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Hohe Inzidenz droht

Corona: Forschende warnen vor starker dritter Welle – „Notbremse wird nicht ausreichen“

  • Lukas Rogalla
    vonLukas Rogalla
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Die dritte Corona-Welle könnte eine höhere Inzidenz aufweisen als die zweite. Vor allem die geltenden Regelungen für Kontakte seien zu schwach, mahnen Forschende.

  • Expert:innen warnen vor der dritten Corona-Welle.
  • Ein Forschungs-Bericht weist auf die Gefahr durch die britische Mutante hin.
  • Corona News: Aktuelles zur Pandemie finden Sie auf der FR-Themenseite.

Frankfurt/Berlin – Mit ihrer hohen Übertragbarkeit wird die in Großbritannien entdeckte Corona-Mutante B.1.1.7 wohl erheblich zum Infektionsgeschehen der dritten Welle beitragen. Davon gehen zumindest Forschende aus. Sollten Maßnahmen wie Schnelltests und Masken nicht ausgebaut werden, könnte diese Corona-Welle wesentlich stärker ausfallen als die zweite im Herbst. Die sogenannte „Notbremse“ werde zur Eindämmung nicht mehr ausreichen.

Corona: Forschende warnen vor starker dritter Welle

Ein Forschungsteam um Physiker Kai Nagel von der TU Berlin, der die Bundesregierung in der Pandemie in Hinsicht auf Mobilität berät, hat in einem Bericht jene Orte und Situationen zusammengestellt, an denen sich Leute am häufigsten mit dem Coronavirus infizieren. Man habe Daten aus Berlin und der Umgebung benutzt, das Modell sei aber auf ganz Deutschland übertragbar, so Nagel. Es zeige, dass vor allem ungeschützte Kontakte in Innenräumen „dramatisch“ zur Ausbreitung des Virus beitragen. Die Corona-Infektionen ereignen sich demnach vor allem im Haushalt, bei privaten Besuchen, auf der Arbeit sowie in Schulen.

„Unsere Simulationen zeigen, dass selbst mit den Restriktionen vom Januar die dritte Welle höhere Inzidenzen aufweisen wird als die zweite“, schreibt das Team. Eine Art dämpfende Wirkung einer wärmeren Jahreszeit habe man bereits berücksichtigt. Und selbst, wenn 15 Prozent der Bevölkerung bis Mitte April mindestens eine Impfung erhalten hat, sei dies viel zu wenig, um die Erhöhung einer Übertragung der neuen Variante von 35 bis 70 Prozent auszugleichen, heißt es.

Die dritte Welle der Corona-Pandemie könnte Forschenden zufolge wesentlich höher werden als die zweite.

Corona: Dritte Welle kommt – „Notbremse wird nicht ausreichen“

Solange die Isolation von Covid-19-Erkrankten in Hotels nicht zum Regelfall werde, lasse sich eine Übertragung des Coronavirus im eigenen Haushalt nicht vermeiden. Kritik gibt es vom Forschungsteam an den derzeit geltenden Regelungen für gegenseitige Besuche. Die Bevölkerung schließe daraus, dass die erlaubten Kontakte epidemiologisch unbedenklich seien. „Dies ist nicht der Fall“, heißt es im Bericht, der am 19. März erschien. „Es muss dringend kommuniziert werden, dass im Hinblick auf B.1.1.7 jeglicher ungeschützter Kontakt außerhalb des eigenen Haushaltes in Innenräumen nicht mehr akzeptabel ist.“ Demnach solle es Kontakte nur noch mit mindestens einer der Maßnahmen wie Selbsttests, Impfungen, Verlagerung nach draußen oder Schutzmasken geben.

Das Forschungsteam kommt auch zu dem Schluss, dass es im Büro mit mehreren Personen eine Maskenpflicht geben sollte. Ansonsten würden sich die Aerosole, die Corona-Viren enthalten, im ganzen Raum verteilen. Für Schulen wird von Maskenpflicht, Schnelltests und Wechselunterricht zu mindestens zwei Maßnahmen geraten. Eine Strategie zur Pandemie-Eindämmung mit Schnelltests sei nur dann wirksam, wenn sich positiv getestete Menschen unverzüglich in Quarantäne begeben und das Ergebnis des notwendigen PCR-Tests abwarten.

Corona: Höhere Inzidenz als in der zweiten Welle droht

Aus Sicht der Forschenden ist es effektiver, alle Bereiche zu beteiligen, als in nur einem Bereich weitere Maßnahmen zum Schutz vor Corona hinzuzufügen. „Zum Beispiel hat nach der Einführung der Maskenpflicht im Einzelhandel die vollständige Schließung nicht-essenzieller Geschäfte kaum zusätzliche Wirkung.“ (Lukas Rogalla mit dpa)

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa | Center for Disease Control

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