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Der Impfstoff von Curevac aus Tübingen soll eine niedrige Wirksamkeit besitzen.
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Der Impfstoff von Curevac aus Tübingen soll eine niedrige Wirksamkeit besitzen.

Corona-Impfstoff

Geringe Wirksamkeit: Curevac-Chef Haas verteidigt Impfstoff

  • Alexander Seipp
    VonAlexander Seipp
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Der Corona-Impfstoff von Curevac soll nur eine Wirksamkeit von 47 Prozent aufweisen, deutlich niedriger als die Konkurrenz. Doch so einfach ist es nicht.

Tübingen – Erst Verzögerungen bei der Zulassung, nun möglicherweise geringe Wirksamkeit: Der Corona-Impfstoff von Curevac steht derzeit wegen gleich mehreren Faktoren in der Kritik. Der Glaube der Firma an ihr Produkt wird davon jedoch nicht erschüttert. Und auch die Investoren, allen voran Dietmar Hopp, haben weiter Vertrauen in das Produkt. Dies berichtet die dpa.

Und dafür gibt es laut der Firma auch einen einfachen Grund: „Es ist faktisch eigentlich nicht korrekt, die Zahl der vorläufigen Wirksamkeit unseres Corona-Impfstoffs und die Zahlen zur Wirksamkeit anderer Impfstoffe nebeneinander zu stellen“, sagte Curevac-Vorstandsvorsitzender Franz-Werner Haas der dpa. Denn bei der Zulassung von Curevac seien ganze 29 Virusvarianten und der Schutz des Vakzins gegen diese berücksichtigt worden. Dies sei bei vorherigen Zulassungen, etwa bei Biontech oder Astrazeneca, nicht geschehen. Haas ist überzeugt: „Die Zahlen zur Wirksamkeit der anderen Impfstoffe sähen vermutlich anders aus, wenn man deren Studien zu einem späteren Zeitpunkt durchgeführt hätte.“

Corona-Impfstoff von Curevac: Niedrige Wirksamkeit nicht mit anderen Impfstoffen vergleichbar

In einer Pflichtbörsenmeldung hatte Curevac am Mittwoch bekannt gegeben, dass der Corona-Impfstoff der Tübinger Firma laut Zwischenanalyse eine vorläufige Wirksamkeit von 47 Prozent gegen eine Covid-Erkrankung „jeglichen Schweregrades“ habe. Bei anderen Impfstoffen von der Konkurrenz liegen diese Zahlen deutlich höher, aber, hier hat Haas recht, spiegeln diese Zahlen den Stand bei der Zulassung wider, als Corona-Varianten wie Delta noch keine Rolle spielten. Der ursprüngliche Virus, der bei den ersten Zulassungen von Corona-Impfstoffen noch eine große Rolle spielte, ist mittlerweile längst von den Varianten verdrängt worden. Wie gut Biontech, Astrazeneca und Co gegen diese helfen, dazu fehlen bisher noch die Studien.

Curevac plant nun, in den kommenden zwei bis drei Wochen die Analyse der Daten aus der finalen Studienphase abzuschließen. Die Wirksamkeit des Impfstoffes werde sich dabei nochmals verändern, so Haas. Anschließend werde man mit der europäischen Zulassungsbehörde EMA beraten, ob noch weitere Daten nötig seien.

Nach Rückschlag: Curevac plant weiter Zulassung des Corona-Impfstoffs

An der Börse hatte die Mitteilung einen drastischen Sturz des Börsenkurses ausgelöst. An der Liquidität des Unternehmens habe sich jedoch „nichts geändert“, so Haas. Noch immer sei das Ziel eine Zulassung des Impfstoffes. Ein Problem durch die möglicherweise geringe Wirksamkeit sieht der Curevac-Chef nicht. „Angesichts der Pandemie kann es nur heißen: Wenn es einen wirksamen Impfstoff gibt, sollte dieser auch zum Einsatz kommen.“ Insbesondere in Entwicklungsländern sei der Impfstoff knapp, hier wolle die Firma helfen.

Bei den Investoren, allen voran Curevac-Hauptaktionär Dietmar Hopp, der vor allem für seine Rolle als Hoffenheim-Mäzen bekannt ist, löste die Meldung über die möglicherweise geringe Wirksamkeit kaum Bestürzen aus. „Ich bin zuversichtlich, dass Curevac erfolgreich sein wird“, sagte Hopp der Rhein-Neckar-Zeitung (RNZ). Friedrich von Bohlen, Geschäftsführer der Heidelberger Dievini Hopp Biotech Holding, in der Hopp seine Branchen-Beteiligungen gebündelt hat, gab zwar ebenfalls zu, dass die Interimsdaten „noch nicht ganz zufriedenstellend“ seien, sie zeigen jedoch, dass der Impfstoff wirke.

Curevac-Impfstoff: Gerade für die Corona-Bekämpfung in Entwicklungsländern eine Chance

Auch von Bohlen sieht den größten Grund für die niedrigen Zahlen in dem veränderten Pandemiegeschehen. Sie seien daher nicht mit denen von anderen Herstellern vergleichbar. „Gegen alle diese Varianten zu schützen, stellt eine große Herausforderung dar“, sagte er der RNZ. Der Geschäftsführer der Holding, die knapp die Hälfte der Curevac-Aktien hält, ist weiterhin davon überzeugt, dass „auch Curevacs mRNA-Impfstoff einen wichtigen Beitrag zur weltweiten Eindämmung und Bekämpfung der Pandemie leisten wird“. Wann dies jedoch der Fall sein wird, ist noch unklar. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn rechnet jedoch nicht mehr mit dem Vakzin in der laufenden Impfkampagne. (als mit dpa)

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