Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Eine Frau in Bangkok bekommt das Vakzin von Sinovac verabreicht.
+
Eine Frau in Bangkok bekommt das Vakzin von Sinovac verabreicht.

Corona-Vakzine

Verwirrung um Corona-Impfstoff: China zweifelt an Wirksamkeit – und rudert dann zurück

  • Sophie Vorgrimler
    VonSophie Vorgrimler
    schließen

Eine Studie bescheinigt einem chinesischen Corona-Impfstoff geringe Wirksamkeit. Ein chinesischer Behördenvertreter bestätigt zunächst. Dann streitet er alles ab.

Update von Dienstag, 13.04.2021, 11.30 Uhr: Es galt als eine Sensation: Am Montag hatte Gao Fu, Direktor des chinesischen Zentrums zur Prävention und Kontrolle von Krankheiten (CDC) noch eingestanden, dass in China entwickelte Impfstoffe gegen das Coronavirus weniger wirksam seien. Einen Tag später ruderte er zurück, wie der „Spiegel“ berichtete.

Der chinesischen Zeitung „Global Times“ sagte der Direktor, dass es sich bei der Aussage um ein „komplettes Missverständnis“ gehandelt habe. Offenbar habe er lediglich eine Vision vorlegen wollen, um Möglichkeiten der Kombination verschiedener Impfstoffe miteinander zu thematisieren, um dadurch den Schutz vor dem Coronavirus zu verstärken. Wie allerdings die Wirksamkeit der Impfstoffe verbessert werden könne, müssten die Experten beurteilen, sagte Gao Fu der „Global Times“.

Mischung vom Chinesischen Impfstoffen im Gespräch

Erstmeldung von Montag, 12.04.2021: Chengdu - Der in China entwickelte Corona-Impfstoff des Herstellers Sinovac bietet nur einen 50 prozentigen Schutz - und generell scheinen alle vier chinesischen Impfstoffe wenig wirksam, wie der Leiter des chinesischen Zentrums für Krankheitskontrolle- und prävention eingestand. Als Lösung sollen nun Impfstoffe gemischt werden.

Zum ersten Mal hat ein ranghoher Vertreter Chinas die relativ geringe Wirksamkeit der von China entwickelten Impfstoffe öffentlich eingeräumt. Chinesische Impfstoffe „haben keine sehr hohe Schutzrate“, sagte Gao Fu auf einer Konferenz in Chengdu.

Chinesische Impfstoffe: 50-prozentige Wirksamkeit gegen das Coronavirus

Schon länger kam durch Studien der Verdacht auf, dass die chinesischen Impfstoffe keine hohe Wirksamkeit zeigen. Zuvor waren in Brasilien klinische Studien durchgeführt worden, die dem Hersteller Sinovac nur 50-prozentige Wirksamkeit attestierten. Nach Unternehmensangaben soll der Impfstoff aber schwere Krankheitsverläufe mit Covid, die eine medizinische Behandlung erfordern, zu 80 Prozent reduzieren.

Seit dem Start der Impfkampagne wurden in China 161 Millionen Dosen Impfstoffe verabreicht. Ziel Pekings ist die vollständige Immunisierung von 40 Prozent der 1,4 Milliarden Einwohner Chinas bis Juni. 

Auch andere Impfstoffe aus China weniger wirksam als Impfung mit Biontech

Eine etwas höhere Wirksamkeit haben aber die beiden Impfstoffe des Unternehmens Sinopharm: Sie können 79,3 beziehungsweise 72,5 Prozent vor einer Infektion mit dem Coronavirus schützen. Das Vakzin von Cansino verhindert 65 Prozent der Corona-Infektionen. Der Impfstoff von Biontech und Pfizer kann eine Wirksamkeit von mehr als 90 Prozent vorweisen.

Der chinesische Impfstoff Sinovac soll nur zu 50 Prozent wirksam sein, das räumte jetzt auch ein Behördenleiter ein.

Die hohe Wirksamkeit von der Corona-Impfung mit Biontech liegt in seiner besonderen Wirkungsweise: Weil er - anders als chinesische Vakzine - auf der RNA-Technologie basiert. Gao zog in Betracht, auch in China Impfstoffe dieser Wirkungsweise herzustellen. Er sagte: „Jeder sollte die Vorteile in Betracht ziehen, die mRNA-Impfstoffe der Menschheit bringen können.“ Man dürfe sie „nicht ignorieren, nur weil wir bereits mehrere Arten von Impfstoff haben“.

Corona-Impfstoffe in China: Mischung verschiedener Vakzine könnte Option sein

Eine zweite Variante, wie China eventuell versuchen möchte, die Wirksamkeit seiner Impfstoffe zu erhöhen, ist die Vermischung verschiedener Präparate. Das stellte der Behördenleiter Bao Fu nach Berichten von Staatsmedien in Aussicht. Die Behörden müssten „über Wege nachdenken, wie das Problem gelöst werden kann, dass die Wirksamkeit der existierenden Impfstoffe nicht hoch ist.“

China gilt besonders in ärmeren Ländern als wichtiger Lieferant von Impfstoffen gegen das Coronavirus. Zuletzt warf der taiwanesische Außenminister China vor, andere Länder mit Impfstofflieferungen politisch unter Druck zu setzen. (Sophie Vorgrimler, als)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare