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Eine Mitarbeiterin des Gesundheitswesen bereitet eine Impfdosis mit dem Corona-Imapfstoff von Astrazeneca vor.
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Wer nach einer Corona-Impfung mit dem Vakzin von Astrazeneca längere Beschwerden hat, sollte zügig handeln.

Sinusvenenthrombosen

Corona-Impfung mit Astrazeneca: Bei anhaltenden Kopfschmerzen schnell handeln

  • Pamela Dörhöfer
    VonPamela Dörhöfer
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Die Medizinische Hochschule Hannover präsentiert Therapie-Ansätze bei Hirnvenenthrombosen nach einer Corona-Impfung mit Astrazeneca.

Frankfurt - Als erste Klinik in Deutschland hat die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) ihre Erfahrungen bei der Diagnose und der Therapie sowie zum Krankheitsverlauf von Hirnvenenthrombosen nach einer Corona-Impfung mit dem Vakzin von Astrazeneca (Vaxzevria) veröffentlicht. In Deutschland wurden dem Paul-Ehrlich-Institut bis zum 20. April 63 Fälle solcher Sinusvenenthrombosen nach Impfung mit Astrazeneca und zwölf nach Impfung mit Biontech/Pfizer gemeldet. Betroffen waren in den meisten Fällen Frauen unter 60 Jahren. Fünf davon hat die Medizinische Hochschule Hannover behandelt.

Nach Astrazeneca weist zudem jetzt auch der Hersteller Johnson & Johnson/Janssen schriftlich darauf hin, dass nach der Impfung mit seinem Vakzin in seltenen Fällen Thrombosen in Kombination mit einer Thrombozytopenie (Mangel an Blutplättchen) auftreten können.

Corona-Impfung mit Astrazeneca: Bei Thrombosen ist „frühe Diagnose und Behandlung“ wichtig

Ursache der Hirnvenenthrombosen nach der Impfung ist nach heutigem Kenntnisstand eine fehlgeleitete Reaktion des Immunsystems: Es bildet spezielle Antikörper gegen ein Protein der Blutplättchen, den Plättchenfaktor 4 (PF4). Die Blutplättchen (Fachausdruck: Thrombozyten) sollen nach einer Verletzung miteinander verkleben und die Wunde so verschließen. Ohne Blutung allerdings können sich dabei Gerinnsel bilden und Thrombosen entstehen. Beispielsweise, wenn sich Antikörper an den Plättchenfaktor 4 binden und die Thrombozyten aktivieren.

Daraus resultierende Thrombosen sollen laut MHH nicht nur an Hirnvenen, sondern auch an Venen der Bauchorgane sowie in Arterien im Gehirn und in den Beinen aufgetreten sein. Daneben hat die MHH auch eine Abnahme der Blutplättchen sowie Gefäßverschlüsse festgestellt.

„Bei allen betroffenen Patientinnen mit Vakzin-induzierter thrombotischer Thrombozytopenie haben wir PF4-Antikörper nachgewiesen“, sagt Arnold Ganser, MHH-Klinikdirektor für Hämatologie, Hämostaseologie, Onkologie und Stammzelltransplantation. Je nach Schweregrad wurde unterschiedlich behandelt – mit blutverdünnenden Medikamenten, aber auch mit entzündungshemmendem Kortisonpräparaten und anderen Arzneimitteln. Die Therapie sei bei allen erfolgreich gewesen. Entscheidend für eine Heilung seien „eine frühe Diagnose und Behandlung“, sagt Andreas Tiede, Erstautor der Studie.

Nach Corona-Impfung mit Astrazeneca: Bei längeren Beschwerden Hausarzt aufsuchen

Kopfschmerzen und leichtes Fieber ein bis zwei Tage nach der Impfung seien normale Anzeichen einer Immunreaktion. Wer aber nach mehr als vier Tagen noch starke Beschwerden habe, „sollte umgehend den Hausarzt oder die Hausärztin aufsuchen“. Ein dort erstelltes Blutbild könne Aufschluss geben. Bei Anzeichen für eine Thrombose durch die Impfung müsse man sofort in die Notaufnahme eines Krankenhauses.

Die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft weist darauf hin, dass auch eine augenärztliche Untersuchung Aufschluss geben kann. Denn in 85 Prozent der Fälle gehe eine Sinusvenenthrombose mit einer Stauungspapille, einer Schwellung an Austritt des Sehnervs aus der Netzhaut, einher, sagt Helmut Wilhelm, Neuroophthalmologe an der Universitätsaugenklinik Tübingen. Eine augenärztliche Untersuchung sei eine zuverlässige und wenig aufwendige Methode, „um einen großen Teil der gefährdeten Patientinnen und Patienten niederschwellig zu erfassen“. Bei einem Drittel der Sinusvenenthrombose komme es zu Sehstörungen. (Pamela Dörhöfer)

Die Studie aus Hannover ist unter dem Titel „Prothrombotic immune thrombocytopenia after COVID-19 vaccine“ in der Fachzeitschrift „Blood“ erschienen.

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