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Curevac: Nun plant man einen Grippe- statt Corona-Impfstoff

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Von: Jan Lucas Frenger

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Kein Corona-Impfstoff von Curevac? Unternehmen arbeitet nun an Grippe-Vakzin. (Archivbild)
Kein Corona-Impfstoff von Curevac? Unternehmen arbeitet nun an Grippe-Vakzin. (Archivbild) © Bernd Weißbrod/dpa

Der Corona-Impfstoff des Tübinger Biotech-Unternehmens Curevac wurde aufgegeben, doch das Unternehmen arbeitet bereits an einem neuen Vakzin.

Update vom 17.02.2021: Nach dem Rückschlag der Tübinger Firma Curevac bei der Entwicklung eines Corona-Impfstoffs schöpft man nun neue Hoffnung. Gemeinsam mit dem britischen Pharmakonzern Glaxo-Smithkline arbeitet man derzeit an einem neuen mRNA-Impfstoff gegen Grippeviren. In einer klinischen Studie der Phase-1 sei der erste Proband mit dem Vakzin geimpft worden, teilte das Tübinger Unternehmen mit. Insgesamt soll der saisonale Impfstoff auf Basis von Boten-RNA vier verschiedene Grippen adressieren. Curevac hatte mit dem britischen Konzern im Sommer 2020 eine Partnerschaft vereinbart, um zusammen neue Impfstoffe gegen Infektionskrankheiten auf Basis der mRNA-Technologie der zweiten Generation von Curevac zu entwickeln.

Update vom 01.12.2021: CureVac hat die Entwicklung des Corona-Impfstoffs längst aufgegeben, arbeitet aber nun an einem neuen Vakzin. Geplant ist, eine neue Generation von Impfstoffen zu entwickeln, wie der Firmenchef Franz-Werner Haas bei der Vorlage der neuesten Quartalszahlen im November 2021 erklärte. Den ursprünglich entwickelten Impfstoff hatte CureVac zurückgezogen, weil er laut einer finalen Analyse nur eine Wirksamkeit von 48 Prozent zeigte. Jetzt soll es bereits erste „vielversprechende, präklinische Ergebnisse“ für einen neuen Impfstoffkandidaten geben, der offenbar vergleichbare Ergebnisse erzielen soll wie die bereits zugelassenen mRNA-Vakzine.

Erstmeldung vom 11.04.2021: Frankfurt – Im Juni soll mit dem Vakzin, „CVnCOV“, des Tübinger Biotech-Unternehmens CureVac bereits der nächste Impfstoff im Kampf gegen das Coronavirus in der EU an den Start gehen. Das Unternehmen baute laut eigener Angaben zuvor ein europäisches Netzwerk zur Herstellung seiner Impfdosen auf – bekannte Kooperationspartner sind dabei unter anderem Bayer, Fareva, Rentschler sowie Wacker.

Das Präparat basiert, ähnlich wie die Corona-Impfstoffe Biontech und Moderna, auf dem Botenstoff mRNA, der als Grundbaustein für die Herstellung von Protein im Körper dient. Mithilfe der umprogrammierten mRNA wird dabei das sogenannte „Spike-Protein“ des Coronavirus hergestellt, welches nach der Injektion im Körper zur Aktivierung des Immunsystems sowie der Bildung von Antikörpern und T-Zellen führt. Damit imitiert der Impfstoff von CureVac den Verlauf einer gewöhnlichen Virus-Infektion, mit deren Hilfe das natürliche Abwehrsystem des menschlichen Körpers aktiviert wird. Dadurch soll das Immunsystem im Ernstfall einer tatsächlichen Infektion mit dem Coronavirus in der Lage sein, den Eindringling frühzeitig zu erkennen und erfolgreich zu bekämpfen. 

 CureVac setzt auf natürliche mRNA und verbesserte Temperaturstabilität im Kampf gegen Corona

Durch die Verwendung von nicht künstlich modifizierter mRNA im Herstellungsprozess, wird laut Unternehmensangaben eine erhöhte Induktion der Abwehrkräfte möglich. Das Präparat bleibt laut CureVac im Gegensatz zu anderen Corona-Impfstoffen zudem auch bei gewöhnlichen Temperaturen von bis zu +5 Grad für bis zu drei Monate stabil – bei Raumtemperatur sind es dagegen bis zu 24 Stunden im gebrauchsfertigen Zustand als Impfstoff. Dadurch würde CVnCOV entscheidende Vorteile in den Bereichen Transport und Lagerung bieten.

Fehlende finanzielle Mittel bremsten Entwicklung des Corona-Impfstoffs von CureVac

Trotzt des fast zeitgleichen Entwicklungs-Starts mit anderen bereits zugelassenen Präparaten, lässt CVnCOV bisher noch auf sich warten. CureVac Vorstandschef Franz-Werner Haas macht in einem Interview mit der „Stuttgarter Zeitung“ unter anderem, finanzielle Probleme verantwortlich für die schleppende Entwicklung des hauseigenen Corona-Impfstoffs: „Wir hatten am Anfang nicht die Möglichkeiten, Zulieferer vorweg zu bezahlen und erforderliche Geräte sowie Materialien zu reservieren - sprich große Investitionen zu tätigen.“ CureVac selbst hofft daher auf eine Zulassung des Impfstoffs bis Ende Juni. (Jan Lucas Frenger)

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