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Coronavirus Sars-CoV-2
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Mit den Spike-Proteinen heftet sich das Coronavirus an die Körperzellen und dringt schließlich in sie ein. (Archivfoto)

Erkenntnisse aus den USA

Corona-Studie will belegen, dass Covid-19 keine Atemwegserkrankung ist

  • Anna Charlotte Groos
    vonAnna Charlotte Groos
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Forschende finden heraus, dass das sogenannte Spike-Protein des Coronavirus bei der Auslösung von Covid-19 eine weitaus größere Rolle spielt als bisher angenommen.

Update vom Donnerstag, 6.5.2021, 15.00 Uhr: Die unten erwähnte Studie wird in einigen „Querdenker“-Kreisen im Netz als Beleg dafür benutzt, dass Corona-Impfstoffe nicht vor Covid-19 schützen, sondern die Krankheit auslösen würden. Allerdings handelt es sich dabei um eine Fehlinterpretation. Die Forschenden geben an, dass dies nicht der Fall ist.

„Die Konklusion legt nahe, dass durch Impfung erzeugte Antikörper und/oder exogene Antikörper gegen das Spike-Protein nicht nur den Wirt vor Sars-CoV-2-Infektiösität schützen, sondern auch durch das Spike-Protein verursachte Endothelschäden hemmen“, heißt es in der Studie, die eine Gruppe von 21 Wissenschaftler:innen in der Fachzeitschrift Circulation Research veröffentlicht hat.

Corona: Studie soll zeigen – Covid-19 doch keine Atemwegserkrankung

Erstmeldung vom Dienstag, 4.5.2021: Frankfurt/San Diego – Forschende des Salk-Instituts für biologische Studien in La Jolla, einem Stadtteil San Diegos, haben herausgefunden, dass Covid-19 in erster Linie eine Gefäßerkrankung ist. Dies teilte das Institut in einer Pressemitteilung mit. Dabei spielt das sogenannte Spike-Protein eine besondere Schlüsselrolle bei der durch das Sars-Cov-2-Virus ausgelösten Covid-19-Erkrankung. Diese Spike-Proteine befinden sich in der Hülle von Coronaviren und ermöglichen den Eintritt des Virus in eine neue Zelle.

Bisher wurde das Spike-Protein des Coronavirus vor allem mit der besonderen Ansteckungsgefahr von Sars-Cov-2 in Verbindung gebracht. Jetzt zeigt eine neue Studie, veröffentlicht in der oben erwähnten Fachzeitschrift Circulation Research, wie das Sars-Cov-2-Virus das Gefäßsystem auf zellulärer Ebene schädigt und angreift. Über diesen Vorgang besteht bereits ein wachsender Konsens unter Wissenschaftler:innen. Doch wie genau das geschieht, war bisher nicht bekannt. Ebenso haben Forschende, die andere Coronaviren untersuchten, schon lange vermutet, dass das Spike-Protein zur Schädigung vaskulärer Endothelzellen beiträgt, aber dies ist das erste Mal, dass der Prozess dokumentiert wurde.

Corona-Entdeckung: Covid-19 doch keine Atemwegserkrankung

In ihrer Studie fanden die Forschenden zudem heraus, dass Covid-19 nicht wie bisher angenommen eine Atemwegserkrankung ist: „Viele Leute denken, dass es sich um eine Atemwegserkrankung handelt, aber in Wirklichkeit ist es eine Gefäßerkrankung“, sagt Uri Manor, einer der Autoren der Studie, in einer Pressemitteilung des Salk-Institutes. Das könne erklären, warum manche Menschen Schlaganfälle haben oder Komplikationen in anderen Teilen des Körpers, so Manor: „Die Gemeinsamkeit zwischen ihnen ist, dass sie alle vaskuläre Grundlagen haben.“

Dieser Entdeckung in den Blutgefäßen gingen die Forschenden in ihrer Studie weiter nach. Dazu erzeugten sie ein „Pseudovirus“, das von der klassischen Krone der Spike-Proteine von Sars-Cov-2 umgeben war, aber kein tatsächliches Virus enthielt. Dieser Pseudovirus führte zu Schäden in der Lunge und den Arterien eines Tiermodells. Dies beweist, dass das Spike-Protein allein ausreicht, um die Krankheit auszulösen, so die Forschenden. Die Gewebeproben zeigten zudem Entzündungen in den Endothelzellen, die die Innenseite der Blutgefäße auskleiden.

Entdeckung zu Covid-19: Das gefährliche Spike-Protein schädigt Gefäßsystem

Das Team wiederholte diesen Prozess im Labor und setzte gesunde Endothelzellen dem Spike-Protein aus. Dabei kam heraus, dass das Spike-Protein die Zellen durch eine Bindung von ACE2 schädigte. Das Angiotensin-konvertierende Enzym 2 (ACE2) wird hauptsächlich von Zellen der Lunge produziert, wo es an der Zelloberfläche als Eintrittsstelle für das Virus dienen kann. Die Bindung störte die molekulare Signalübertragung von ACE2 an die Mitochondrien (Organellen, die Energie für die Zellen erzeugen), wodurch die Mitochondrien beschädigt und fragmentiert wurden.

Frühere Studien haben einen ähnlichen Effekt gezeigt, wenn Zellen dem Sars-Cov-2-Virus ausgesetzt waren, aber dies ist die erste Studie, die zeigt, dass der Schaden auftritt, wenn die Zellen dem Spike-Protein allein ausgesetzt sind.

Corona-Forschung – Weitere Studien sollen folgen

„Wenn man die Replikationsfähigkeiten des Virus entfernt, hat es immer noch eine große schädigende Wirkung auf die Gefäßzellen, einfach aufgrund seiner Fähigkeit, an diesen ACE2-Rezeptor, den S-Protein-Rezeptor, zu binden, der jetzt dank Covid bekannt ist“, erklärt Manor. „Weitere Studien mit mutierten Spike-Proteinen werden auch neue Erkenntnisse über die Infektiosität und Schwere der mutierten Sars-Cov-2-Viren liefern.“

Als Nächstes wollen die Forschenden den Mechanismus genauer unter die Lupe nehmen, durch den das gestörte ACE2-Protein die Mitochondrien schädigt und sie dazu bringt, ihre Form zu verändern. (Anna Charlotte Groos)

Zwei mRNA-Impfstoffe und ein Vektorimpfstoff stehen bei der Corona-Impfung aktuell weltweit hoch im Kurs.

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