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Pandemie

Corona: Anteil der Delta-Variante verdoppelt sich und steigt weiter

  • Stefan Krieger
    VonStefan Krieger
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Die zuerst in Indien aufgetauchte Delta-Variante des Coronavirus gibt Anlass zur Sorge. Darüber täuschen auch die aktuell niedrigen Fallzahlen nicht hinweg.

Berlin - Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland ist noch immer rückläufig. Soweit die gute Nachricht. Allerdings wächst auch hier der Anteil der als besorgniserregend eingestuften Delta-Variante inzwischen deutlich. Er verdoppelte sich in einer Stichprobe im Vergleich zur Vorwoche fast auf nun 15,1 Prozent, wie aus einem Bericht des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwoch (24.06.2021) hervorgeht. Die Angabe beruht auf Erhebungen der Woche vom 7. bis 13. Juni.

In den Daten ist damit nun in der dritten Woche in Folge eine ungefähre Verdopplung des Delta-Anteils abzulesen: von 4 auf 8 auf 15 Prozent. Dieses Tempo, das auch schon in anderen Ländern, zuletzt besonders in Großbritannien, beobachtet wurde, hatten Fachleute befürchtet. Noch vor einigen Wochen hatten sich die Anteile von Delta in Deutschland laut RKI auf eher konstant niedrigem Niveau bewegt.

Delta-Variante des Coronavirus: In Großbritannien schon fast bei 90 Prozent

Noch immer ist die Variante Alpha (B.1.1.7) in vielen Ländern dominierend. Sie ist die Variante des Coronavirus, die sich in den ersten Monaten 2021 in Europa stark ausgebreitet hatte. Mit der zunehmenden Verbreitung der Variante Delta, die zuerst in Indien aufgetreten war, nimmt der Anteil von Alpha bei gleichzeitig zurückgehender Inzidenz ab.

Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie an der Charité: „Ungeimpften hilft das wenig“.

In Großbritannien macht Delta fast 90 Prozent aller Neuinfektionen aus, die Kurve der Fallzahlen steigt wieder an. Dabei sind dort bereits gut 60 Prozent der Menschen vollständig geimpft. 82,5 Prozent haben mindestens eine Erstimpfung. Der Berliner Virologe Christian Drosten twitterte am Mittwoch: „Selbst bei dieser hohen Impfquote noch ein solcher Inzidenzanstieg. Sicherlich mit verringerter Krankheitsschwere, aber Ungeimpften hilft das wenig.“ Auch in Deutschland werde die Delta-Quote steigen, so die Einschätzung Drostens.

Delta-Variante: Experte warnt vor Panik

Der Dortmunder Immunologe Carsten Watzl sieht in der Entwicklung keinen Grund zur Panik, hält Wachsamkeit aber für angebracht, wie er der Deutschen Presse-Agentur am Mittwochabend (23.06.2021) sagte. „Die Fallzahlen von Alpha gehen ganz brav und deutlich zurück, aber die von Delta steigen leicht an.“ Weil Delta noch den wesentlich kleineren Anteil am Infektionsgeschehen habe, gebe es bislang insgesamt keinen Wiederanstieg. Was sich allerdings, siehe Großbritannien, recht schnell ändern könnte.

Die Infektionszahlen mit der Delta-Variante steigen weltweit an. In Israel müssen Einreisende noch am Flughafen einen Corona-Test machen.

„Noch sind wir in der Waage. Aber es könnte sein, dass das jetzt ein Kipppunkt ist“, so Watzl. Bei weiteren Lockerungen etwa oder vielen Einschleppungen aus dem Ausland könnte sich die Lage laut dem Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie wieder verschlechtern. „Das Gute ist: Wir haben einen Puffer, wir sind bei einer sehr niedrigen Sieben-Tage-Inzidenz.“

Delta-Variante des Coronavirus: Gefahr lauert im privaten Umfeld

Zu Ansteckungen durch Delta kommt es laut dem Robert Koch-Institut überwiegend in Deutschland. Die meisten Übertragungen hätten in privaten Haushalten stattgefunden, zudem habe es größere Ausbrüche mit mehr als fünf Personen am Arbeitsplatz und in Schulen mit bis zu 24 Menschen gegeben. Die meistgenannten Länder im Zusammenhang mit Einschleppungen seien Afghanistan (19 Fälle), Russland (16) und Italien (14). Etwa neun von zehn Delta-Infizierten sind demnach unter 60 Jahre alt - kommen also aus einer Bevölekrungsgruppe, in der der Antei an vollständig egimpften Personen niedriger ist als bei den über 60-Jährigen.

Die Bundesregierung setzt im Kampf gegen die neue Variante des Coronavirus auf weiterhin Fortschritte bei der Impfkampagne. Ziel sei eine „möglichst hohe Immunität“ in der Bevölkerung, sagte Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) am Donnerstag (24.06.2021) im ARD-Morgenmagazin. Zunächst gehe es nun primär darum, jedem Impfwilligen ein Angebot für eine erste Impfung zu machen. Dies werde nach Einschätzung der Bundesregierung bis Ende Juli oder Anfang August der Fall sein.

Länder mit den meisten Coronainfektionen in den letzten sieben Tagen in Europa(je 100.000 Einwohner; Stand: 23. Juni 2021)
Großbritannien106,8
Russland76,8
Portugal 75,7
Monaco73,1
Zypern52,9

Delta-Variante breitet sich aus: Inzidenz steigt in Großbritannien wieder an

Mit den anschließenden Zweitimpfungen werde dann ein „nicht unerheblicher Anteil der Bevölkerung“ bis Herbstbeginn einen Impfschutz aufgebaut haben, ergänzte Braun. Dies sei ein großer Unterschied zur Situation im vorigen Jahr. Angesichts eines Anteils von möglicherweise Zweidritteln an der Bevölkerung müsse dann auch nicht über einen Lockdown geredet werden.

In Großbritannien sieht man dies inzwischen etwas anders. In Schottland hat die Regionalregierung unter Nicola Sturgeon den nächsten Lockerungsschritt bei der geplanten Aufhebung der Corona-Maßnahmen verschoben. Demnach soll die niedrigste Stufe nicht bereits am kommenden Montag erreicht werden, sondern erst am 19. Juli. Das vollständige Ende aller Corona-Beschränkungen peilt Schottland für den 9. August an. Grund für die Verschiebung: Die wieder rasant steigende Inzidenz, bedingt durch die hochansteckende Delta-Variante des Coronavirus. (skr mit Agenturen)

Rubriklistenbild: © Nir Alon via www.imago-images.de

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