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Ein Jugendlicher in Kalifornien (USA) erhält den Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer.
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Ein Jugendlicher in Kalifornien (USA) erhält den Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer.

Bericht

Corona-Zweitimpfung: Herzmuskelentzündungen laut US-Fachleuten möglich

  • Lukas Rogalla
    VonLukas Rogalla
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Dass eine Corona-Impfung Herzprobleme auslösen kann, halten US-Fachleute für „wahrscheinlich“. Die Vorteile der Impfung überwiegen jedoch.

Washington, D.C. – Rund ein halbes Jahr nach Beginn der Impfkampagne in den USA wurden hunderte Fälle von Herzmuskelentzündungen nach einer Impfung zum Schutz vor Corona festgestellt. Die Gesundheitsbehörden sehen einen Zusammenhang zu den mRNA-basierten Corona-Impfstoffen als „wahrscheinlich“ an. Dies würde die aktuell verfügbare Datenlage zeigen, wie von der Behörde CDC einberufene Fachleute in einer Präsentation am Mittwoch (23. Juni 2021) mitteilten.

Herzmuskelentzündung nach Corona-Impfung: US-Expert:innen sehen direkten Zusammenhang

Die Expert:innen prüften den Verdacht, dass die mRNA-Vakzine von Biontech/Pfizer und Moderna bei jungen Menschen vereinzelt eine Entzündung des Herzmuskels (Myokarditis) oder des Herzbeutels (Perikarditis) verursachen können. Dazu werteten sie Daten zu 323 bestätigten Myokarditis-Fällen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus, die kurz zuvor mit einem der mRNA-Vakzine gegen Corona geimpft worden waren. In den USA wurden bis zum 11. Juni bereits mehr als 50 Millionen Impfdosen an Zwölf- bis 29-Jährige verabreicht.

Von den besagten Patient:innen mussten 309 ins Krankenhaus. Neun werden derzeit noch behandelt. Überwiegend traten die Fälle bei jungen Männern und innerhalb einer Woche nach der Zweitimpfung mit einem mRNA-Impfstoff auf. Einen bestätigten Todesfall gibt es bislang nicht. CDC-Chefin Rochelle Walensky hatte vergangene Woche erklärt, diese Fälle seien „selten“ und „die große Mehrheit“ der Betroffenen habe sich „mit Ruhe und unterstützender Behandlung wieder vollständig erholt“.

„Myokarditis ist eine seltene, aber keine neue Erkrankung“, erklärte zudem der Kinderkardiologe Matthew Oster. Bislang werde davon ausgegangen, dass die Krankheit normalerweise von Viren verursacht werde. „Es scheint, dass die mRNA-Impfstoffe ein neuer Auslöser sein können“, sagte Oster.

Grund zur Unruhe sei das nicht. Die Vorteile einer Impfung gegen das Coronavirus würden die Risiken „deutlich überwiegen“, teilten die Fachleute mit. Es soll zugleich einen neuen Warnhinweis für die Impfstoffe geben.

Corona-Impfung für Kinder und Jugendliche umstritten

Corona-Impfungen von Kindern und Jugendlichen sind ohnehin umstritten, auch in Deutschland. Bei ihnen kommt es deutlich seltener zu schweren Krankheitsverläufen. Lorry Rubin, Leiter der Abteilung für Infektionskrankheiten bei Kindern am Cohen Children‘s Medical Center in New York, verwies gegenüber der Nachrichtenagentur AFP jedoch auf Krankenhauseinweisungen von mehr als 3000 Kindern seit Beginn der Corona-Krise in den USA. Mehr als 300 Kinder seien im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben.

Die Zahl der Todesopfer unter 30 Jahren beträgt demnach etwa 2700. Insgesamt haben die USA bislang 602.000 Corona-Tote zu verzeichnen. Der Impfstoff von Biontech und Pfizer ist das einzige Corona-Vakzin, das für Kinder ab zwölf Jahren zugelassen ist. Der Corona-Impfstoff von Moderna hat eine Zulassung ab 18 Jahren.

Unter Joe Biden nahm die Impfkampagne in den USA rasant Fahrt auf. Nach einigen Monaten flachte die Kurve allerdings wieder ab, sodass der US-Präsident sein Impfziel zum Nationalfeiertag am 4. Juli verpassen wird. (Lukas Rogalla mit AFP)

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