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Pandemie

Delta-Infektion: Flüchtiger Kontakt reicht für Ansteckung - Wie die Corona-Variante trotzdem eingedämmt werden kann

  • VonJan Lucas Frenger
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Infektionen in Australien verdeutlichen die hohe Ansteckungsgefahr durch die Delta-Variante. Die WHO verrät, wie die Corona-Variante eingedämmt werden kann.

Genf – Die Delta-Variante des Coronavirus ist weiter auf dem Vormarsch. In Europa hat die Mutante einige Länder bereits fest im Griff – Portugals Hauptstadt Lissabon wurde abgeriegelt, Großbritannien musste die endgültigen Lockerungen der Corona-Regeln verschieben. Auch in anderen Regionen der Welt werden immer mehr Infektionen mit der ursprünglich in Indien entdeckten Virusvariante gemeldet – so auch im bisher weitestgehend von Corona verschonten Australien.

Mehrere Fälle in einem Einkaufszentrum in Sydney zeigen nun auch, wie hoch die Ansteckungsgefahr durch die Delta-Variante wirklich ist. Berichten des Guardian zufolge, offenbarte eine Rekonstruktion der Ansteckungen, dass bereits flüchtige Kontakte für nur wenige Sekunden für eine Infizierung ausreichen.

Delta-Variante: Corona-Mutante jetzt auch in Australien nachgewiesen

In Australien lagen die Corona-Fallzahlen bisher noch auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau, weshalb es dort zum Zeitpunkt der Infektionen in mit der Delta-Variante auch noch keine Maskenpflicht gab. Doch das ändert sich nun: Brad Hazzard, Gesundheitsminister von New South Wales, bezeichnete die Delta-Variante aufgrund der im Einkaufszentrum untersuchten Fälle als „nahe und gegenwärtige Gefahr“. Der Minister forderte die Bevölkerung zudem zum Tragen einer Maske sowie zur Einschränkung sozialer Kontakte auf. Wegen der zunehmenden Fallzahlen in Bezug auf die Delta-Mutante des Coronavirus wurde nun auch in Australien eine Maskenpflicht verhängt – sie gilt zunächst für fünf Tage.

Der US-Epidemiologe Eric Feigl-Ding erläuterte die zunehmende Bedrohung durch die Delta-Variante vor Kurzem auf Twitter: „Ich denke, man kann mit Sicherheit sagen, dass die Delta-Variante jetzt die größte Bedrohung der Covid-19-Pandemie im Jahr 2021 ist. Es ist mit Abstand die schnellste bisher bekannte Variante.“ Heißt es also kampflos ergeben, oder kann die rasche Ausbreitung der Mutation noch eingedämmt werden?

WHO über Corona-Varianten: Lockdown als mögliche Maßnahme

Die Europaabteilung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) beantwortete auf Anfrage des ZDF einige Fragen zur Bekämpfung und Eindämmung der gefährlichen Corona-Variante und zeichnet dabei ein positives Bild. Laut WHO müsse zunächst die Entwicklung aller Mutanten genau beobachtet und gegebenenfalls nötige Schritte zur Bekämpfung und Eindämmung einleiten. Diese könnten dabei auch aus weiteren Lockdowns und Shutdowns bestehen – die WHO bezeichnet die Maßnahmen als wichtige Werkzeuge im Vorgehen gegen die Corona-Varianten. Darüber hinaus warnt die Organisation vor voreiligen Lockerungen.

Die Weltgesundheitsorganisation erklärt, wie die Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus noch eingedämmt werden kann – Infektionen in Australien zeigen hohe Ansteckungsgefahr. (Symbolbild)

Laut WHO werden auch in Zukunft weitere besorgniserregende Virusvarianten auftreten. Vor allem die Corona-Impfungen seien jedoch ein wichtiger Schlüssel zur Eindämmung der Verbreitung der gängigen und neuen Mutationen. Doch was muss nun konkret unternommen werden, um die Delta-Variante in Schach zu halten?

WHO: Tipps für Einzelpersonen im Kampf gegen die Delta-Variante des Coronavirus

Die WHO rät Einzelpersonen vor allem ihre Reisebedürfnisse zu überdenken. Das heißt im Konkreten, dass Personen nur dann Reisen sollten, wenn es zwingend notwendig ist – alle anderen sollten ihren Trip, wenn möglich verschieben. Denn insbesondere auf internationalen Reisen bestehe eine besonders hohe Ansteckungs- und Verbreitungsgefahr. Zudem fordert die Organisation Personen dazu auf, ihr Risiko bei Verlassen des eigenen Hauses Schritt für Schritt zu erwägen und dementsprechend Maßnahmen wie häufiges Händewaschen, Einhaltung der Abstandsregelungen oder das Tragen einer Maske zu ergreifen. Zu guter Letzt empfiehlt die WHO geschlossene Räume und überfüllte Orte zu meiden. Besonders geschlossene, eingeschränkte oder überfüllte Örtlichkeiten bergen demnach ein erhöhtes Infektionsrisiko. Einzelpersonen sollten daher eher offene, belüftete Orte für ihren Aufenthalt wählen.

Ein wichtiger Punkt im Kampf gegen die Varianten des Coronavirus sei darüber hinaus eine erhöhte Sequenzierung der einzelnen Länder. So ließe sich vor allem die bisher noch recht dünne Datenlage bezüglich der Mutationen erweitern, was für ein besseres Verständnis des Virus generell beitragen würde. Die alles entscheidende Frage bleibt jedoch nach wie vor, ob die europaweite Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus überhaupt noch zu stoppen ist.

Delta-Variante des Coronavirus: WHO warnt vor Selbstgefälligkeit und Reisen

Nach aktuellen Erkenntnissen sei der Schutz vor Infektionen und Krankenhausaufenthalten durch die Varianten des Coronavirus nach zwei Impfstoffdosen immer noch sehr hoch. Die WHO betont daher wie wichtig es sei, insbesondere die vorrangigen Gruppen vollständig durchzuimpfen. „Unsere Kernbotschaft ist, dass die Länder sicherstellen müssen, dass diese vorrangigen Gruppen vollständig geimpft sind, um sie vor schweren Krankheiten aufgrund von Sars-CoV-2 einschließlich der Delta-Variante zu schützen“, erklärt die Organisation in dem Schreiben an das ZDF. Mit Blick auf den Sommer und zunehmender Urlaubsreisen fürchtet die WHO jedoch eine stärkere Ausbreitung des Virus und warnt zugleich vor Selbstgefälligkeit, obwohl es noch einige gefährliche Corona-Varianten gäbe, die sich in Europa verbreiten könnten. (Jan Lucas Frenger)

Rubriklistenbild: © Fotomontage: Christian Ohde/Imago Images

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