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Pandemie

Corona: Impfpriorisierung aufgehoben – Warnung vor Frust und Ernüchterung

  • VonJan Lucas Frenger
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Die Impfpriorisierung in Deutschland ist ab heute aufgehoben. Alle Menschen ab 16 können sich nun gegen Corona impfen lassen, doch Expert:innen dämpfen die hohen Erwartungen.

Berlin – Die Priorisierung in Deutschland ist aufgehoben. Ab Montag (07.06.2021) können sich alle impfwilligen Menschen ab 16 Jahren in Deutschland gegen das Coronavirus impfen lassen – unabhängig von der vorher geltenden Prioritätenliste. Aktuell sei jedoch noch nicht genügend Impfstoff vorhanden, weshalb es über den Sommer hinweg dauern soll, bis jeder ein entsprechendes Impfangebot bekommt.

Aus diesem Grund mahnten einige Mediziner:innen sowie Gesundheitsminister Jens Spahn von der CDU bereits zur Geduld. Gleichzeitig steigen mehr als 6000 Betriebsärztinnen und -ärzte in die Corona-Impfungen ein. Dafür erhalten sie in der ersten Woche insgesamt 702.000 von rund 6,6 Millionen angekündigten Dosen – derzeit wird noch viel Impfstoff für die Zweitimpfungen verwendet.

Corona: Frust und Ernüchterung trotz Wegfall der Impfpriorisierung

Mit Wegfall der Priorisierung steigen die Erwartungen der Menschen – doch nicht in allen Fällen wird es möglich sein, diese auch zu erfüllen. Expert:innen prophezeien vielmehr, dass sich Impfwillige zunächst auf Frust und Ernüchterung einstellen müssen. Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebunds, Gerd Landsberg, sagte der Rheinischen Post dazu: „Enttäuschung und Frust sind dabei vorprogrammiert, da nicht sofort ausreichend Corona-Impfstoff zur Verfügung steht“ „Frust und Enttäuschung werden sich noch verschärfen, da bis Mitte Juni 2021 - eventuell sogar bis Ende Juni - zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen keine Termine für Erstimpfungen in den Impfzentren zur Verfügung stehen werden.“

Auch die deutschen Hausärzte dämpften die Erwartungen an das Ende der Corona-Impfpriorisierung: „Denn letztlich ist der Impfstoff noch immer zu knapp für die hohe Nachfrage und wird auch weiterhin zu unzuverlässig geliefert“, sagte Ulrich Weigeldt, Vorsitzender des Deutschen Hausärzteverbandes, gegenüber Zeitungen der Funke Mediengruppe. Gleichzeitig werde mit der Aufhebung der Priorisierung und der Ankündigung der Kinder- und Jugendimpfungen die Nachfrage noch zunehmen – „aber das Setting wird das Gleiche bleiben: Wir impfen, so viel wir eben können.“

Die Prioritätenliste für die Corona-Impfung in Deutschland gilt nicht mehr – doch noch ist nicht genügend Impfstoff vorhanden. (Symbolbild).

Corona in Deutschland: Impfung nach Priorisierung bleibt in manchen Impfzentren bestehen

Nicht überall sind Menschen mit hohen Risiken bereits geimpft. In Schleswig-Holstein, Hamburg und Bayern soll die Priorisierung nach Risikogruppen in Impfzentren daher vorerst beibehalten werden. Auch in Bremen arbeiten die Zentren die zunächst die Vorranglisten ab – das Saarland will Menschen der bisherigen Priorisierungsgruppen ebenfalls nach wie vor vorrangig bei Terminen für eine Impfung gegen das Coronavirus behandeln. In den übrigen Ländern endet die Priorisierung jedoch auch in den Corona-Impfzentren. In den Arztpraxen fällt die Priorisierung hingegen bundesweit weg.

Kinder ab 12 Jahren gehören nun ebenfalls zu den Personen, die sich ab Montag einen Impftermin beim Arzt holen können – Europas Arzneimittelbehörde EMA hatte Ende Mai den Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer für die Anwendung bei Kindern freigegeben. Die Ständige Impfkommission kündigte allerdings bereits an, dass es mangels Daten und Untersuchungen aller Voraussicht nach vorerst keine generelle Impfempfehlung für Kinder ab 12 Jahren geben wird.

Wer sich nach der Aufhebung der Priorisierung nun also möglichst schnell gegen das Coronavirus impfen lassen möchte, der kann dies entweder bei seiner Hausärztin oder seinem Hausarzt oder in einem Impfzentrum machen. Eine Terminvereinbarung ist laut offiziellen Angaben des Bundesministeriums für Gesundheit ab sofort möglich – es gilt jedoch zu beachten, dass nicht in jedem Bundesland in Impfzentren die Priorisierung entfällt und dass für eine zeitnahe Behandlung in vielen Fällen noch nicht genügend Impfstoff vohanden ist. (Jan Lucas Frenger mit dpa)

Rubriklistenbild: © Ronny Hartmann/dpa

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