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Corona-Pandemie

Harter Lockdown in Großbritannien – Boris Johnson: Ausbreitung der Corona-Mutation „frustrierend und alarmierend“

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  • Rebecca Röhrich
    Rebecca Röhrich
  • Sebastian Richter
  • Ines Alberti
    Ines Alberti
  • Ute Fiedler
    Ute Fiedler

Premierminister Boris Johnson hat drastische Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus in Großbritannien verhängt. Das Gesundheitssystem ist an seinen Grenzen, die Zahl der Todesfälle steigt rasant.

  • In Großbritannien grassiert eine mutierte Variante des Coronavirus.
  • Nach der Mutation soll das Coronavirus bis zu 70 Prozent ansteckender sein.
  • Premierminister Boris Johnson reagiert auf die hohen Infektionszahlen und verhängt einen harten Lockdown.

Update von Montag, 04.01.2021, 22:20 Uhr: Großbritannien hat die Maßnahmen gegen das Coronavirus stark verschärft. Fast 60.000 Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages und überlastete Kliniken zwingen die Regierung in London zu drastischen Maßnahmen wie weitreichenden Ausgangsbeschränkungen.

„Wir müssen in England einen Lockdown verhängen, um die neue Corona-Variante in den Griff zu bekommen“, sagte Premierminister Boris Johnson am Montagabend (04.01.2021) in einer Fernsehansprache. „Das bedeutet, dass Sie zu Hause bleiben müssen.“ Ab Mittwoch dürfe man nur noch aus dringenden Gründen wie Arztbesuchen oder dem Arbeitsweg das Haus verlassen. Schulunterricht und Freizeitsport wird ausgesetzt. Laut Johnson sollen die Maßnahmen zunächst bis Mitte Februar gelten, kommenden Mittwoch soll im Parlament über den Lockdown debattiert werden – es wird mit parteiübergreifender Zustimmung gerechnet.

Boris Johnson, Premierminister von Großbritannien, kündigt in einer Fernsehansprache den neuen Lockdown an.

Harter Lockdown in Großbritannien: Virusmutation verbreitet sich rasend schnell

Die Zahl der Neuinfektionen war zuletzt deutlich in die Höhe geschnellt. Auch die Todesfälle haben laut Johnson um 20 Prozent zugenommen. In den Kliniken sollen sich 40 Prozent mehr Corona-Patienten befinden als bei den Höchstständen im Frühjahr. Für die brenzlige Situation macht der Premierminister vor allem die neue Virusmutation verantwortlich, die in Großbritannien entdeckt wurde. Möglicherweise sei diese 70 Prozent ansteckender als der Ursprungsvirus, sie verbreite sich in „frustrierender und alarmierender Weise“ , so Johnson.

+++ 20.41 Uhr: Das Coronavirus befällt in Großbritannien möglicherweise immer mehr Kinder und Jugendliche. Laura Duffel, Oberschwester im King’s College Hospital in London, sagte gegenüber der BBC, es würden immer mehr Heranwachsende in die Klinik gebracht, die schwere Verläufe der Krankheit durchmachten. Während der ersten Welle habe es das nicht gegeben. Duffel müsse nach eigenen Angaben „eine ganze Station von Kindern und Jugendlichen mit Covid-19“ betreuen. Es würden zudem immer mehr 20- bis 30-Jährige in ihr Krankenhaus in London eingeliefert, die schwere Symptome hätten, obwohl keine bekannten Vorerkrankungen vorlägen. Das berichtet der „Tagesspiegel“.

Corona-Krise in Großbritannien: Ärzte bestreiten erhöhte Fallzahlen bei Kindern

Mehrere Ärzte bestreiten allerdings, dass das Coronavirus die Kinderstationen in Großbritannien zusätzlich belastet. „Kinderstationen sind im Winter normalerweise ausgelastet. Derzeit sehen wir keinen signifikanten Druck durch Covid-19 in der Pädiatrie in ganz Großbritannien“, so Russell Viner, Präsident des Royal College of Paediatrics and Child Health.

In Großbritannien kommt ab Montag (04.01.2021) ein neuer Impfstoff zum Einsatz.

Auch Calum Semple, Professor für Kindergesundheit und Ausbruchsmedizin an der Universität von Liverpool, erkennt derzeit keinen Anstieg von Corona-Fällen bei Heranwachsenden. Er habe mit Kollegen auf Intensivstationen gesprochen. „Nicht einer von ihnen hat einen Anstieg von kranken Kindern gesehen, die auf die Intensivstation kommen, und wir hören auch nicht von einem Anstieg der Fälle auf den anderen Stationen“, sagte Semple laut eines Berichts des „Tagesspiegels“.

Corona in Großbritannien: Impfstoff AtraZeneca soll eingesetzt werden

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie kommt in Großbritannien ab Montag (04.01.2021) auch der von dem Konzern AstraZeneca und der Universität Oxford entwickelte Impfstoff zum Einsatz. Zunächst stehen nach Regierungsangaben 530.000 Dosen zur Verfügung. Insgesamt hat Großbritannien 100 Millionen Dosen bei AstraZeneca bestellt. Bislang wurden im Vereinigten Königreich bereits mehr als eine Million Dosen des Impfstoffs des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer verabreicht. 

Corona in Großbritannien: Boris Johnson kündigt härteren Kurs an

Update vom Sonntag, 03.01.2021, 15.30 Uhr: Boris Johnson hat einen härteren Kurs in der Corona-Krise angekündigt. In einem TV-Interview mit dem Sender „BBC“ sagte er: „Möglicherweise gibt es Dinge, die wir in den nächsten Wochen tun müssen, die härter sein werden.“ Allerdings ließ er Raum für Spekulationen, da keine Präzisierung folgte. „Ich werde jetzt nicht darüber spekulieren, wie diese aussehen könnten“, so der 56-Jährige.

Boris Johnson kündigte in einem TV-Interview strengere Corona-Regeln für Großbritannien an. (Archivfoto)

Die britischen Gesundheitsämter vermeldeten mehr als 57.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 innerhalb von 24 Stunden. Am schlimmsten trifft es aktuell die Region um die Hauptstadt London und den Süden des Landes.

Die in Großbritannien kursierende Mutation des Virus treibt die Infektionszahlen zusätzlich in die Höhe. Große Hoffnungen setzen die Briten in den kürzlich zugelassenen Corona-Impfstoff von AstraZeneca.

+++ 18.04 Uhr: Die kürzlich in Südafrika entdeckte mutierte Form des Coronavirus ist in England angelangt. In einer Ansprache sagte der britische Gesundheitsminister Matt Hancock, zwei Personen seien mit der Mutante infiziert. „Diese neue Variante ist sehr besorgniserregend, weil sie noch ansteckender ist und scheinbar noch weiter mutiert ist als die Variante, die in Großbritannien entdeckt wurde“, sagte Hancock. Die beiden in Großbritannien Infizierten und ihre Kontakte hätten sich in Isolation begeben. Zudem seien sofortige Maßnahmen für Einreisen aus Südafrika getroffen worden, Details dazu nannte Hancock nicht.

In Großbritannien wurden Fälle der Corona-Mutante aus Südafrika entdeckt.

„Das ist Weihnachten für uns!“ - Traurige Feiertage für Tausende Trucker an der EU-Grenze

+++ 14:27 Uhr: „Das ist Weihnachten für uns!“, sagt einer der Lkw-Fahrer, der in Großbritannien an der Grenze festsitzt. Regen prasselt auf seinen Lastwagen, notdürftig versucht er sich mit einer Kapuze vor der Nässe zu schützen. Tausende Lkw-Fahrer hat die Grenzschließung aufgrund der Coronavirus-Mutation kalt erwischt. Sie werden mit ihren Kollegen oder ganz alleine Weihnachten feiern müssen. Denn auch die Öffnung der Grenzen kommt für ein pünktliches Erscheinen bei der Familie zu spät. Einige berichten gegenüber spiegel.de, dass sie noch bis zu 38 Stunden Fahrweg nach Hause hätten.

„Das ist Weihnachten für uns!“ - Traurige Feiertage für Tausende Trucker an der EU-Grenze.

Seit der Nacht zum Montag hatten Frankreich und Belgien die Grenzen nach Großbritannien geschlossen. Grund ist eine neue Coronavirus-Mutation, die nach ersten wissenschaftlichen Erkenntnissen 70 Prozent ansteckender ist als die bisher bekannte Variante. Frankreich hat die Grenzen zwar nun wieder geöffnet, aber nach Festland-Europa dürfen nur jene, die negativ auf das Coronavirus getestet werden.

Coronavirus-Mutation sorgt für Mega-Stau zwischen Frankreich und Großbritannien

+++ 11.15 Uhr: Die Frustration wächst. 48 Stunden lang war die Grenze geschlossen, jetzt dürfen Lastwagen wieder von Großbritannien nach Frankreich übersetzen. Doch aufgrund der schieren Menge an Lkw dürfte es noch eine Weile dauern, bis sich der Rückstau in der südostenglischen Grafschaft Kent auflöst. In Dover und Umgebung warten nach Schätzungen des britischen Speditionsverbands bis zu 10.000 Lastwagen auf die Ausreise nach Frankreich. Viele Fahrer:innen werden deshalb das Weihnachtsfest nicht mit ihren Familien verbringen können.

Nun ist es am englischen Hafen Dover zu einem Handgemenge und Schubsereien zwischen den Wartenden und der Polizei gekommen. Frustrierte Fahrer:innen hätten die Polizei ausgepfiffen, einige versuchten, an den Beamten vorbeizukommen, wie britische Medien berichteten.

Lkw dürfen wieder von Großbritannien in die EU - bei negativem Test 

Update vom Mittwoch, 23.12.2020, 8.56 Uhr: Tausende Lastwagen stauen sich derzeit in Südostengland, nachdem Frankreich am Sonntagabend (20.12.2020) aufgrund der Ausbreitung der neuen Coronavirus-Variante in Großbritannien die Grenzen geschlossen hatte. Vom heutigen Mittwoch (23.12.2020) an will Frankreich die Einreise über den Ärmelkanal wieder erlauben - allerdings nur gegen Vorlage eines negativen Corona-Tests. Es wird erwartet, dass der enorme Rückstau sich nur schleppend auflösen wird.

Nach der Schließung von Frankreichs Grenzen stehen Lastwagen vor dem Hafen von Dover Schlange.

Mutiertes Coronavirus: Erste Befürchtung bestätigt sich

+++ 17:45 Uhr: Die neuartige Mutation des Coronavirus, die sich aktuell von Großbritannien aus verbreitet, könnte Covid-19 bis zu 70 Prozent ansteckender machen, wenn man dem britischen Premierminister Boris Johnson glauben mag. Eine große Veränderung soll es aber nicht gegeben haben: 99 Prozent der Proteine in der Mutation sollen laut Biontech mit den vorherrschenden Virussträngen identisch sein. Das Mainzer Unternehmen geht davon aus, dass ihr neuer Impfstoff trotzdem funktioniert.

Der Corona-Impfstoff von Biontech und seinem Partner Pfizer soll auch gegen die Mutation des Virus funktionieren.

„Wir müssen das jetzt experimentell testen. Das wird etwa zwei Wochen in Anspruch nehmen. Wir sind aber zuversichtlich, dass der Wirkungsmechanismus dadurch nicht signifikant beeinträchtigt wird“, so Biontech-Chef Uğur Şahin. Der Impfstoff bekämpfe das Virus selbst, kleine Mutationen spielen keine große Rolle. „Unser Impfstoff sieht das ganze Protein und bewirkt multiple Immunantworten. Dadurch haben wir so viele Andockstellen, dass das Virus schwer entkommen kann. Das bedeutet aber nicht, dass die neue Variante harmlos ist.“ Sollte der Impfstoff trotzdem nicht funktionieren, könne er binnen sechs Wochen „umgearbeitet“ und angepasst werden.

Mutiertes Coronavirus sorgt für Chaos in Großbritannien: Lange Lkw-Schlangen an den Grenzen

+++ 14.55 Uhr: Lkw-Schlangen auf der Autobahn und unterbrochene Lieferketten: Das wegen einer neuen Corona-Mutation weitgehend isolierte Großbritannien sucht nach Auswegen zur Vermeidung von Versorgungsengpässen. Nun verhandelt das Land mit Frankreich über die Einführung von Corona-Massentests für Lastwagenfahrer, um die Sperre des Warenverkehrs am Ärmelkanal wieder aufheben zu können. Corona-Nachweise seien „absolut Teil der Diskussionen“, sagte Innenministerin Priti Patel dem Sender Sky News. „Wir müssen alles tun, was wir können.“

Nach Angaben der britischen Innenministerin sind derzeit rund 650 Lkw auf der Autobahn zwischen London und dem Hafen von Dover gestrandet, weil von dort aus der Verkehr nach Frankreich eingestellt wurde. Auf einem stillgelegten Flughafen warten noch einmal etwa 800 Laster. Mit Blick auf die mögliche Aufhebung der Sperre für den Warenverkehr hieß es unterdessen in Pariser Regierungskreisen, man arbeite an einer Lösung, die im Laufe des Tages präsentiert werden dürfte. 

Nachdem der Hafen von Dover geschlossen worden ist, stehen Lastwagen auf der Abfahrt in Warteschlangen.

Brüssel fordert Ende von strikten Reiseverboten für Großbritannien

Derweil hat die EU-Kommission die Mitgliedstaaten aufgefordert, die wegen der mutierten Variante des Coronavirus erlassenen strikten Reiseverbote von und nach Großbritannien zurückzunehmen. „Verbote von Flug- und Zugreisen sollten angesichts der Notwendigkeit, essenzielle Reisen zu gewährleisten und Unterbrechungen der Versorgungskette zu vermeiden, ausgesetzt werden“, erklärte die Brüsseler Behörde. Von nicht unbedingt notwendigen Reisen solle aber „abgeraten“ werden.

Mutiertes Coronavirus: Tausende Briten in Schweiz eingereist - Behörden alarmiert

+++ 13.00 Uhr: In der Schweiz läuft eine aufwendige Suche – die Suche nach einigen Tausend jüngst angereisten Britinnen unjd Briten. Grund ist die neue Coronavirus-Variante in Großbritannien. Am Montag (21.12.2020) hatten die Behörden rückwirkend Quarantäne angeordnet, um die Ausbreitung der neuen Variante in der Schweiz möglichst zu verhindern. Jeder, der seit dem 14. Dezember aus Großbritannien eingereist ist, muss bis zum zehnten Tag nach der Ankunft in Quarantäne. Allein am Genfer Flughafen waren es am vergangenen Wochenende etwa 3500 Passagiere. Die Behörden gehen von etwa 10.000 Fluggästen seit dem 14. Dezember aus.

In der Schweiz sind die meisten Skigebiete offen.

Besonders viele britische Gäste hat traditionell der Skiort Verbier im Kanton Wallis. Der Ort geriet Anfang Dezember in die Schlagzeilen, weil Besucher Videos von dichtem Gedränge ohne jeglichen Abstand vor den Skiliften auf sozialen Medien hochgeladen hatten. Der Direktor des Tourismusbüros, Simon Wiget, versicherte anschließend, das inzwischen strikte Sicherheitsmaßnahmen umgesetzt worden seien. In Verbier kämen die meisten britischen Gäste erst nach Weihnachten an, heißt es jetzt dort. Die, die schon da seien, würden kontaktiert.

Trotz Drucks aus dem Ausland haben nur einige Schweizer Kantone ihre Skigebiete über die Feiertage geschlossen. Offen sind die mit den größten Stationen: das Wallis mit Zermatt, Saas Fee und Crans Montana, sowie Graubünden mit Davos-Klosters und Engadin-St. Moritz.

Studie zu neuer Coronavirus-Variante - Drosten: „Das sieht nicht gut aus“

+++ 10.00 Uhr: Eine neue Variante in Großbritannien macht neuen Untersuchungen zufolge das Coronavirus sehr wahrscheinlich leichter übertragbar. Zu diesem Schluss kommen Experten der englischen Gesundheitsbehörde Public Health England (PHS). Sie verweisen dabei auf Erbgut-Untersuchungen der neuen Variante und auf Modellrechnungen zur Ausbreitung. Eine der rund 20 Mutationen der neuen Variante B.1.1.7 dürfte insbesondere dazu beitragen, dass das Virus leichter übertragen werden könne.

Der deutsche Virologe Christian Drosten schrieb zu den PHS-Daten: „Das sieht leider nicht gut aus.“ Positiv sei aber, dass B.1.1.7-Fälle bislang nur in Gebieten zugenommen haben, wo die Gesamtinzidenz hoch oder ansteigend war. „Kontaktreduktion wirkt also auch gegen die Verbreitung der Mutante“, schreibt Drosten.

Den PHS-Forschern macht insbesondere eine Mutation mit der Bezeichnung N501Y Sorgen. Sie könnte den Daten zufolge dafür sorgen, dass das Virus besser an Zielzellen andocken kann. Zudem liege die Mutation an einer Stelle, an der auch bestimmte Antikörper des Menschen angreifen, um das Virus auszuschalten. „Deshalb ist es möglich, dass solche Varianten die Wirksamkeit beim Neutralisieren des Virus beeinflussen.“

Biontech geht von Wirksamkeit des Impfstoffes auch bei Corona-Mutation aus

Update vom Dienstag, 22.12.2020, 07.45 Uhr: Die Mainzer Firma Biontech geht davon aus, dass ihr Impfstoff auch gegen die in Großbritannien entdeckte Mutation des Coronavirus wirkt. Dafür halte er „die Wahrscheinlichkeit für hoch“, sagte Firmenchef Ugur Sahin am Montagabend im Internetprogramm der „Bild“-Zeitung. Das Vakzin war am Montag in der EU zugelassen worden.

Die neue Mutation des Coronavirus, die bislang vor allem in Südostengland festgestellt wurde, bereitet allerdings weltweit große Sorgen. Der britische Premierminister Boris Johnson hatte am Wochenende erklärt, diese Form des Erregers sei „bis zu 70 Prozent ansteckender“ als die Ursprungsvariante. Zahlreiche Staaten beschränkten den Reiseverkehr mit Großbritannien. Deutschland kappte wie andere Staaten die Flugverbindungen mit dem Land.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) trat allerdings der Einschätzung der britischen Regierung entgegen, durch die Neumutation sei die Corona-Lage "außer Kontrolle". Selbst wenn sich das Virus sich nun "ein kleines bisschen effizienter" ausbreite, könne es gestoppt werden, sagte der WHO-Direktor für medizinische Notfälle, Michael Ryan. Er rief aber dazu auf, die Maßnahmen zur Eindämmung der neuen Virus-Variante zu verstärken.

Die neue Corona-Mutation weltweit bereits aufgetaucht

+++ 19.25 Uhr: Die neue Variante des Coronavirus Sars-CoV-2 ist außer in Großbritannien auch in Australien, Island, Italien, den Niederlanden und Dänemark gefunden worden. Abgesehen von Dänemark seien es Einzelfälle gewesen, berichtete die Coronavirus-Expertin der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Maria van Kerkhove, am Montag (21.12.2020) in Genf.

Das Virus könne auch in der neuen Variante unter Kontrolle gebracht werden, betonte der WHO-Nothilfekoordinator Michael Ryan. „Die Situation ist nicht außer Kontrolle“, sagte er. „Wir müssen uns aber noch mehr anstrengen. Das Virus kann gestoppt werden.“ Schutzmaßnahmen wie Distanz halten, direkte Kontakte vermeiden und Händewaschen seien auch bei der neuen Variante genau die richtigen, um Ansteckungen möglichst zu vermeiden.

Unter anderem wegen der Ausbreitung der neuen Coronavirus-Mutation in Dänemark hat Schweden am Montag (21.12.2020) die Grenze zum Nachbarland geschlossen. Zudem habe die Verbreitung des Coronavirus in Dänemark generell zugenommen, begründete der schwedische Innenminister Mikael Damberg die Maßnahme gegenüber Reportern.

Aufgrund einer Mutation des Coronavirus in Großbritannien wurden alle Flüge nach Deutschland untersagt. Bei etlichen Fluginsassen musste ein Corona-Test durchgeführt werden.

Corona-Mutation aus Großbritannien könnte viel ansteckender sein

+++ 17.09 Uhr: Die neue Corona-Variante in Großbritannien soll dem britischen Premier Boris Johnson zufolge bis zu 70 Prozent ansteckender sein. Denn eine Mutation scheint es dem Erreger leichter zu machen, an menschliche Zellen anzudocken. Hat das auch Auswirkungen auf die Wirksamkeit des Impfstoffs von Biontech, der in Deutschland bald zugelassen werden soll?

Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko) am Robert Koch-Institut (RKI) erwartet frühestens für Januar Aufschluss über diese Frage. „Mit den vorliegenden Daten lässt sich noch nicht abschließend beurteilen, ob der Biontech-Impfstoff genauso gut gegen die mutierte Virusvariante wirkt wie bei den bisher bekannten Varianten“, sagte der Virologe Thomas Mertens am Montag (21.12.2020) den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Neue Corona-Variante aus Großbritannien: Impfstoff vermutlich wirksam

Bisherige Analysen des Genoms der neuen Virusmutante ließen allerdings vermuten, dass der Impfstoff weiter wirksam bleibe, sagte Mertens. Eine erste Prüfung der Antikörper-Wirksamkeit im Labor werde „voraussichtlich drei bis vier Wochen dauern“. Bei dieser Prüfung gehe es darum zu schauen, ob der vorliegende Impfstoff Antikörper hervorrufe, die gegen die neue Variante genauso wirksam sind.

Wird der Corona-Impfstoff von Biontech auch gegen die veränderte Virus-Variante aus Großbritannien wirksam sein?

Sollte sich zeigen, dass der Impfstoff von Biontech bei der neuen Mutante weniger wirksam sei, wäre es technisch nicht allzu schwer, den Impfstoff anzupassen, erläuterte Mertens. „Da es sich um einen mRNA-Impfstoff handelt, sind solche Veränderungen im Prinzip kein Problem.“ Schwieriger sei es aber, dann kurzfristig genügend Impfdosen herzustellen: „Möglicherweise müsste ein veränderter Impfstoff noch einmal neu in kleineren Studien getestet werden.“

Corona-Mutation aus Großbritannien: Einreisende aus London positiv getestet

+++ 15.40 Uhr: Einige Fluggäste, die noch aus Großbritannien nach Deutschland eingereist waren, kurz bevor der Flugverkehr aus dem Land eingestellt wurde, wurden positiv auf das Coronavirus getestet. Sieben positiv getestete Personen kamen am Hamburger Flughafen an, eine in Hannover. „In Hamburg sind am Sonntag noch drei Flüge aus Großbritannien angekommen. In diesen drei waren insgesamt sieben Personen, die bei den Schnelltests positiv getestet wurden“, sagte eine Sprecherin der Bundespolizei am Montag (21.12.2020) in Hamburg. Ob es sich bei dem Virus um die möglicherweise ansteckendere Variante aus Großbritannien handelt, konnte sie nicht sagen.

Rettungsdienst am Flughafen Hannover-Langenhagen: Passagiere aus Großbritannien bekamen die Möglichkeit, einen Corona-Schnelltest zu machen.

Die Tests in Hamburg waren nicht verpflichtend, hieß es weiter. Einige der Passagiere hätten auch bereits negative Corona-Tests dabei gehabt. Den übrigen sei ein Schnelltest angeboten worden. „Dafür ist eine Art Mini-Teststrecke eingerichtet worden.“ Wie viele Fluggäste das Angebot genutzt haben, konnte die Sprecherin nicht sagen.

Weitere Labortests sollten nun klären, ob die in Hannover gelandeten Passagiere sich mit der mutierten, möglicherweise besonders ansteckenden Virus-Variante infiziert haben, teilte die Region Hannover am Montag mit. Anders als in Hamburg mussten am Flughafen Hannover die 62 Passagiere aus London in einem Terminal übernachten. Auch am Flughafen Frankfurt mussten 120 aus Großbritannien Einreisende* im Transitbereich übernachten, da aus Zeitgründen nicht alle getestet werden konnten oder ihr Ergebnis rechtzeitig erhielten.

Corona-Mutation: Ähnliche Form in Südafrika entdeckt

+++ 13.54 Uhr: Nachdem eine mutierte Form des Coronavirus in Großbritannien entdeckt worden ist, sind Forschende in Südafrika auf eine ähnliche Variante gestoßen. Auch die in Südafrika bemerkte Form verbreite sich schneller als die bisher bekannte, sagte Gesundheitsminister Zweli Mkhize am Freitag (21.12.2020) auf einer Pressekonferenz. Deutschland reagierte mit Beschränkungen für Einreisende aus Südafrika. So werden die Reisenden systematisch von der Bundespolizei kontrolliert und müssen sich auf das Coronavirus testen lassen. Der südafrikanische Gesundheitsminister macht die mutierte Corona-Variante in Südafrika für die zweite Welle im Land verantwortlich.

Mutiertes Coronavirus aus Großbritannien: Immer mehr Länder stoppen Flüge

+++ 12.16 Uhr: Die neue Corona-Mutation aus Großbritannien ist nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) in Deutschland noch nicht nachgewiesen worden. Ein Vorkommen könne aber auch nicht ausgeschlossen werden, erklärte das RKI am Montag (21.12.2020) auf seiner Internetseite. Es sei auch noch nicht abschließend geklärt, wie sich die neue Variante auf das Infektionsgeschehen auswirkt, ob sie etwa ansteckender ist oder wie schwer sie verläuft.

Das RKI verweist in seiner Einschätzung auf einen Bericht des britischen Arctic-Konsortiums, demzufolge die mutierte Virusvariante zwischen September und November einen zunehmenden Anteil an den in Großbritannien charakterisierten Sars-CoV-2-Viren hatte. Aus dieser Analyse lasse sich jedoch nicht direkt ableiten, dass das erhöhte Krankheitsgeschehen im Südosten Englands durch die beobachteten genetischen Veränderungen in der Virus-Variante bedingt sei, erklärte das RKI.

Laut RKI nur begrenzte Infos zum mutierten Coronavirus aus Großbritannien

Mit Blick auf die vermutete höhere Ansteckungsrate der mutierten Variante verweist das RKI auf eine Risikoeinschätzung der EU-Gesundheitsbehörde ECDC, nach deren Angaben der rasche Anstieg der Häufigkeit der neuen Virusvariante im Südosten Englands darauf hinweisen könnte, „dass sie übertragbarer ist als zuvor zirkulierende Varianten“. Das RKI weist aber darauf hin, dass es auch andere mögliche Erklärungen für den Anstieg geben könnte. Wenn die Virusvariante tatsächlich mit einer erhöhten Übertragbarkeit verbunden sei, habe dies aber „auch Bedeutung außerhalb des Vereinigten Königreichs“, schlussfolgerte das RKI.

Auch zum Schweregrad der Corona-Mutation aus Großbritannien gibt es nach Angaben des RKI bisher nur begrenzte Informationen vom ECDC. Bisher gebe es keine Hinweise auf eine erhöhte Krankheitsschwere. Allerdings sei die Mehrzahl der Fälle bei Menschen unter 60 Jahren gemeldet worden, bei denen die Wahrscheinlichkeit schwerer Symptome geringer sei.

Mutiertes Coronavirus: Nordische Länder stoppen Flugverkehr aus Großbritannien

Unterdessen wollen auch Dänemark, Schweden, Norwegen und Finnland wegen der Corona-Mutation keine Flugzeuge aus Großbritannien mehr landen lassen. Das teilten die Behörden der Länder mit. In Dänemark und Norwegen gilt das Landeverbot vorerst für 48 Stunden, also bis Mittwochvormittag. In Finnland sind Reisende aus Großbritannien die nächsten zwei Wochen unerwünscht. In Schweden sollte der formelle Beschluss im Laufe des Montags gefasst werden.

Auch die Türkei stoppte alle Großbritannienflüge. Außerdem sei wegen des Auftauchens ansteckenderer Virusvarianten der Flugverkehr mit Südafrika und den Niederlanden vorerst eingestellt worden, twitterte der türkische Gesundheitsminister Fahrettin Koca am Sonntagabend. Zuvor hatten schon zahlreiche andere Staaten die Flugverbindungen zu Großbritannien stillgelegt. Polen und Hongkong setzen ab Nacht zu Dienstag die Großbritannienflüge aus, Malta verordnete Quarantäne für Reisende aus Großbritannien.

Reisende warten im Bahnhof St. Pancras in London, um den letzten Zug nach Paris zu nehmen. Viele Länder in Europa haben den Personenverkehr mit Großbritannien wegen einer mutierten Form des Coronavirus eingestellt.

Mutiertes Coronavirus aus Großbritannien: Die Grenzen sind dicht, Virologe Drosten äußert sich

+++ 9.21 Uhr: Der Virologe Christian Drosten geht davon aus, dass die in Großbritannien zirkulierende mutierte Variante des Coronavirus Deutschland bereits erreicht hat. „Ich denke, dass das schon in Deutschland ist“, sagte Drosten am Montagmorgen (21.12.2020) im Deutschlandfunk. „Dieses Virus ist ja jetzt gar nicht so neu. Davon darf man sich jetzt wirklich nicht irgendwie aus der Ruhe bringen lassen.“ Das Virus komme seit Ende September in England vor und sei im Oktober noch überhaupt nicht im Fokus gewesen. „Wir wissen jetzt: Es ist schon in Italien, in Holland, in Belgien, in Dänemark - sogar in Australien. Warum sollte es nicht in Deutschland sein?“

Die mutierte Coronavirus-Variante aus Großbritannien kann Deutschland schon erreicht haben, schätzt Virologoe Christian Drosten.

Zur Corona-Mutation sagte Drosten: „Ich bin darüber nicht so sehr besorgt im Moment. Ich bin allerdings auch - genau wie jeder andere - in einer etwas unklaren Informationslage.“ Die öffentlich bekannten Dokumente seien noch lückenhaft, das sähen britische Wissenschaftler genauso. „Die sagen auch, sie müssen zumindest mal noch bis diese Woche warten, bis ein paar vorläufige Datenanalysen abgeschlossen sind, um überhaupt zu sagen, dass der Verdacht, den sie da äußern stimmt.“ Mit Blick auf erhöhte Infektionszahlen sei die Frage, ob überhaupt die mutierte Virus-Variante daran Schuld habe, „oder ist das so, dass einfach lokal (...) Übertragungsmechanismen zum Tragen gekommen sind, die auch jedes andere Virus hochgespült hätte.“

Die kürzlich entdeckte Mutation des Coronavirus sei um bis zu 70 Prozent ansteckender als die bisher bekannte Form, hatte Premierminister Boris Johnson am Samstag (19.12.2020) gesagt. Drosten äußerte Zweifel an der wissenschaftlichen Gewissheit dieses Wertes: „Diese Zahl ist einfach so genannt worden.“ Politiker würden solche Zahlen nennen, Medien nähmen diese auf. „Plötzlich steht so ein Wert im Raum - 70 Prozent - und keiner weiß überhaupt, was damit gemeint ist.“

Mutiertes Coronavirus: Europa macht Grenzen zu Großbritannien dicht, Lauterbach warnt

Update vom Montag, 21.12.2020, 7.28 Uhr: SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat eindringlich vor einem schnellen Vordringen der in Großbritannien entdeckten Coronavirus-Variante nach Deutschland gewarnt. „Wenn es jetzt käme, wo wir mitten in der zweiten Welle sind, wo wir so hohe Fallzahlen haben, wäre das eine Katastrophe“, sagte Lauterbach am Sonntagabend (20.12.2020) im „Bild“-Talk. „Das ist so ähnlich, als wenn ich ein Feuer habe und gieße noch einmal Benzin nach.“ Die Wahrscheinlichkeit, dass die neue, angeblich deutlich ansteckendere Corona-Variante über kurz oder lang nach Deutschland komme, hält Lauterbach dennoch für sehr hoch.

Mutierte Variante des Coronavirus: Gesundheitsexperte Lauterbach hält an hartem Lockdown fest

Lauterbach sagte, er hoffe aber, dass die mutierte Variante des Coronavirus jetzt noch nicht in Deutschland angekommen sei. „Dann müssen wir kämpfen, dass das möglichst lange so bleibt.“ Dies sei „ein weiterer Grund, warum wir den harten Lockdown rigoros durchführen müssen“, bis die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner:innen binnen sieben Tagen deutlich unter 50 oder besser unter 25 lägen. Dann könne man, „selbst wenn die neue Mutation da ist, jedes neue Cluster sofort entdecken und beenden und kommt wieder vor die Welle“. Aktuell liegen jedoch allein sechs Bundesländer über einem Inzidenz-Wert von 200, darunter Sachsen mit dem Höchstwert von 427 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner:innen in sieben Tagen.

Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (SPD) warnt vor der mutierten Version des Coronavirus in Deutschland.

Mutiertes Coronavirus: Jetzt auch erster Fall in Italien festgestellt

+++ 22.12 Uhr: Die neue Variante des Coronavirus aus Großbritannien ist auch bei einem Infizierten in Italien festgestellt worden. Die mutmaßlich ansteckendere Mutation sei bei einem Patienten im Celio-Militärkrankenhaus in Rom nachgewiesen worden, teilte das italienische Gesundheitsministerium am Abend mit. Der Patient war demnach kürzlich aus Großbritannien zurückgekehrt und war mit seiner Familie in Quarantäne.

Trotzdem kündigte auch die italienische Regierung an, Flüge von und nach Großbritannien zu stoppen. Außenminister Luigi Di Maio erklärte, dies sei zum „Schutz der Italiener“ nötig. Gesundheitsminister Roberto Speranza kündigte auch ein Einreiseverbot für Menschen an, die sich in den vergangenen 14 Tagen in Großbritannien aufgehalten haben. Betroffene, die bereits in Italien sind, müssen sich testen lassen.

Außerhalb Großbritanniens waren bisher elf Fälle der neuen Virus-Mutation gemeldet worden - neun in Dänemark und je einer in den Niederlanden und Australien. In Deutschland wurde die Mutation nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) noch nicht nachgewiesen.

Corona-Mutation: Flugverkehr aus Großbritannien soll eingestellt werden

+++ 19.15 Uhr: Wegen der neuen Variante des Coronavirus stellt Deutschland ab Mitternacht den Flugverkehr aus Großbritannien ein. In einer Verordnung sollten ab Montag auch Einreisen aus Südafrika eingeschränkt werden, kündigte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Sonntag in der ARD an.

Das mutierte Virus sei in Deutschland zwar bisher noch nicht nachgewiesen worden. Eine deutlich schnellere Übertragbarkeit, wie sie vermutet werde, würde aber „viel verändern“ - ein Einschleppen nach Deutschland und Kontinentaleuropa müsse daher unterbunden werden. „Wir nehmen natürlich diese Meldungen aus dem Vereinigten Königreich sehr ernst“, sagte Spahn.

Neue Corona-Variante: Bundespolizei kontrolliert Einreisende aus Großbritannien

Der Stopp im Flugverkehr mit Großbritannien soll vorerst bis zum 31. Dezember gelten, an weiteren Regelungen werde noch gearbeitet, hieß es dazu aus Regierungskreisen in Berlin. Für den See- und Straßenverkehr mit Großbritannien arbeitet die EU demnach noch an einer gemeinsamen Entscheidung zu Einschränkungen.

+++ 18.25 Uhr: Aufgrund der mutierten Coronavirus-Variante soll die Bundespolizei Einreisende aus Großbritannien und Südafrika systematisch kontrollieren. Das schrieb der Sprecher des Bundesinnenministeriums auf Twitter. Die Maßnahmen sollen mit den Gesundheitsämtern abgestimmt werden. „Reisende müssen sich auf längere Wartezeiten an den Grenzen einstellen“, so Sprecher Steve Alter.

Mutiertes Coronavirus: Deutschland stellt Flugverkehr mit Großbritannien ein

+++ 17.50 Uhr: Wegen der mutierten Variante des Coronavirus stellt Deutschland ab Mitternacht den Flugverkehr mit Großbritannien ein. Das erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Sonntag aus Regierungskreisen in Berlin. Die Einschränkung soll demnach vorerst bis zum 31. Dezember gelten, an weiteren Regelungen werde noch gearbeitet. 

+++ 17.20 Uhr: Wegen der neuen Variante des Coronavirus will die Bundesregierung die Reisemöglichkeiten mit Großbritannien und Südafrika einschränken. Eine entsprechende Regelung werde zur Zeit erarbeitet, teilte ein Regierungssprecher am Sonntag mit.

+++ 14.35 Uhr: Belgien wird in der Nacht zum Montag (21.12.2020) ebenfalls die Verkehrsverbindungen zum Vereinigten Königreich kappen. Flüge und Zugverbindungen aus Großbritannien würden ab Mitternacht gestoppt, teilte die Regierung mit. Regierungschef Alexander De Croo kündigte an, die Maßnahme werde für mindestens 24 Stunden gelten. Italien kündigte einen ähnlichen Schritt für Flüge an. Außenminister Luigi Di Maio erklärte auf Facebook, dies sei zum „Schutz der Italiener“ nötig. 

Wirksamkeit des Corona-Impfstoffes nicht entscheidend beeinträchtigt

+++ 14.05 Uhr: Die Wirksamkeit des Corona-Impfstoffes wird durch die in Großbritannien aufgetauchte neue Variante des Virus nach Expertenansicht vermutlich nicht entscheidend beeinträchtigt. „Ich sehe da derzeit keinen Grund für Alarm“, sagte Richard Neher vom Biozentrum der Universität Basel.

In England kursiert eine neue Mutation des Coronavirus. (Symbolfoto)

Auch Andreas Bergthaler von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (CeMM) in Wien hält die derzeitige Entwicklung nicht für „wahnsinnig alarmierend“. Dass Mutationen auftauchen, sei nicht ungewöhnlich. Derzeit wisse man nicht, ob die beobachteten Veränderungen die Eigenschaften des Erregers überhaupt entscheidend verändern.

Mutiertes Coronavirus in Großbritannien „außer Kontrolle“

+++ 13.35 Uhr: Die neue, ansteckendere Variante des Coronavirus in England ist nach den Worten des britischen Gesundheitsministers „außer Kontrolle“. „Wir müssen es unter Kontrolle bringen“, hob Matt Hancock am Sonntag im Sender Sky News hervor. Die Lage sei „todernst“. Die einzige Möglichkeit sei eine Verringerung der sozialen Kontakte. Die Virus-Mutation wird für einen starken Anstieg der Infektionszahlen im Süden Englands verantwortlich gemacht. 

Mutiertes Coronavirus in Großbritannien: Deutschland reagiert und prüft Einschränkung des Flugverkehrs

+++ 12.00 Uhr: Auch Deutschland erwägt nach dem Auftreten einer Mutation des Coronavirus in Großbritannien die Einschränkung des Flugverkehrs aus dem Königreich. Wie die Nachrichtenagentur AFP am Sonntag aus Kreisen des Bundesgesundheitsministeriums erfuhr, gelte dies wegen einer neuen Variante des Coronavirus auch für Südafrika und sei eine „ernsthafte Option“. In den Niederlanden dürfen bereits vorerst keine Flugzeuge mehr aus Großbritannien landen.

Ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums sagte, die Entwicklung in Großbritannien werde sehr genau verfolgt. „Mit Hochdruck“ würden die von dort vorliegenden Informationen zu der Mutation ausgewertet. Die Bundesregierung sei dazu auch in Kontakt mit ihren europäischen Partnern. Der Chefvirologe der Berliner Charité, Christian Drosten, schrieb am Sonntag bei Twitter, in Deutschland sei die Mutation bisher nicht aufgetaucht.

Mutiertes Coronavirus breitet sich in Großbritannien aus: Niederlanden stoppt Flugverkehr mit der Insel

Update vom Sonntag, 20.12.2020, 10.05 Uhr: Um eine Ausbreitung des neuartigen, mutierten Coronavirus im eigenen Land zu verhindern, verbieten die Niederlande ab sofort Flüge aus Großbritannien. Das teilte die niederländische Regierung in Den Haag mit. Die Regelung gilt demnach ab Sonntag bis mindestens zum 1. Januar 2021.

Es handele sich dabei um eine Vorsichtsmaßnahme, um die Verbreitung des neuen Erregers einzudämmen. Verhindern lässt sich das offenbar ohnehin nicht. Denn wie ebenfalls bekannt wurde, gibt es in den Niederlanden bereits den ersten Fall eines Menschen, der sich mit dem mutierten Coronavirus infiziert hat. Dabei soll es sich um die Virus-Variante handeln, die sich derzeit auch in Großbritannien verbreitet. Man prüfe nun, wie es zu der Infektion gekommen sei und ob es weitere damit zusammenhängende Fälle gebe.

Laut dem Virologen Christian Drosten ist das mutierte Coronavirus in Deutschland bislang nicht gefunden worden. Auf Twitter äußerte sich Drosten knapp zu der Mutation und deutete an, dass weitere Studien zu Verbreitung und Art der Mutation notwendig seien.

Mutierter Coronavirs: Ausgangssperren in London und Südengland

Update vom Samstag, 19.12.2020, 19.34 Uhr: England hat angesichts stark steigender Fallzahlen eine Ausgangssperre in London und Südostengland verhängt. Ab dem morgigen Sonntag (20.12.2020) sind die Menschen angewiesen, ihre Wohnungen nur noch in Ausnahmefällen zu verlassen. Alle Geschäfte, die nicht der Grundversorgung dienen, müssen schließen. Treffen dürfen sich nur noch zwei Menschen aus zwei Haushalten - und zwar nur im Freien.

Die vielen Neuinfektionen in London und Südostengland werden mit der neu entdeckten Virusvariante in Verbindung gebracht. Die Mutation sei ersten Erkenntnissen zufolge „bis zu 70 Prozent ansteckender“ als die bisher verbreitete Form, sagte Premierminister Boris Johnson am Samstag.* Bisher deute aber nichts darauf in, „dass sie tödlicher ist oder eine schwerere Form der Krankheit verursacht“, sagte Johnson weiter. Auch die Wirksamkeit von Impfstoffen werde durch den neuen Virus-Stamm nicht beeinträchtigt.

Die neuen Maßnahmen in London und Südostengland bedeuten auch, dass sich rund ein Drittel der Menschen in England zu Weihnachten nicht mit Familie und Freunden treffen können. „Ich muss Ihnen schweren Herzens sagen, dass Sie nicht wie geplant Weihnachten feiern können“, sagte Johnson. „Aber wenn sich die Fakten ändern, müssen wir leider auch die Maßnahmen ändern.“

Mutiertes Coronavirus in Großbritannien: WHO äußert sich

Erstmeldung vom Dienstag, 15.12.2020, 13.46 Uhr: Während in dieser Woche in England damit begonnen wird, in Hausarztpraxen gegen das Coronavirus zu impfen, ist vor allem im Süden des Landes eine neue Mutation des Virus aufgetaucht. Dieses breitet sich rasant aus.

Laut Gesundheitsminister Matt Hancock haben sich bereits mehr als 1000 Menschen mit dem mutierten Virus infiziert. In 60 verschiedenen lokalen Behörden, vor allem im Süden des Landes unter anderem in London und Kent, seien die Infektionen registriert worden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sei informiert, berichtet die „BBC“. Wissenschaftler haben bereits angefangen, die Corona-Mutation zu erforschen.

Ein Mitarbeiter öffnet einen Spezial-Kühlschrank für besonders tiefe Temperaturen in einem Impfstofflager. (Archivfoto)

Neue Coronavirus-Mutation entstand wohl in Südengland

Laut dem britischen Gesundheitsminister Matt Hancock gebe es derzeit nichts, was darauf hindeute, dass die neue Variante von Corona* eine schlimmere Erkrankung hervorrufe. Auch gebe es keinen Grund zur Annahme, dass die Corona-Impfstoffe nicht wirksam gegen das mutierte Virus seien.

Wie die „BBC“ berichtet, betreffen die Veränderungen oder Mutationen das Spike-Protein des Virus - den Teil, der ihm hilft, Zellen zu infizieren.

Experten warnen vor Panik wegen mutiertem Coronavirus

Vor Panik warnt jedoch auch Professor Alan McNally, Experte an der Universität von Birmingham. „Seien wir nicht hysterisch. Das bedeutet nicht, dass es übertragbarer oder ansteckender oder gefährlicher ist“, sagte er gegenüber der BBC.

Man müsse die Mutation und die Auswirkungen im Auge behalten, so Alan McNally. Es sei wichtig, ruhig und rational zu bleiben, „da dies eine normale Virusentwicklung ist und wir erwarten, dass im Laufe der Zeit neue Varianten kommen und gehen und auftauchen.“

Das mutierte Coronavirus in England ist nicht die erste Entdeckung dieser Art

Die Coronavirus-Mutation ist nicht die erste, die Wissenschaftler entdeckt haben. Bereits im Sommer war eine mutierte Variante aufgetaucht, die vermutlich von Spanien aus ins restliche Europa gelangt war.

Eine weitere Mutation des Coronavirus hatten Forscher zudem im November in Dänemark entdeckt - dieses war von Nerzen an Menschen weitergegeben worden, woraufhin die Regierung mit drastischen Maßnahmen reagierte: Mehr als 15 Millionen Nerze wurden getötet. (uf) *fnp.de, hna.de und merkur.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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