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Astra Zeneca/Oxford

Corona-Impfstoff von Astra Zeneca: Wirksamkeit nach fehlerhafter Studie fraglich

  • Pamela Dörhöfer
    vonPamela Dörhöfer
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Ein Missgeschick bei der Studie erschwert die Bewertung der Ergebnisse. Die Wirksamkeit des Impfstoffs gegen das Coronavirus ist nach neuen Erkenntnissen fraglich.

  • Die Entwicklung eines Impfstoffes gegen das Corona-Virus befinden sich in der letzten Testphase.
  • Drei Unternehmen haben bislang Zwischenergebnisse präsentiert.
  • In der Studienphase des Corona-Impfstoffs von AstraZeneca soll es zu Fehlern gekommen sein.

Mainz - Die Erfolgsmeldungen überschlagen sich, seitdem das Mainzer Unternehmen Biontech und der US-Pharmakonzern Pfizer Zwischenergebnisse der letzten Studienphase seines Corona-Impfstoffs präsentierten. Wenig später zog der US-Pharmakonzern Moderna nach, dann das schwedisch-britische Unternehmen Astra Zeneca, das in einer Kooperation mit der Universität Oxford einen Impfstoff entwickelt hat.

Die von allen dreien angegebene Wirksamkeit ist sehr hoch: Biontech/Pfizer bezifferte sie auf zunächst 90 und dann auf 95 Prozent, Moderna auf 94,5 Prozent. Astra Zeneca/Oxford teilte mit, dass ihr Vakzin eine Effektivität von 90 Prozent erreichen könne. Zum Vergleich: Die jährliche Grippe-Impfung dümpelt zwischen 50 und 70 Prozent.

AstraZeneca setzt auf einen Vektor-Impfstoff, bei dem Corona-Erbgut mit einem Adenovirus eingeschleust wird.

Corona-Impfstoff von AstraZeneca: Weniger wirkte besser

Nun hat die „New York Times“ aufgedeckt, dass es in der letzten Studienphase bei Astra Zeneca/Oxford zu einem Versehen gekommen ist, das die Bewertung der Ergebnisse erschwert. Das Unternehmen hat den Fehler bestätigt, wie das wissenschaftliche Informationsportal „medicalxpress“ berichtet.

Während Biontech/Pfizer und Moderna mRNA-Impfstoffe entwickelt haben, setzt AstraZeneca auf einen Vektor-Impfstoff, bei dem Corona-Erbgut mit einem Adenovirus eingeschleust wird. Gemein ist ihnen allen, dass sie in zwei Dosen verabreicht werden. Bei Astra Zeneca/Oxford wurde die Wirksamkeit von 90 Prozent merkwürdigerweise nur dann erzielt, wenn beim ersten Mal eine halbe Dosis gegeben wurde, bei zwei vollen Dosen lag sie nur bei 62 Prozent. Astra Zeneca gab deshalb als Durchschnitt 70 Prozent an.

Corona-Impfstoff von AstraZeneca: Ungewollt niedrige Dosis

Indes: Dass 2741 der insgesamt 23.000 Proband:innen nur die halbe Dosis bekamen, war ein Missgeschick. Warum aber hat die geringere Menge besser gewirkt? Die „New York Times“ zitiert die Forscher:innen mit der möglichen Erklärung, die ungewollt niedrige Dosis könnte eine natürliche Infektion besser simuliert und das Immunsystem daher stärker reagiert haben; die genauen Gründe sollen jetzt untersucht werden.

Im „medicalxpress“ wird auch darauf verwiesen, dass keine Person in der Gruppe mit der niedrigen Dosis älter als 55 Jahre war. Das ist problematisch, weil jüngere Menschen häufiger eine stärkere Immunantwort entwickeln. Die bessere Wirksamkeit könnte deshalb auch mit dem geringen Durchschnittsalter und nicht mit der Dosis zu tun haben. Auch sagt der britische Impfstoffexperte David Salisbury, dass es nicht üblich sei, Studienergebnisse aus zwei Gruppen zusammenzufassen und daraus eine durchschnittliche Wirksamkeit abzuleiten.

Wie bei den Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna haben sich Regierungen Millionen Dosen des Impfstoffs von Astra Zeneca gesichert. Die Europäische Kommission hatte bereits im August einen Kaufvertrag für den Impfstoff von Astra Zeneca unterschrieben. Am Donnerstag teilte Moderna mit, dass die Europäische Kommission sich ebenfalls die ersten 80 Millionen Dosen seines Vakzins gesichert habe.

Rubriklistenbild: © DADO RUVIC/RTR

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