Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Ohne Einschränkungen

Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson: EMA gibt grünes Licht

  • Lukas Rogalla
    vonLukas Rogalla
    schließen
  • Ute Fiedler
    Ute Fiedler
    schließen

Die EU-Arzneimittelbehörde EMA gibt den Impfstoff des US-Konzerns Johnson & Johnson zum Schutz vor dem Coronavirus zur Verwendung frei.

Update vom Dienstag, 20.04.2021, 16.35 Uhr: Der Corona-Impfstoff von US-Hersteller Johnson & Johnson kann in der EU nach Prüfung der Arzneimittelbehörde EMA uneingeschränkt verwendet werden. Der Wirkstoff könne in sehr seltenen Fällen Blutgerinnsel auslösen, teilte die EMA am Dienstag in Amsterdam mit.

Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson

Thrombose-Fälle bei Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson

Update vom Mittwoch, 14.04.2021, 14.45 Uhr: Nur einen Tag nachdem mit der Auslieferung des Impfstoffs von Johnson & Johnson begonnen wurde, hieß es in einigen Medienberichten, die Auslieferung nach Europa und der Marktstart würden wieder gestoppt. Grund dafür sollen Hinweise auf Sinusvenen-Thrombosen sein. Trotz Zwischenfällen tendiert die EU dazu, an Astrazeneca- und Johnson & Johnson-Bestellungen festzuhalten. Allerdings hat das EU-Land Dänemark inzwischen entschieden, die Impfungen mit Astrazeneca endgültig einzustellen.

Nach den Berichten von vier Thrombosefällen - drei davon in den USA - hat der Konzern Johnson & Johnson am Dienstag mitgeteilt, dass der Impfstoff noch nicht an den Markt gehen wird. Der Konzern will mit Fachleuten und den Gesundheitsbehörden an der Untersuchung der Fälle arbeiten. Auch alle laufenden Studien zu Impfungen mit dem Wirkstoff werden zunächst ausgesetzt.

Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) hatte bereits eine Untersuchung eingeleitet und gab an, sie könnte bisher noch keinen Zusammenhang zwischen den sehr seltenen Thrombose-Fällen und der Impfung feststellen - die Untersuchung sei aber noch nicht abgeschlossen. Nun könnte der mRNA-Impfstoff von Curevac* eventuell Tempo in die Corona-Impfungen bringen, wie wa.de berichtet.

Corona: EU will mehr mRNA-Imfungen - Astrazeneca und Johnson & Johnson bleiben im Rennen

Außerdem gab es Berichte darüber, dass die EU nach den aufgetretenen Zwischenfällen bei den Impfstoffen von Astrazeneca und Johnson & Johnson künftig keinen Impfstoff der beiden Unternehmen mehr ankaufen möchte. Ein EU-Beamter dementierte das.

Aus Kommissionskreisen wurde zwar bestätigt, dass die EU-Kommission bei den nächsten Bestellungen für Corona-Impfstoffe vor allem auf die neuartige mRNA-Technologie setzen will, wie sie Biontech/Pfizer und Moderna entwickelt haben. Das würde aber nicht heißen, dass Hersteller wie Astrazeneca und Johnson & Johnson bei künftigen Verträgen ausgeschlossen würden. Entsprechende Berichte seien falsch, sagte ein EU-Beamter. Es sei viel zu früh, darüber jetzt zu entscheiden.

Schwere Nebenwirkungen von Astrazeneca und Johnson & Johnson: Experten äußern Verdacht

Update vom Mittwoch, 14.04.2021, 07.45 Uhr: Die seltenen schweren Nebenwirkungen nach der Impfung mit den Präparaten von Astrazeneca und Johnson & Johnson hängen deutschen Experten zufolge möglicherweise mit dem speziellen Typ dieser Impfstoffe zusammen. „Die Tatsache, dass beide Impfstoffe auf dem gleichen Prinzip beruhen und die gleichen Probleme verursachen, spricht meines Erachtens eher dafür, dass der Vektor selbst die Ursache ist“, sagte Johannes Oldenburg vom Universitätsklinikum Bonn der Deutschen Presse-Agentur. Allerdings sei das zum gegenwärtigen Zeitpunkt spekulativ.

Der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson hatte am Dienstag wegen Berichten über sogenannte Sinusvenenthrombosen nach der Impfung den Marktstart seines Präparats in Europa aufgeschoben - nur einen Tag nachdem mit der Auslieferung begonnen worden war. Zuvor hatten Behörden in den USA ein vorübergehendes Aussetzen der Impfungen empfohlen, nachdem im Land sechs Fälle der Hirnvenenthrombosen erfasst worden waren. In drei Fällen kam es zusätzlich zu einer Thrombozytopenie, also einem Mangel an Blutplättchen. Seit der Zulassung Ende Februar wurden in den USA mehr als 6,8 Millionen Dosen des Impfstoffes eingesetzt.

In den USA wurden nach Imfpungen mit dem Vakzin Johnson & Johnson bei sechs Menschen Sinusvenenthrombosen erfasst. Auch beim Vektorimpfstoff Astrazeneca können in seltenen Fällen solche Nebenwirkungen auftreten.

Corona-Impfstoffe: Ist der Impfstofftyp der Grund für die Nebenwirkungen?

In beiden Präparaten wird ein an sich harmloses Adenovirus als sogenannter Vektor genutzt, um Erbinformationen des Coronavirus in den Körper zu schleusen. Es sei theoretisch auch denkbar, dass das Spike-Protein des Virus, das in allen verfügbaren Impfstoffen dem Immunsystem zur Bildung von Abwehrstoffen präsentiert wird, die Nebenwirkungen verursacht, erklärte Oldenburg. Ebenso sei es grundsätzlich möglich, dass die Nebenwirkungen unspezifisch im Rahmen der allgemeinen Immunantwort ausgelöst würden.

Nach Thrombosefällen: US-Behörden empfehlen Aussetzung von Impfungen mit Johnson & Johnson

Erstmeldung vom Dienstag, 13.04.2021, 16.16 Uhr: Washington - Das Corona-Vakzin von Johnson & Johnson soll wegen möglicher schwerer Nebenwirkungen in den USA vorerst nicht mehr verimpft werden. Mehrere US-Behörden haben am Dienstag (13.04.2021) eine Aussetzungen der Coronavirus-Impfungen mit diesem Corona-Impfstoff empfohlen. Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet, verwiesen die Arzneimittelbehörde FDA und die Gesundheitsbehörde CDC auf eine laufende Untersuchung zu sechs Fällen von seltenen Blutgerinnseln, die nach Impfungen mit dem Vakzin von Johnson & Johnson gemeldet worden waren. Bis die Untersuchungen abgeschlossen seien, werde vorsichtshalber eine Pause bei den Impfungen empfohlen, hieß es am Dienstag.

Wie sich die Aussetzung des Impfstoffs auf den Plan von US-Präsident Joe Biden auswirkt, dass sich spätestens ab Mai alle Erwachsenen unabhängig vom Alter gegen das Coronavirus impfen lassen können, wird sich zeigen.

Nach Thrombosefällen sollen in den USA Impfungen mit dem Corona-Vakzin von Johnson & Johnson vorerst ausgesetzt werden.

Johnson & Johnson: EMA prüft Zusammenhang von Thrombosefällen und Coronavirus-Impfstoff

Bereits vergangene Woche hatte die EU-Arzneimittelbehörde EMA von vier Thrombosefällen nach Impfungen mit dem Vakzin von Johnson & Johnson berichtet. Einer war tödlich verlaufen. Die FDA hatte am Freitag erklärt, dass man bislang keinen ursächlichen Zusammenhang zwischen dem Impfstoff und den Blutgerinnseln habe feststellen können.

Der Impfstoff des US-Pharmakonzerns Johnson & Johnson war Ende Februar in den USA zugelassen worden. Den Behörden zufolge sind bislang 6,8 Millionen Dosen des Vakzins, von dem eine Dosis ausreichenden Schutz vor dem Coronavirus bietet, verimpft. Wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet, werden derzeit sechs Fälle untersucht, bei denen es zwischen sechs und 13 Tagen nach der Impfung zu Sinusvenenthrombosen gekommen war. Darüber hinaus sei bei drei Frauen im Alter zwischen 18 und 48 Jahren eine Thrombozytopenie, ein Mangel an Blutplättchen, festgestellt worden.

Der Impfstoff von Johnson & Johnson ist in Deutschland derzeit noch nicht im Einsatz. Er war Mitte März in der EU zugelassen worden und könnte ab kommenden Montag an die EU geliefert werden. 55 Millionen Dosen werden im zweiten Quartal erwartet.

Zu Thrombosen war es auch nach Impfungen mit dem Vakzin von Astrazeneca gekommen. Die EMA hatte einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Impfstoff und dutzenden, teilweise tödlich verlaufenden Fällen untersucht. Ihr zufolge überwiege der Nutzen der Impfung das Risiko, sie empfahl, Blutgerinnsel als „sehr seltene Nebenwirkung“ des Impfstoffs aufzuführen. Astrazeneca wird derzeit in Deutschland nur Menschen ab 60 Jahren verimpft.

Coronavirus

Corona-News finden Sie auf unserer Themenseite.

Coronavirus: Auch nach Impfungen mit Astrazeneca war es zu Thrombosen gekommen

Bei dem Impfstoff von Astranzeneca handelt es sich wie beim Vakzin von Johnson & Johnson um einen Vektorimpfstoff, während Biontech und Moderna mRNA-Impfstoffe sind.

Ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums sagte nach Bekanntwerden der Entscheidung der US-Behörden gegenüber AFP: „Wir nehmen solche Warnungen immer ernst und gehen ihnen nach“. Für Deutschland gebe es dazu bislang aber noch keine Entscheidungen. Er verwies zudem auf die Zuständigkeit des Paul-Ehrlich-Instituts. (uf mit dpa, AFP) *wa.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © David Zalubowski/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare