahe, dass die Meldungen im sogenannten Digitalen Impfquotenmonitoring (DIM) die Impfquoten vor allem bei jungen Erwachsenen und Erwachsenen im mittleren Alter vermutlich unterschätzten.

Im Digitalen Impfmonitoring fließen die Meldungen von Impfzentren, Krankenhäusern, mobilen Impfteams, Betriebsmedizinern und von niedergelassenen Ärzten sowie Privatärzten ein. Die Daten bilden die Grundlage für das sogenannte Impfdashboard. Darüber hinaus gibt es eine weitere Erhebung des RKI, „Covimo“. Für diese werden die Impfquoten mittels von Befragungen hochgerechnet.

RKI: Verschiedene Werte für Corona-Impfquote

Bislang lagen, so das RKI, die Impfquoten von DIM und Covimo auf einem vergleichbaren Niveau. Doch bei der jüngsten Covimo-Erhebung von Ende Juni bis Mitte Juli unter rund 1000 Erwachsenen, habe es deutliche Abweichungen gegeben. „Der Unterschied war besonders auffällig in der Altersgruppe der 18- bis 59-Jährigen“, schreibt das Institut. Im DIM habe die Quote bei 59 %, in Covimo bei 79 % gelegen. In Bezug auf die Impfquoten zu vollständig Geimpften habe es hingegen keinen wesentlichen Unterschied gegeben. Die Autoren des Reports gehen davon aus, dass die Quote der Erstimpfungen zwischen den beiden Werten liegt.

Die Autoren des Reports führen verschiedene Ansätze an, mit denen die Diskrepanz erklärt werden könnte. Ein Grund sei die Erfassung der Impfungen mit Johnson & Johnson. Geimpfte erhalten nur eine Dosis des Vakzins. Vertragsärzte meldeten diese Immunisierung jedoch ausschließlich als zweite Impfung. Darüber hinaus sei keine Zuordnung von Impfstoff und Altersgruppe möglich.  

Corona-Erstimpfung: RKI präsentiert unterschiedliche Zahlen

Als weitere Erklärung wird angegeben, dass bislang nur etwa die Hälfte der beim Meldesystem registrierten Betriebsärtz:innen Corona-Impfungen über die Webanwendung meldeten. So könne es zu einer „Untererfassung“ im DIM gekommen sein.

Als weiterer Faktor werden potenzielle Verzerrungen in der Befragung angegeben. Anzunehmen sei, dass Menschen, die Impfungen befürworteten, eher bei einer Befragung mitmachten, als Impfskeptiker:innen. Auch Menschen ohne ausreichende Deutschkenntnisse hätten an der Befragung nicht teilnehmen können. Allerdings hätte es bei der Berücksichtigung dieser Aspekte auch bei der Quote der vollständig Geimpften eine Diskrepanz zwischen den Werten von DIM und Covimo geben müssen, erläuterten die Autoren des Reports.

Wie das RKI in seinem Bericht zur Befragung erläutert, seien 91,6 % der Menschen bereits geimpft oder impfbereit. Die Bereitschaft, sich gegen Covid-19 impfen zu lassen, liege auf einem hohen Niveau. Und wird vermutlich nach den Corona-Beschlüssen der jüngsten Bund-Länder-Konferenz weiter ansteigen. Bereits im Herbst wird es vor allem für Ungeimpfte zahlreiche Änderungen geben. (uf/dpa)

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