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Studien bestätigen: Corona-Impfung ist auch für Schwangere sicher

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Von: Pamela Dörhöfer

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Eine Immunisierung gegen Covid-19 schützt auch das ungeborene Kind.
Eine Immunisierung gegen Covid-19 schützt auch das ungeborene Kind. © Milan Markovic/panthermedia

Die Europäische Arzneimittelagentur sieht kein erhöhtes Risiko von Komplikationen. Forschende stellen fest, dass Corona die Plazenta infizieren kann.

Amsterdam - „Ist die Impfung wirklich sicher für mein ungeborenes Kind?“ Diese Frage dürften sich seit Beginn der Impfkampagne gegen das Corona-Virus weltweit sicher viele schwangere Frauen gestellt haben. Die klinischen Studien der Hersteller konnten dazu keine ausreichende Auskunft geben, denn im Allgemeinen sind Schwangere von solchen Tests ausgeschlossen.

Das hat sich nach der Zulassung geändert. Die europäische Arzneimittelagentur Ema hat nun mehrerer solcher Studien überprüft, an denen insgesamt 65.000 Frauen teilnahmen, die sich in verschiedenen Stadien ihrer Schwangerschaft befanden. Das Ergebnis: Es gebe „vermehrte Belege, die darauf hindeuten, dass Corona-Impfstoffe keine Schwangerschaftskomplikationen für werdende Mütter und ihre Babys verursachen“.

Ema überprüft Studien: Keine Anzeichen für erhöhtes Risiko bei Corona-Impfung für Schwangere

mRNA-Impfstoffe sind die in der Europäischen Union am häufigsten verwendeten Vakzine, zugelassen sind die Produkte der Firmen Biontech/Pfizer und Moderna. Die Ema kündigte an, auch Daten für andere Covid-Impfstoffe zu überprüfen, sobald diese verfügbar seien. In der EU sind außer den mRNA-Impfstoffen noch Vektorvirusimpfstoffe sowie seit kurzem das proteinbasierte Vakzin von Novavax zugelassen.

Die Überprüfung der Studien habe keine Anzeichen für ein erhöhtes Risiko von Komplikationen während der Schwangerschaft, für Fehl- oder Frühgeburten oder Nebenwirkungen bei den ungeborenen Babys ergeben, wenn die Mutter mit einem mRNA-Vakzin geimpft worden sei, heißt es. Auch die Impfreaktionen seien mit denen beim Rest der Bevölkerung zu vergleichen: Schmerzen, Rötungen und Schwellungen an der Einstichstelle, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen und Schüttelfrost. Die Beschwerden seien „in der Regel mild oder mittelschwer“ und besserten sich innerhalb weniger Tage.

Erhöhtes Risiko für schwere Corona-Verläufe bei Schwangeren: Ema warnt und rät zur Impfung

Auch hätten die Studien gezeigt, dass die Impfung das Risiko, wegen Covid-19 ins Krankenhaus zu müssen oder gar daran zu sterben, bei schwangeren Frauen genauso wirksam senke wie bei allen anderen Menschen, heißt es.

Die Ema weist außerdem darauf hin, dass eine Schwangerschaft „bisher mit einem höheren Risiko für schweres Covid-19 insbesondere im zweiten und dritten Trimester verbunden war“ – und empfiehlt deshalb Frauen, die schwanger sind oder werden wollen, sich gemäß den nationalen Empfehlungen impfen zu lassen. In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission die Corona-Impfung auch für schwangere Frauen ab der 13. Woche, während der Stillzeit sowie für Frauen, die schwanger werden wollen.

Studie aus den USA über Corona-Infektion bei Müttern: Stillen wohl nicht ansteckend

Eine aktuelle, im Fachmagazin „Journal of Infectious Diseases“ veröffentliche Studie aus den USA zeigt überdies, dass bei einer Infektion das Risiko für das ungeborene Kind nicht nur indirekt über die Erkrankung der Mutter besteht: Das Pathologenteam des Massachusetts Hospital in Boston hatte das Coronavirus (Delta-Variante) erstmals in den entzündlich veränderten Plazentas von drei infizierten Frauen nachgewiesen. Bereits im November war eine Studie des Centers für Disease Control and Prevention (CDC) zu dem Ergebnis gekommen, dass bei schwangeren Frauen nach einer Infektion das Risiko einer Fehlgeburt um das Vierfache steigt.

Auch eine Studie der Universität Edingburgh (Schottland) bestätigte, dass eine mütterliche Infektion eine Gefahr für das ungeborene Kind darstellt. So sei die Todesrate bei Kindern, die innerhalb von vier Wochen nach der Infektion geboren wurden, mit 22,6 pro 1000 Geburten im Vergleich zu sonst 5,6 Prozent pro 1000 Geburten deutlich erhöht gewesen.

In einem Punkt gaben Forschende der University of California aber Entwarnung: Eine im Fachmagazin Pediatric Research veröffentlichte – allerdings auf einer sehr kleinen Stichprobe basierende – Studie gebe keine Hinweise darauf, dass kürzlich infizierte Mütter beim Stillen ansteckende Viren aufs Kind übertragen. (Pamela Dörhöfer)

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