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Pandemie

Corona in Deutschland: Wettlauf gegen die Delta-Variante

  • VonJan Lucas Frenger
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Die Delta-Variante des Coronavirus breitet sich weiter aus. Epidemiologe Timo Ulrichs erklärt, wie Deutschland den Wettlauf gegen die Mutante gewinnen kann.

Berlin – Die zuerst in Indien entdeckte Delta-Variante des Coronavirus breitet sich weiter in Europa aus. Großbritannien hat die gefährliche Mutante bereits fest im Griff und auch in Deutschland treten immer mehr Fälle auf. Wie kann Deutschland den Wettlauf gegen die Delta-Variante gewinnen? Diese Frage und worauf es im Kampf gegen die Corona-Mutationen ankommt, beantwortete der Epidemiologe Timo Ulrichs jüngst in einem Interview mit dem Sender n-tv.

Auch wenn die Delta-Variante aktuell erst knapp drei Prozent der Infektionen in Deutschland ausmacht, gibt es laut Ulrich Grund zur Sorge. Die Corona-Variante könne sich auf lange Sicht auch in Deutschland ausbreiten – als warnendes Beispiel dafür führt der Experte die Situation in Großbritannien an. Dort musste Premierminister Boris Johnson erst vor Kurzem die endgültige Aufhebung der Corona-Regeln verschieben.

Delta-Variante des Coronavirus: Situation in Großbritannien beobachten

„In Großbritannien werden über 90 Prozent aller Neuinfektionen durch die Delta-Variante ausgelöst – und das, obwohl dort schon so viele Menschen durchgeimpft sind“, erklärte Ulrich gegenüber n-tv. Laut ihm sei es jetzt besonders wichtig, die Situation im Vereinigten Königreich zu beobachten zu erkennen, wie welcher Corona-Impfstoff gegen die Delta-Variante wirkt.

Ulrichs Aussagen zufolge könne man jetzt bereits abschätzen, dass die klinische Symptomatik bei der Delta-Variante anders aussieht, als bei den übrigen Mutationen. Laut ihm treten im Zuge einer Infektion mit der Corona-Variante häufig schnupfen ähnliche Symptome sowie ein Kratzen im Hals auf – der Verlust von Geschmack- und Geruchssinn trete hingegen eher selten auf. Trotz dieser Kenntnisse sei über die gefährliche Virus-Mutation jedoch noch nicht allzu viel bekannt. „Wie die epidemiologischen Daten aussehen, also die Zahl der Krankenhauseinweisungen mit intensivem Behandlungsbedarf, das kann man jetzt noch gar nicht sagen.“

Auch in Deutschland häuft sich die Zahl von Infektionen mit der Delta-Variante des Coronavirus – ein Experte verrät nun, wie der Wettlauf gegen die Mutante gewonnen werden kann. (Symbolbild)

Wettlauf gegen Delta-Variante: Corona-Impfungen als Schlüssel zum Sieg

Doch wie konnte sich die Delta-Variante überhaupt dermaßen in Großbritannien ausbreiten, während der Anteil in den restlichen EU-Staaten und Deutschland im Vergleich noch sehr gering liegt? Laut Ulrichs hänge das vor allem mit dem langen Lockdown in Deutschland zusammen. „Was wir als Unterschied zu Großbritannien sehen können, ist, dass wir in Deutschland noch im Lockdown waren, als sich die Delta-Variante langsam in Europa ausgebreitet hat. Zugleich wurde in Großbritannien geöffnet.“ So konnte sich die Corona-Variante laut dem Epidemiologen dort wesentlich besser verbreiten.

Als Schlüssel für den Sieg im Wettlauf mit der indischen Variante sieht Ulrichs vor allem die Corona-Impfungen. Wenn deren weitere Durchführung gut gelinge, könne Deutschland den Kampf gegen die Mutante gewinnen. Doch insbesondere die Schutzwirkung der existierenden Corona-Impfstoffe gegenüber der Delta-Variante wurden in der Vergangenheit immer wieder infrage gestellt. Experte Ulrichs macht sich in dieser Beziehung allerdings wenig Gedanken: „Die Impfstoffe werden wohl etwas weniger schützen als gegen die anderen Varianten, aber das ist nicht so tragisch. Wenn man eine hohe Abdeckung erzielt, dann reicht das schon aus, um dieser Delta-Variante keine Möglichkeiten mehr zu bieten, sich auszudehnen.“

Corona-Mutante Delta: Variantenländer im Auge behalten

Ein weiterer wichtiger Punkt im Kampf gegen die Corona-Mutante aus Indien sei die Beobachtung der Variantenländer. Fokussieren solle man sich dabei laut Ulrichs vornehmlich auf Indien und Großbritannien. Durch Reisebeschränkungen könne man die Ausbreitung so zumindest etwas verzögern und die dadurch gewonnene Zeit für weitere Impfungen nutzen.

Ein mögliches Ende der Corona-Pandemie sieht Timo Ulrich hingegen noch lange nicht. „Weltweit betrachtet kann man noch nicht davon ausgehen, dass die Pandemie zu Ende ist. Im Gegenteil! Es gibt noch viele Ecken auf der Welt, wo das Virus auf dem Vormarsch ist. Das sollte uns in der Tat mit Sorge erfüllen, denn dann könnten noch weitere Varianten kommen, die eine andere Dynamik an den Tag legen“, erklärte der Experte in dem Interview. Lediglich in den Ländern, die bereits eine zweite Phase hinter sich hätten, könne sich eine Art nachpandemische Phase einrichten. „Ganz wegkriegen“ könne man das Virus laut dem Experten jedoch ohnehin nicht mehr.

Corona-Pandemie: Mit dem Virus weltweit fertig werden

Durch die verschiedenen Impfstoffe sei man in den nächsten Jahren gut für den Kampf gegen das Coronavirus aufgestellt. „Das sind gute Bedingung dafür, dass wir auch weltweit mit diesem Coronavirus fertig werden können.“ (Jan Lucas Frenger)

Rubriklistenbild: © National Institute of Infectious Diseases/Imago Images

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