Über die Erkrankung, das chronische Fatigue-Syndrom, gibt es bis heute nur wenig gesicherte Erkenntnisse.
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Über die Erkrankung, das chronische Fatigue-Syndrom, gibt es bis heute nur wenig gesicherte Erkenntnisse.

Folgen von Corona

Dauerhaft müde wegen Corona: Forscher vermuten das Fatigue-Syndrom dahinter

  • Pamela Dörhöfer
    vonPamela Dörhöfer
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Eine Studie aus Irland weist den Zusammenhang zwischen einer Covid-19-Erkrankung und dem Fatigue-Syndrom nach.

  • Mehr als die Hälfte der Covid-19-Erkrankten plagen dauerhafte Ermüdung.
  • Eine Studie aus Irland stellt eine Verbindung zu dem Fatigue-Syndrom her.
  • Anhaltende Erschöpfung und Müdigkeit gehören zu den Beschwerden des Fatigue-Syndroms.

Dublin – Die Langzeitfolgen einer Infektion mit Sars-CoV-2 sind eines der vielen Mysterien, die das Coronavirus für die Wissenschaft noch birgt. Man weiß inzwischen, dass der Erreger viele Organe, darunter Lunge, Herz und Gehirn, befallen und schädigen kann.

Erschöpfung nach Covid-19-Erkrankung: Eine Studie aus Irland stellt eine Verbindung zum Fatigue-Syndrom her.

Wie dauerhaft solche Komplikationen sind, ist indes noch unbekannt. Jüngst erst kam von der Universitätsklinik Innsbruck die erfreuliche Meldung, dass Lungenschäden sich offenbar mit der Zeit und Unterstützung einer Rehabilitation zurückbilden können. Nun melden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Irland eine weitere – häufige – Folge einer Infektion mit Sars-CoV-2.

Wie das Forscherteam um Liam Townsend vom St. James’s Hospital des Trinity College Dublin berichtet, leidet mehr als die Hälfte der Patientinnen und Patienten nach einer überstandenen Infektion an einer chronischen Erschöpfung, einer sogenannten Fatigue. Dabei spiele es keine Rolle, ob der Verlauf ihrer Erkrankung leicht oder schwer war, erklärt Townsend. „Fatigue ist ein übliches Symptom bei jenen, die eine symptomatische Covid-19-Infektion hatten“, sagt er. Seiner Ansicht nach hat das Virus das „Potenzial“, eine dauerhafte Erschöpfung zu verursachen, auch bei Patientinnen und Patienten, die sich körperlich scheinbar komplett von ihrer Infektion erholt hätten.

Studie belegt: Mehr als die Hälfte der Covid-19-Erkrankten seien von dem Fatigue-Syndrom betroffen

An der Studie hatten insgesamt 128 Frauen und Männer teilgenommen, der Altersdurchschnitt lag bei 50 Jahren. 55,5 Prozent davon waren so krank, dass sie ins Krankenhaus mussten, der Rest kurierte sich zu Hause aus.

Insgesamt kam es bei mehr als 52 Prozent nach der Corona-Infektion zu einem Fatigue-Syndrom, die Gruppe mit eher mildem Verlauf sei dabei genauso stark betroffen gewesen wie die schwerer Erkrankten, so Studienleiter Townsend. Auch habe die Blutuntersuchung keine Unterschiede etwa bei den Entzündungsmarkern oder der Zahl der weißen Blutkörperchen ergeben. Allerdings seien Frauen häufiger betroffen gewesen als Männer, insbesondere dann, wenn bei ihnen früher schon einmal Depressionen oder Angstzustände diagnostiziert worden waren. Allgemein haben Frauen ein höheres Risiko für Fatigue als Männer.

Anhaltende Erschöpfung nach Covid-19-Erkrankug: Das Fatigue-Syndrom wird als Ursache vermutet.

Das chronische Fatigue-Syndrom ist bis heute eine Erkrankung, über die es nur wenig gesicherte Erkenntnisse gibt – bis auf die Tatsache, dass sie Betroffene extrem in ihrer Lebensqualität einschränkt. Sie leiden unter einer anhaltenden bleiernen Müdigkeit und Erschöpfung, die selbst alltäglichste Verrichtungen zur Qual werden lässt, auch dauerhafte Muskelschmerzen gehören zu den Beschwerden.

Vermutet wird, dass Fatigue eine Erkrankung ist, die das Nerven- und Immunsystem ebenso wie den Energiestoffwechsel betrifft; diskutiert wird zudem, ob es sich um eine Autoimmunerkrankung handelt. Nicht nur Covid-19, auch andere Infekte können eine Fatigue auslösen, etwa das Pfeiffersche Drüsenfieber oder eine Grippe. Auch nach einer Chemotherapie kann chronische Erschöpfung auftreten. (Von Pamela Dörhöfer)

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