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Impfstoff

Corona-Krise: Impfstoff von AstraZeneca - ähnliche Nebenwirkungen, aber geringere Wirksamkeit

  • Pamela Dörhöfer
    vonPamela Dörhöfer
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Der Impfstoff von AstraZeneca ist nur wenig von Risikogruppen getestet worden. Es gibt ähnliche Nebenwirkungen wie bei den Vakzinen von Biontech/Pfizer und Moderna.

  • Der Impfstoff gegen das Coronavirus von AstraZeneca hat eine Wirksamkeit von 70 Prozent.
  • Es treten ähnliche Reaktionen wie bei den mRNA-Impfstoffen auf.
  • In der Europäischen Union ist der AstraZeneca-Impfstoff noch nicht zugelassen.

London - Die britische Zulassungsbehörde für Arzneimittel MHRA hat die Ergebnisse ihrer Beurteilung des Corona-Impfstoffs von AstraZeneca veröffentlicht. Grob gesagt: Es gibt ähnliche Nebenwirkungen wie bei den Vakzinen von Biontech/Pfizer und Moderna, die aber etwas häufiger auftreten – allerdings eine geringere Wirksamkeit.

Das Vektorvirus-Vakzin war von dem britisch-schwedischen Pharmakonzern in Zusammenarbeit mit der Oxford University ientwickelt worden und hat auf der Insel eine Notfallzulassung erhalten. Bei der Europäischen Arzneimittelagentur soll AstraZeneca bislang noch keinen Antrag auf Zulassung gestellt haben. Von Interesse ist die Einschätzung der britischen Behörde aber auch hierzulande, da die EU 300 Millionen Dosen vorbestellt hat.

Corona: Noch keine Zulassung von AstraZeneca-Impfstoff in der Europäischen Union

Bislang zugelassen sind in der Europäischen Union nur die beiden mRNA-Impfstoffe gegen das Coronavirus von Biontech/Pfizer und Moderna. Das Vakzin von AstraZeneca beruht auf einer anderen Technologie. Es ist ein Vektorimpfstoff, der ein Schnupfenvirus von Schimpansen als Transporter nutzt, um die genetische Information für das Spike-Protein von Sars-CoV-2 in die Zellen zu schleusen. Anders als die mRNA-Impfstoffe enthält dieses Vakzin keine Lipidhülle (in der viele die Ursache für einzelne anaphylaktische Schocks nach der Impfung vermuten).

Beim Impfstoff von AstraZeneca gibt es ähnliche Nebenwirkungen wie bei den Vakzinen von Biontech/Pfizer und Moderna.(Symbolbild)

Insgesamt werden in den Unterlagen der britischen Behörde ähnliche Reaktionen aufgeführt wie bei den mRNA-Impfstoffen. 86 Prozent der Teilnehmer:innen berichten von Schmerzen und Schwellungen an der Einstichstelle. 53 Prozent von Müdigkeit. 52,6 von Kopfschmerzen, 44,2 von allgemeinem Krankheitsgefühl, 44 von Muskelschmerzen, 33,9 von Fiebrigkeit, 31,9 von Schüttelfrost und 21,9 von Übelkeit. Die Beschwerden sollen meist „mild bis moderat“ ausgefallen und nach wenigen Tagen nach der Impfung gegen das Coronavirus verschwunden sein.

Corona-Krise: Kaum ernsthafte Komplikationen bei Impfstoff von AstraZeneca

Zu schweren Reaktionen sei es bei 8,3 Prozent gekommen (zum Vergleich Moderna: 3,2 Prozent). Ernsthafte Komplikationen seien aber bei weniger als einem Prozent aufgetreten, wobei ein Zusammenhang mit der Impfung nicht belegt sei. Dazu zählt ein Fall von Multipler Sklerose. Untersuchungen deuten laut MHRA aber darauf hin, dass die Mehrzahl der Hirnläsionen bereits vorher dagewesen sei. Außerdem gab es einen vermuteten Fall von Transverser Myelitis, einer neurologischen, entzündlichen Rückenmarkserkrankung. Ganz sicher ist die Diagnose aber nicht.

Eine Schwäche der klinischen Studien von AstraZeneca besteht darin, dass mehr als 80 Prozent der Studienteilnehmer:innen zwischen 18 und 55 Jahren alt waren und nur 6,8 Prozent über 70 – der am stärksten durch Corona gefährdeten Gruppe. Von den anderen Risikogruppen waren Übergewichtige mit 20 Prozent, Menschen mit kardiovaskulären Erkrankungen mit 12,8 und Diabeteskranke mit 2,8 Prozent vertreten. Schwangere, unter 18-Jährige und Menschen mit Immundefizit nahmen nicht an den Studien teil. Nur gering war mit 75,5 Prozent Weißen die ethnische Vielfalt.

Corona-Pandemie: Wirksamkeit von AstraZenea-Impfstoff liegt bei rund 70 Prozent

Die Wirksamkeit des Impfstoffs gegen das Coronavirus mit Namen ChAdOx1nCoV-19 (oder AZD1222) liegt bei etwa 70 Prozent. Verbindliche Angaben sind schwierig, da bei ein Teil der Testgruppe versehentlich bei der ersten von zwei Spritzen eine geringere Dosis bekam – die dann aber zu einer Wirksamkeit von 90 Prozent führte, während die reguläre Dosis nur 62 Prozent erreichte. Die britische Behörde schreibt, der Unterschied müsse nicht zwangläufig mit der Dosis zusammenhängen.

Eine mögliche Ursache könne sein, dass das Intervall zwischen den Terminen bei der Gruppe mit der geringeren Dosis größer war (drei Monate) als bei jenen mit der vollen Dosis. Eine weitere Vermutung lautet, dass sich die Verwendung des gleichen Vektorvirus bei beiden Injektionen nachteilig auswirkt. Für diese Theorie spricht, dass das russische Vektorimpfstoff Sputnik V eine Wirksamkeit von 92 Prozent erzielt – laut offizieller Angabe jedenfalls. Anders als bei AstraZeneca werden zwei verschiedene Transporterviren eingesetzt. AstraZeneca hat angekündigt, in Zusammenarbeit mit dem russischen Gamaleya-Institut nun eine Kombination aus dem eigenen Impfstoff gegen das Coronavirus und Sputnik V testen zu wollen.

Ein Vorteil des AstraZeneca-Vakzins besteht darin, dass es bei Temperaturen von zwei bis acht Grad gelagert werden kann, was es für den Einsatz bei Hausärzt:innen praktikabler macht. (Pamela Dörhöfer)

Rubriklistenbild: © Sven Hoppe/dpa

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