Corona-Impfstoff

AstraZeneca nimmt Tests von Corona-Impfstoff in Großbritannien wieder auf

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Wenige Tage nach der Unterbrechung der klinischen Tests seines Corona-Impfstoffs nimmt der britisch-schwedische Pharmakonzern AstraZeneca die Versuche wieder auf.

  • Weltweit wird fieberhaft nach einem Impfstoff gegen das Coronavirus geforscht
  • Der Pharmakonzern AstraZeneca musste jetzt einen Rückschlag hinnehmen
  • Nach einem kurzfristigen Stopp werden die Tests von aussichtsreichem Corona-Impfstoff aber wieder fortgesetzt

Update vom Sonntag, 13.09.2020, 7.00 Uhr: Nach dem kurzzeitigen Stopp der klinischen Prüfung sind die Tests zu einem aussichtsreichen Corona-Impfstoff-Kandidaten der Universität Oxford und des britisch-schwedischen Pharmakonzerns AstraZeneca in Großbritannien fortgesetzt worden. Man habe die Testreihe forgesetzt, nachdem die britische Gesundheitsbehörde erklärt habe, dass die Sicherheit gewährleistet sei, teilte AstraZeneca mit. In anderen Ländern stehen die notwendigen Genehmigungen noch aus.

Die Sicherheit der Testteilnehmer habe oberste Priorität, teilte das Unternehmen mit. Man arbeite daher überall mit den nationalen Behörden zusammen und setze die Tests nur fort, wenn diese dort als sicher freigegeben würden. Bei der Überprüfung geht es letztlich darum, festzustellen, ob die gesundheitlichen Probleme des Studienteilnehmers vom Impfstoff ausgelöst wurden.

Das Vakzin AZD1222 zählte bisher zu den aussichtsreichen Kandidaten unter den potenziellen Corona-Impfstoffen. In den USA hatte bereits die wichtige Testphase III der klinischen Prüfung mit mehreren Zehntausend Teilnehmern begonnen. Darin wird untersucht, ob eine Vakzine tatsächlich gegen Infektionen hilft. Mit dem Biontech-Konkurrenten AstraZeneca hat die EU-Kommission bereits einen Vertrag über die Lieferung von bis zu 400 Millionen Impfstoff-Dosen geschlossen.

Das Pharmaunternehmen AstraZeneca will bis Ende 2020 einen Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus herausbringen.

AstraZeneca musste schon in der Vergangenheit Corona-Impfstoff-Tests stoppen

Update vom Freitag, 11.09.2020, 17:30 Uhr: Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) bezieht Stellung zur klinischen Studie bei AstraZaneca. „Studienunterbrechungen stellen ein Standardverfahren im Rahmen von klinischen Prüfungen dar und dienen dem Schutz der Studienteilnehmerinnen und - teilnehmer“, heißt es in dem Statement. Zurzeit sieht das PEI keinen Grund, die in Deutschland laufenden klinischen Studien mit den Covid-19-Impfstoffen abzubrechen.

Update vom Donnerstag, 10.09.2020, 15:45 Uhr: Der britische-schwedische Pharmakonzern AstraZeneca hat die klinische Studie für seinen vielversprechenden Corona-Impfstoff offenbar nicht zum ersten Mal gestoppt. Bereits im Juli sind der Nachrichten-Website „Statnews“ zufolge Tests mit dem Vakzin unterbrochen worden, als ein Teilnehmer neurologische Symptome zeigte. Damals wurde aber eine Multiple Sklerose diagnostiziert und ein Zusammenhang mit der Impfung ausgeschlossen, wie Konzernchef Pascal Soriot laut „Statnews“ Investoren bei einer Videokonferenz am Mittwoch sagte.

Weltweit wird nach einem Impfstoff gegen das Corona-Virus geforscht.

AstraZeneca war am Donnerstag zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Der Pharmakonzern hatte am Mittwoch erklärt, dass die Studie mit dem aussichtsreichen Vakzin gestoppt werden muss - aber nicht den früheren Fall erwähnt. Bei dem aktuellen Vorfall geht es um eine Frau in Großbritannien, die der Nachrichten-Website zufolge tatsächlich den Impfstoff und kein Placebo erhalten hatte. Sie hatte Symptome ähnlich einer Transversen Myelitis gezeigt, einer Entzündung des Rückenmarks. Ihr soll es inzwischen besser gehen.

Impfstudie vorläufig unterbrochen

Die Universität Oxford, die den Impfstoff entwickelt hat, bestätigte, dass die Impfstudie sowohl in Großbritannien als auch in den USA, Brasilien und Südafrika unterbrochen wurde. Sollte sich ein Zusammenhang mit dem Impfstoff herausstellen, wäre dies ein schwerer Schlag für das Projekt, zitiert das britische Fachmagazin „Nature News“ die Impfstoff-Expertin Marie-Paule Kieny vom französischen Gesundheitsinstitut Inserm. Sollte es keinen Zusammenhang geben, werde die Unterbrechung binnen Wochen aufgehoben, sagte Kieny.

Das Vakzin AZD1222 zählte bisher zu den aussichtsreichen Kandidaten unter den potenziellen Corona-Impfstoffen. Während des Stopps sollen nun vorerst keine weiteren Probanden geimpft und bisher geimpfte Personen weiter beobachtet werden. AstraZeneca werde die Untersuchung des Falls beschleunigen, damit sich das Zulassungsverfahren für den Impfstoff so wenig wie möglich verzögere, hieß es vom Unternehmen.

AstraZeneca muss Corona-Impfstoff-Test stoppen: Proband erkrankt

Der international tätige Pharmakonzern AstraZeneca hat eine klinische Studie für seinen Corona-Impfstoff vorsorglich stoppen müssen. Als Grund gab das Unternehmen an, dass bei einem der Teilnehmer gesundheitliche Probleme aufgetreten seien. Das sei eine Routinemaßnahme für solche Fälle, teilte der britische Pharmakonzern in der Nacht zum Mittwoch mit. „In großen Versuchsreihen treten Erkrankungen zufällig auf, müssen aber von unabhängiger Seite untersucht werden, um das gründlich zu überprüfen.“

Corona-Impfstoff: Untersuchungen bei AstraZeneca gestoppt

AstraZeneca werde die Untersuchung beschleunigen, damit sich das Zulassungsverfahren für den Impfstoff so wenig wie möglich verzögere, hieß es weiter. Bei der Überprüfung geht es letztlich darum festzustellen, ob die gesundheitlichen Probleme vom Impfstoff ausgelöst wurden. Während des Stopps sollen keine weiteren Studienteilnehmer geimpft und bisher geimpfte Personen weiterhin beobachtet werden.

Bei den nicht näher genannten gesundheitlichen Problemen handele es sich um einen Einzelfall, betonte das Unternehmen. Der Impfstoff befindet sich unter anderem in den USA in der dritten und abschließenden Studien-Phase mit mehreren zehntausend Teilnehmern.

Corona-Impfstoff von AstraZeneca: Keine Angabe zur Erkrankung des Probanden

AstraZeneca machte keine Angaben zu der Erkrankung. Die „New York Times“ berichtete unter Berufung auf eine informierte Person, dass es sich bei dem gesundheitlichen Problem um Transverse Myelitis handele - eine Entzündung, die das Rückenmark treffe und von Vireninfektionen ausgelöst werden könne. Der von AstraZeneca hergestellte Wirkstoff AZD1222 beruht auf der abgeschwächten Version eines Erkältungsvirus von Schimpansen und soll das Immunsystem auf Trab bringen, damit es Sars-CoV-2 im Falle einer Infektion unschädlich machen kann.

AstraZeneca, das zusammen mit der britischen Oxford-Universität an der Corona-Impfung forscht, ist mit seinen Tests des potenziellen Serums schon relativ weit vorgekommen. Es gehört zu den weltweit neun Unternehmen, die sich bereits in der dritten und finalen Phase befinden. In dieser Phase wird das Mittel an tausenden Menschen erprobt. Die EU, die USA und andere Staaten haben mit AstraZeneca bereits Liefervereinbarungen für den Impfstoff geschlossen. 

AstraZeneca: Corona-Impfstoff nur mit Blick auf die Sicherheit der Freiwilligen

AstraZeneca und acht weitere Pharma- und Biotech-Unternehmen hatten erst am Dienstag versichert, dass sie bei der Entwicklung eines Corona-Impfstoffs keine Kompromisse bei der Sicherheit machen werden. Dieser ungewöhnliche Schritt folgte mit Blick auf Bedenken, dass es vor allem in den USA politischen Druck zwecks einer Eil-Zulassung erster Impfstoffe vor den US-Wahlen am 3. November geben könnte. US-Präsident Donald Trump verspricht fast täglich, dass es bis Jahresende oder möglicherweise schon bis zur Wahl einen Impfstoff geben werde. Weltweit tobt ein Kampf um die Entwicklung eines funktionierenden Impfstoffs gegen das Coronavirus - in den sich längst auch russische und chinesische Spione eingeschaltet haben.(skr/afp/dpa)

Rubriklistenbild: © Paul Ellis/ AFP

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