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Querschnitt von einem menschlichen Hirn
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Eine Studie zeigt, dass es einen Zusammenhang zwischen neurologischen Erkrankungen und einer Corona-Infektion gibt. (Archivfoto)

Coronavirus

Psychische und neurologische Spätfolgen durch Covid-19 – Studie zeigt, was das Coronavirus anrichtet

  • Lukas Rogalla
    VonLukas Rogalla
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Patientinnen und Patienten haben nach Corona-Infektionen häufiger mit psychischen und neurologischen Problemen zu kämpfen als Menschen mit anderen Atemwegserkrankungen, zeigt eine britische Studie.

Oxford – Menschen, die sich mit dem Coronavirus infizieren und an Covid-19 erkranken, haben ein erhöhtes Risiko für neurologische oder psychische Probleme. Sie seien um 44 Prozent anfälliger für Angsterkrankungen oder Stimmungsschwankungen als nach einer Grippe.

Ein britisches Forschungsteam wertete digitale Daten von 236.379 Patient:innen aus, die überwiegend in den USA behandelt wurden. Innerhalb von sechs Monaten nach ihrer Diagnose habe ein Drittel von ihnen, rund 34 Prozent, an einer neurologischen oder psychischen Erkrankung gelitten. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass Hirnerkrankungen und psychiatrische Störungen nach Covid-19 häufiger auftreten als nach der Grippe oder anderen Atemwegsinfektionen“, teilte Mitautor Max Taquet von der Universität Oxford mit. Die genauen Gründe dafür seien noch unklar, heißt es in der Studie.

Coronavirus kann Nerven und Psyche schädigen

Die beteiligten Wissenschaftler:innen weisen auf die Notwendigkeit weiterer Forschung hin, um die genauen Ursachen herauszufinden und Folgeschäden zu „verhindern oder zu behandeln“. Die häufigsten Diagnosen waren Angststörungen bei 17 Prozent und Stimmungsstörungen bei 14 Prozent aller analysierten Covid-Patient:innen. Sie litten zudem an Schlaflosigkeit (5 Prozent), Schlaganfall durch ein Blutgerinnsel (2,1 Prozent) und Hirnblutungen (0,6 Prozent).

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„Obwohl das individuelle Risiko für die meisten Erkrankungen klein ist, könnte es einen erheblichen Effekt für die Gesamtbevölkerung bedeuten“, sagte Paul Harrison, Professor für Psychiatrie in Oxford, der an den Forschungsarbeiten beteiligt war. Eine Studie desselben Forschungsteams im vergangenen Jahr fand, dass bei 20 Prozent der Patient:innen innerhalb von drei Monaten eine psychische Erkrankung festgestellt wird.

Hinweise zur Studie

In die Studie flossen Daten aus elektronischen Patient:innenakten von 236.379 Covid-19-Erkrankten. Der Großteil davon lebt in den USA. Patient:innen, die älter als zehn Jahre waren, nach dem 20. Januar 2020 mit Corona infiziert wurden und im Dezember 2020 noch am Leben waren, wurden einbezogen. Die Gruppe wurde mit 105.579 Grippepatient:innen verglichen und mit 236.038 Patient:innen, die an einer anderen Atemwegserkrankung litten. Die Vollständigkeit und Genauigkeit der elektronischen Daten sind nicht vollständig bekannt. Zudem haben viele Erkrankte milde Verläufe und werden gar nicht erfasst.

Corona: Erhöhtes Risiko für neurologische oder psychische Probleme

Aber auch durch Folgen der Isolation infolge von Corona-Lockdowns und Quarantänen sind mancherorts die Krankschreibungen aufgrund von psychischen Leiden gestiegen. Wie Auswertungen von Versichertendaten in Bayern zeigen, sind 2020 deutlich häufiger Menschen mit Depressionen und Ängsten bei der Arbeit ausgefallen waren als zuvor. (Lukas Rogalla mit dpa)

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