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Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson: Eine Impfdosis reicht nicht mehr

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Von: Tanja Banner

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Der Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson ist ein Vektorimpfstoff, der nur eine Impfung braucht.
Der Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson ist ein Vektorimpfstoff, der nur eine Impfung braucht. © Jessica Hill/dpa

Eine Dosis des Corona-Impfstoffs von Johnson & Johnson ist nicht mehr genug. Eine Zweitimpfung mit einem mRNA-Impfstoff muss für den Geimpften-Status erfolgen.

Frankfurt – Am 11. März 2021 wurde in der EU der vierte Impfstoff gegen das Coronavirus Sars-CoV-2 zugelassen: Das Vakzin „Janssen Covid-19“ stammt vom Unternehmen Janssen-Cilag International NV (Janssen Pharmaceutica), das Teil des internationalen Konzerns Johnson & Johnson ist.

Der Corona-Impfstoff wird von Janssen-Cilag International NV (Janssen Pharmaceutica) aus dem Konzern Johnson & Johnson hergestellt. Er muss nur ein Mal verimpft werden.
Der Corona-Impfstoff wird von Janssen-Cilag International NV (Janssen Pharmaceutica) aus dem Konzern Johnson & Johnson hergestellt. Er muss nur ein Mal verimpft werden. © David Zalubowski/dpa

Bei dem Präparat handelt es sich – genau wie bei dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca – um einen Vektorimpfstoff, während Biontech und Moderna mRNA-Impfstoffe sind. Als Vektor wird für das Vakzin von Johnson & Johnson ein menschliches Schnupfenvirus (Adenovirus) verwendet, das harmlos ist. Es dient quasi als „Transporter“ für genetische Informationen über das Spike-Protein des Coronavirus. Der Corona-Impfstoff schleust diese Bauanleitung in den menschlichen Körper und bringt die Zellen dazu, das Spike-Protein des Coronavirus nachzubauen. Diese Spike-Proteine lösen eine Immunantwort im Körper des oder der Geimpften aus, die das Immunsystem bereits auf das Coronavirus trainiert, sodass Sars-CoV-2 im Ernstfall sofort erkannt und angegriffen werden kann.

Allerdings gibt es mit dem Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson möglicherweise ein Problem: In den USA, wurde nach etwa 7 Millionen verimpften Dosen die Impfung mit Johnson & Johnson pausiert, da sechs Fälle von Sinusvenenthrombosen aufgetreten waren. Anschließend teilte Johnson & Johnson mit, dass das Unternehmen den Europa-Start verschiebt. Mittlerweile wird der Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson wieder verimpft – in Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko), den Impfstoff für Personen ab 60 Jahren zu verwenden. Jüngere Personen können den Impfstoff jedoch nach Beratung und Aufklärung durch den Impfarzt oder die Impfärztin ebenfalls verabreicht bekommen.

Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson: Eine Impfdosis reicht doch nicht aus

Im Gegensatz zu den anderen bisher zugelassenen Corona-Impfstoffen reicht beim Impfstoff „Janssen Covid-19“ eine einzige Impfdosis aus – zumindest war das lange der Stand der Wissenschaft. Die Wirksamkeit einer Einzeldosis des Wirkstoffs von Johnson & Johnson liegt Unternehmensangaben zufolge bei 66 Prozent. Je nach Region, in der die Studie durchgeführt wurde, schwankte die Wirksamkeit zwischen 57 Prozent (Südafrika) und 72 Prozent (USA). Inzwischen gelten in der EU neue Bestimmung bezüglich der vollständigen Impfung. So sind Impfzertifikate mit Johnson & Johnson seit Januar 2022 nur gültig, wenn nach der Erstimpfung mit Johnson & Johnson auch eine Zweitimpfung mit einem mRNA-Vakzin erfolgt. Und für den Booster-Status ist noch eine weitere Impfung nötig.

Ab dem 28. Tag nach der Impfung liegt die Wirksamkeit zur Vermeidung eines schweren Verlaufs von Covid-19 bei 85 Prozent, teilte das Unternehmen mit. Außerdem konnten ab dem 28. Tag nach der Impfung keine Einlieferungen ins Krankenhaus mehr beobachtet werden. Nach dem 49. Tag der Impfung konnten keine schweren Verläufe unter den geimpften Personen beobachtet werden.

Covid-19: Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson ist in der EU zugelassen

Der Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson ist nach Unternehmensangaben bis zu zwei Jahre stabil, wenn er ungeöffnet ist und bei -25°C bis -15°C gelagert wird. Außerdem kann der Impfstoff bis zu drei Monate lang im Kühlschrank (bei 2 bis 8°C) gelagert werden. Wurde ein Fläschchen mit dem Impfstoff angebrochen, ist es noch bis zu sechs Stunden im Kühlschrank stabil oder bis zu drei Stunden bei maximal 25°C. Generell gilt jedoch, dass der Impfstoff nach dem Anbruch schnellstmöglich verimpft werden sollte.

Zugelassen wurde der Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson am 27. Februar 2021 in den USA (Notfallzulassung). Am 11. März 2021 erteilte die europäische Medizinagentur EMA die bedingte Zulassung für Personen ab 18 Jahren. (Tanja Banner)

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