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Pandemie

„Zustände wie vor Weihnachten“: Experte warnt vor dritter Corona-Welle in Deutschland

  • Lukas Rogalla
    vonLukas Rogalla
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Die dritte Welle könnte heftig werden, befürchtet ein Experte für Corona-Prognosen. Vor allem die Mutanten und eine Lockdown-Müdigkeit seien dann spürbar.

  • Die Infektionszahlen mit dem Coronavirus in Deutschland steigen wieder leicht an.
  • Experten warnen vor einer dritten Corona-Welle – und nennen Gründe für den Anstieg.
  • Nach einer Datenanalyse rechnet ein Pharmazie-Professor mit 7-Tage-Inzidenzen um 200 im April.

Saarbrücken – Bei den Corona-Infektionszahlen in Deutschland lässt sich derzeit wieder ein leichter Anstieg erkennen. Viele Experten sehen bereits eine „dritte Welle“ kommen. Pharmazie-Professor Thorsten Lehr rechnet mit einer deutlichen Ausweitung des Infektionsgeschehens – und begründet die Prognose anhand jüngster Entwicklungen.

Dritte Corona-Welle im Anmarsch? Experte warnt vor Lockerungen

Für den erneuten Anstieg der Infektionszahlen macht Lehr vor allem zwei Faktoren verantwortlich. Zum einen sei das die britische Corona-Mutante B.1.1.7, die offenbar um 35 Prozent ansteckender ist und sich weiter in Deutschland ausbreitet. Zum anderen würden mehr Kontakte infolge einer „Lockdown-Müdigkeit“ dazu beitragen, dass die Kurve nicht länger nach unten zeigt. Hinzu kommen geplante Lockerungen im öffentlichen Leben.

„Ich gehe schon davon aus, dass wir wieder so Zustände wie vor Weihnachten bekommen werden“, sagt der Experte für Corona-Prognosen der „Deutschen Presse-Agentur“. Lehr rechne mit einem Wiederanstieg der Sieben-Tage-Inzidenzen auf Werte um 200 in der ersten April-Hälfte.

Corona-Mutante und mehr Kontakte: Experte warnt vor Anstieg der Infektionszahlen

Die britische Mutante werde „auch hier die Oberhand gewinnen und weiter ansteigen bis in den 90-plus-Bereich“, prognostiziert der Experte nach einer Analyse der jüngsten Zahlen des „Covid-Simulators“ an der Universität des Saarlandes. Seit Mitte Februar sehe er wieder mehr Kontakte, die ebenfalls zu höheren Corona-Zahlen führen. „Ich befürchte, das hat ein bisschen was mit einer Lockdown-Müdigkeit zu tun. Und auch vielleicht mit einem Wiederanlaufen des normalen Lebens in gewissen Bereichen.“ Nun stehen Öffnungen bevor – wie die der Friseure und anderer Betriebe ab dem 1. März oder weiterer Schritte ab dem 8. März.

„Auch wenn die Lockerungen moderat sind, werden sie sich auswirken“ befürchtet der Experte. Er gehe davon aus, dass es nach dem 7. März rund 20 Prozent mehr Kontakte geben wird. „Und dann werden wir sehen, dass die Kombination aus Lockerungen mit der Mutante, die dann voll da ist, zu einem relativ starken Anstieg führt.“ Ohne jeglichen Lockerungsschritt würde Anfang April die 100er-Inzidenz erreicht. Die vor ein paar Wochen noch angestrebte Inzidenz von 35 sei inzwischen in weite Ferne gerückt.

WochentagSieben-Tage-Inzidenz
Samstag, 27.02.202163,8
Freitag, 26.02.202162,6
Donnerstag, 25.02.202161,7
Mittwoch, 24.02.202159,3
Dienstag, 23.02.202160,5
Montag, 22.02.202161,0

Corona: Wirkung von Impfungen lässt auf sich warten – Inzidenz könnte deutlich steigen

Wirkungen der Impf-Kampagne seien bislang noch kaum zu sehen, meint Thorsten Lehr. Das liege daran, dass über 95 Prozent der Bevölkerung noch nicht geimpft seien. Effekte sehe man erst, wenn man 30 Prozent der Bevölkerung geimpft habe. „Bei einem optimistischen Szenario würde ich erwarten, dass wir das vielleicht im Juni geschafft haben“, erklärt Lehr.

Als Maßnahmen, um einen Anstieg der Corona-Fallzahlen ausbremsen zu können, schlägt der Experte „gezielte Schnelltests“ vor, „die großflächig eingesetzt werden, um infektiöse Mitbürger aus dem Verkehr zu ziehen“. Allerdings habe er Zweifel daran, „dass die Umsetzung rechtzeitig passiert“ – also rechtzeitig für Lockerungen. Die Gesellschaft „drängt“ darüber hinaus auf Öffnungen und mache diese somit wahrscheinlicher.

Thorsten Lehr sowie sein Forschungsteam haben einen Covid-Simulator“ entwickelt, der das Infektionsgeschehen berechnet und entsprechende Prognosen aufstellt – bundesweit und bis hin auf Landkreisebene. Auch der Virologe Klaus Stöhr hat sich zu einer „Pandemiemüdigkeit“ geäußert – und Bundeskanzlerin Angela Merkel hinsichtlich steigender Infektionszahlen widersprochen. (Lukas Rogalla mit dpa)

Rubriklistenbild: © Sven Hoppe/dpa

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