Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Auch in Deutschland könnten Varianten des Coronavirus auftreten, gegen die gängige Impfstoffe wirkungslos sind.
+
Auch in Deutschland könnten Varianten des Coronavirus auftreten, gegen die gängige Impfstoffe wirkungslos sind.

Corona-Impfung

Corona-Forschung: Auch in Deutschland sind Impfstoff-immune Corona-Varianten möglich

  • Marvin Ziegele
    VonMarvin Ziegele
    schließen

Neue Corona-Mutanten könnten die Wirksamkeit der aktuellen Impfstoffe aushebeln. Ermöglicht wird das laut Forschern durch die dritte Corona-Welle.

Frankfurt – Corona-Varianten, gegen die aktuelle Impfstoffe weniger oder gar nicht mehr wirken, können nach Einschätzung von Forschenden auch in Deutschland entstehen. Das sei insbesondere dann möglich, wenn sich das Virus jetzt in der dritten Welle stark ausbreitet, erklärten Stefan Pöhlmann und Markus Hoffmann vom Leibniz-Institut für Primatenforschung in Göttingen.
Solche Escape-Varianten können den Angaben nach entstehen, wenn sich das Virus in einer Bevölkerung mit unvollständigem Immunschutz ausbreitet. Dies sei beispielsweise auch der Fall, wenn die Immunität nach überstandener Infektion oder Impfung langsam abnimmt.

Corona in Deutschland: Ausbreitung durch mangelnde Immunität begünstigt

In einer Bevölkerung mit einem gewissen Grad an Immunität hätten Escape-Varianten bei vergleichbarer Infektiosität einen Vorteil gegenüber dem Ursprungsvirus, erläuterten Pöhlmann und Hoffmann. In einem solchen Szenario würde eine Escape-Variante relativ schnell dominant werden. Beispiel könnte die Mutante P.1 in Brasilien sein.

„Falls in einer Bevölkerung kaum Immunität vorherrscht, so wie derzeit in Deutschland, würde eine Escape-Variante in direkter Konkurrenz mit den vorherrschenden Virusvarianten stehen, die ihrerseits noch genügend empfängliche Wirte vorfinden“, erklärten die Wissenschaftler. Dann würde sich eine Escape-Variante nur dann großflächig durchsetzen, wenn sie auch besser übertragbar wäre.

Coronavirus: Antikörper bei Südafrika-Variante nutzlos

Die Experten des Deutschen Primatenzentrums haben mit Kollegen des Uniklinikums Ulm herausgefunden, dass ein für die Covid-19-Therapie eingesetzter Antikörper bei den Varianten B.1.351 (Südafrika) und P.1 komplett wirkungslos gewesen sei. Erst kürzlich wurde auch bekannt, dass sich bei der südafrikanischen Variante des Coronavirus mehr Geimpfte infizieren als Ungeimpfte. Sie stufen die beiden daher als Escape-Varianten ein. Es sei aber davon auszugehen, dass B.1.351 und P.1 immer noch durch die verfügbaren Impfstoffe gehemmt würden. „Allerdings ist der Impfschutz möglicherweise reduziert und von kürzerer Dauer.“ Daher sei es umso wichtiger, durch Impfung schnell eine großflächige Immunität in der Bevölkerung zu erlangen und so den Varianten der Wirte zu berauben, die sie zum Ausbreiten benötigten.

Corona-Mutanten gegen Impfstoffe: „Extremes Szenario, aber nicht auszuschließen“

Um den Schutz gegen Varianten wie B.1.351 und P.1 zu verbessern, könnten die vorhandenen Impfstoffe angepasst werden. „Dieses Vorgehen würde der Impfstrategie ähneln, mit der wir uns vor Grippeviren schützen“, erklärten Pöhlmann und Hoffmann. Dass Varianten entstehen, die nicht mehr durch jetzt verfügbare Impfstoffe gehemmt werden, sei „ein extremes Szenario, aber nicht auszuschließen“. Um die Wahrscheinlichkeit zu senken, dass Escape-Varianten entstehen, müsse die Ausbreitung des Virus wirksam eingedämmt werden - etwa durch Einhalten der AHA-Regeln und flächendeckende Impfungen. (Marvin Ziegele mit dpa)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare