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Covid-19

Corona: Grippeimpfung kann vor Ansteckung und schwerem Corona-Verlauf schützen

  • Anna Charlotte Groos
    vonAnna Charlotte Groos
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Corona-Forschung: Offenbar gibt es einen Zusammenhang zwischen der Grippeimpfung und einer geringeren Anfälligkeit für das Coronavirus. Die genauen Ursachen sind jedoch noch unklar.

Frankfurt/Michigan – Wer gegen Grippe geimpft ist, kann sich nicht nur über einen wahrscheinlich schwächeren Corona-Krankheitsverlauf freuen, sondern steckt sich auch seltener mit dem Virus an. Dies fand ein Team von Ärzt:innen der University of Michigan in den USA in einer Studie heraus, die in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift „American Journal of Infection Control“ veröffentlicht wurde.

„Mit der bevorstehenden Influenza-Saison besteht ein Interesse daran, die Beziehung zwischen der Influenza-Impfung und der Covid-19-Anfälligkeit und dem Schweregrad der Erkrankung zu erforschen“, erklären die Foscher:innen in ihrer Studie. Zuvor hatten schon einige Fachleute einen Zusammenhang zwischen der Grippeimpfung und einem schwächeren Krankheitsverlauf von Corona beobachten können.

Corona-Studie: Personen mit Grippeimpfung sind weniger anfällig für das Coronavirus

Um die Studie durchzuführen, nutzten die Forscher:innen medizinische Daten, die beim Gesundheitsamt im US-Bundesstaat Michigan hinterlegt waren. Insgesamt wurden die Daten von 27.000 Personen, die zwischen März und Mitte Juli 2020 positiv auf eine Covid-19-Infektion getestet wurden, überprüft. Von den fast 13.000 Personen, die im Vorjahr eine Grippeimpfung erhalten hatten, wurden 4% positiv auf das Coronavirus getestet. Von den 14.000 Patient:innen, die keine Grippeimpfung erhalten hatten, wurden fast 5% positiv auf COVID-19 getestet. Auch unter Einbeziehung anderer Variablen wie Geschlecht, Alter, BMI oder etwa Raucherstatus blieb die Differenz der Zahlen signifikant auffällig.

Eine Grippeimpfung kann vor einem schweren Corona-Verlauf schützen.

Außerdem kam die Gruppe, die nicht gegen das Influenzavirus geimpft ist, bei einer Infektion mit Corona häufiger ins Krankenhaus, musste länger behandelt werden und auch etwa doppelt so oft beatmet werden wie die gegen Influenza geimpfte Gruppe. Und das, obwohl die gegen Grippe Geimpften im Schnitt häufiger zu einer Risikogruppe gehörten. Der Unterschied in der Sterblichkeit war in der Studie statistisch nicht signifikant.

Grippeimpfung und Corona: Sozioökonomische Unterschiede und „Healthy-User“-Effekt

Warum sich die Grippeimpfung aber so positiv auf einen Krankheitsverlauf mit dem Coronavirus verhält, ist den Forscher:innen nicht klar: „Zukünftige Studien sind erforderlich, um einen kausalen Zusammenhang zwischen dem Influenza-Impfstoff und der Anfälligkeit und Schwere von COVID-19“, erklärt das Team aus Michigan in der Fachzeitschrift.

Möglicherweise könnten jedoch Unterschiede der beiden Gruppen bezüglich des Gesundheitsverhaltens sowie soziale und sozioökonomische Faktoren eine Rolle spielen. So gibt es beispielsweise den sogenannten „Healthy-User“-Effekt, der bei der gegen Grippe geimpften Gruppe gegriffen haben könnte und somit das Ergebnis beeinflusst haben könnte. Demnach würde es sich um Personen handeln, die im Allgemeinen häufiger gesundheitsfördernde, vorbeugende Maßnahmen nutzen und daher im Schnitt gesünder sind. In anderen Situationen konnte dieser Effekt jedoch auch widerlegt werden.

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Grippeimpfung gegen Coronavirus: Immunsystem könnte eine Rolle spielen

Ein weiterer Erklärungsansatz ist die Reaktion unseres Immunsystems. Das Immunsystems kann auf zwei Arten gegen Angriffe vorgehen: Mit einer erlernten sowie angeborenen Immunantwort. Auf altbekannte Erreger, wie zum Beispiel Erkältungsviren oder auch das Grippe-Virus, geht das Immunsystem mit der erlernten, also sozusagen „antrainierten“ Immunantwort vor. Bei unbekannten Erregern, zum Beispiel Sars-CoV-2, wird mit der angeborenen Immunantwort reagiert. Die Forscher:innen vermuten, dass bei einer Grippeimpfung nicht nur die erlernte Immunantwort vom Körper aktiviert wird, sondern auch die angeborene. Dies macht es für das Coronavirus schwieriger, in den Körper einzudringen oder einen schwerwiegenden Verlauf auszulösen. Dabei zählt allerdings nur eine Grippeimpfung, die nicht länger als ein Jahr her ist, denn ansonsten „verlernt“ der Körper die Immunantwort wieder.

Die Forscher:innen plädieren außerdem dafür, die Grippeimpfung weitläufiger und verstärkt einzusetzen: „Bis der COVID-19-Impfstoff allgemein verfügbar ist, sollte der Influenza-Impfstoff gefördert werden, um die Stärke der Krankheit während der Pandemie zu verringern.“ (Anna Charlotte Groos)

Forschende sehen zwischen dem Coronavirus und Wetter-Einflüssen einen Zusammenhang. Virologen warnen dennoch vor zu hohen Hoffnungen in den Frühling.

Rubriklistenbild: © Clara Margais

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