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Podcast

Virologe Hendrik Streeck geht neue Wege – Neuer Podcast gestartet

  • Delia Friess
    VonDelia Friess
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Nach vielfacher Medienkritik startet der Virologe Hendrik Streeck einen Podcast auf RTL. Dieser soll ganz anders sein.

Bonn - Der Virologe Hendrik Streeck geriet in den vergangenen Monaten immer wieder in den Fokus der Öffentlichkeit - auch weil er die Corona-Strategie der Regierung kritisierte. Zugleich fühlt er sich auch von Medien in Deutschland zum Teil falsch verstanden und falsch zitiert. Zudem beklagte der Arzt und Wissenschaftler eine überhitzte Diskussion im Umgang mit dem Coronavirus.

Im März 2021 hat Streeck nun einen eigenen Podcast „Hotspot – Der Pandemie-Talk“ gestartet. Der Podcast folgt damit auf die Podcasts von anderen Top-Virologen in Deutschland, wie die von Christian Drosten und Alexander Kekulé, die ebenfalls Podcasts, im öffentlich-rechtlichen Rundfunk, haben. Zuvor informierte auch Hendrik Streeck in einem Podcast des BR über das Coronavirus, der allerdings bereits im April 2020 abgesetzt wurde. Streecks Gesprächspartnerin im neuen Podcast ist die RTL-Moderatorin Katja Burkard, die die RTL-Sendung „Punkt 12“ moderiert.

Virologe Hendrik Streeck startet Podcast auf RTL – es geht um Corona

In den ersten beiden Folgen sprachen Streeck und Moderatorin Katja Burkard über Mutanten des Coronavirus oder die Impfstoffe zu dem Coronavirus. „Man hat mehr Zeit und kann in die Tiefe gehen“, sagte der Leiter des Instituts für Virologie an der Uniklinik Bonn über den neuen Podcast, der unter anderem auch auf „Audio Now“ abrufbar ist.

In dem letzten Podcast sprach Hendrik Streeck auch über die erhöhte Sterblichkeit der britischen Variante des Coronavirus und erklärte, dass diese anhand einer Studie aus England, die im „British Medical Journal“ veröffentlicht worden ist, belegt sei. Auch andere Studien aus Großbritannien und Dänemark deuteten darauf hin. Die steigenden Infektionszahlen in Deutschland hingen Streeck zufolge wohl auch mit der Ausbreitung der britischen Variante zusammen.

Hendrik Streeck, Direktor des Institut für Virologie an der Uniklinik in Bonn, steht in einem Labor seines Institutes.
Hendrik Streeck Direktor des Institutes für Virologie und HIV-Forschung an der Medizinischen Fakultät der Universität Bonn.
Geburtsdatum 7. August 1977
ElternUlrich Streeck, Annette Streeck-Fischer
Ehrungen Forschungspreis der Deutschen AIDS-Gesellschaft 2009
EhemannPaul Zubeil

In einer vergangenen Folge des neuen Podcasts mit Hendrik Streeck erklärte der Virologe auch den Anstieg der Infektionen von Kindern. Dies hinge mit vielen Faktoren, beispielsweise mit den Zusammenkünften in Schulen und der Erhöhung der Tests, zusammen. Man dürfe nicht den Fehler machen, zu denken, dass Kinder keine Träger des Coronavirus seien. Sie könnten sich auch infizieren, und die britische Variante sei in allen Altersstufen stärker ansteckend.

Nach Ciesek, Drosten, Kekulé: Auch Virologe Streeck startet Podcast zu Corona

Hinsichtlich des Corona-Impfstoffes aus Russland äußerte Streeck Bedenken über das Verfahren der Testphasen. Der Impfstoff Sputnik V gilt international als umstritten, hat aber in den europäischen Studien überraschend gute Ergebnisse erzielt.  

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Hendrik Streeck betonte immer wieder, Öffnungsstrategien seien zwar an das Infektionsgeschehen anzupassen, sagte aber auch, dass die Zahl an Neuinfektionen nicht das Maß aller Dinge sein dürfe, um das Infektionsgeschehen zu beurteilen. Streeck stieß damit bei vielen anderen Expert:innen auf Kritik, bekam aber auch Zuspruch.

In die Kritik auf Twitter geriet der Virologe Streeck beispielsweise für seine Beurteilungen von Impfstoffen. Besonders lobte Hendrik Streeck in einem Interview mit „n-tv“ den Impfstoff von Johnson & Johnson, weil dieser viele Vorteile habe, zum Beispiel, dass nur eine Impfdosis benötigt werde.

Virologe Streeck legt Interessentskonflikt offen - war für Johnson & Johnson tätig

Dies stieß deshalb auf Kritik, weil der Virologe zuvor auch im Wissenschaftlichen Beirat von Janssen Pharmazeutica, einer Tochter-Firma von Johnson & Johnson, tätig war. Allerdings wurden diese Interessenskonflikte im Rahmen eines Statements der Deutschen AIDS Gesellschaft auch offen gelegt. Auch in dem Interview mit „n-tv“ sagte Streeck, dass er alle Impfstoffentwickler des Johnson & Johnson-Impfstoffes schon seit einem Jahrzehnt kenne. Zudem betonte er, dass er sich mit allen Impfstoffen impfen lassen würde. Hinsichtlich des Impfstoffes von Astrazeneca jedoch sprach auch Streeck sich - wie andere Expert:innen - für einen Impfstopp von aus, um zu schauen, was die Gründe für die Unverträglichkeiten sein könnten.

Der Podcast von RTL wird von „Bertelsmann“ produziert und hat den Anspruch „bewusst weniger politisch zu sein“. Ob dies gelingt, bleibt weiter abzuwarten. (Delia Friess)

Rubriklistenbild: © Federico Gambarini

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