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Astrazeneca war bislang hauptsächlich für den Impfstoff bekannt.
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Astrazeneca war bislang hauptsächlich für den Impfstoff bekannt.

Covid-19

Corona: Neues Antikörper-Medikament von Astrazeneca macht Hoffnung

  • Pamela Dörhöfer
    VonPamela Dörhöfer
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Astrazeneca versucht es zum zweiten Mal mit einem Antikörper-Medikament gegen Covid. Das erste Mal ging schief. Jetzt machen Ergebnisse einer Studie Hoffung.

Frankfurt am Main - Astrazeneca: Der Name dürfte für die meisten Menschen – sofern sie nicht gerade in der Pharmabranche arbeiten, – untrennbar mit „Corona-Impfstoff“ verbunden sein. Doch das britisch-schwedische Unternehmen hat auch ein Medikament gegen Covid-19 mit dem vorläufigen Namen AZD7442 in der Pipeline. Und für dieses präsentiert der Konzern jetzt positiv klingende Evaluationen – nachdem eine frühere Studie im Juni eher enttäuschend verlaufen war.

Laut aktuellem Stand soll das Medikament das Risiko, bei einer Infektion mit dem Coronavirus symptomatisch zu erkranken, um 77 Prozent reduzieren. Schwere Fälle seien bei den knapp 5800 Teilnehmerinnen und Teilnehmern überhaupt nicht aufgetreten, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. Bei der früheren Studie hatte das Mittel das Risiko, bei einer Infektion Symptome zu entwickeln, nur um 33 Prozent gesenkt, was nicht signifikant genug gewesen wäre.

Corona-Erkrankung: AZD7442 kann „ein wichtiges Werkzeug“ sein

Die neuen Daten zeigten nun, dass eine Dosis des Medikaments „symptomatisches Covid-19 schnell und effektiv verhindern könnte“. So wird der leitende Studienforscher Myron Levin von der School of Medicine der University of Colorado (USA) zitiert. AZD7442 könne „ein wichtiges Werkzeug in unserem Arsenal sein, um Menschen, die mehr als einen Impfstoff benötigen, zu helfen, in ihr normales Leben zurückzukehren“. Man hoffe darauf, dass das Medikament „zusammen mit Impfstoffen“ diesen Menschen bis zu einem Jahr Schutz bieten könne. An der Studie teilgenommen haben ausschließlich Erwachsene, die aufgrund von bestimmten Vorerkrankungen nicht gut auf Impfstoffe ansprechen, die diese nicht vertragen oder die aus anderen Gründen – etwa ihrer Arbeit – ein erhöhtes Infektionsrisiko haben.

Bei dem Medikament handelt es sich um eine Kombination von zwei Antikörpern, die ursprünglich von Forschenden des Vanderbilt University Medical Centers in den USA als Behandlung für bereits erkrankte Personen entwickelt worden waren. Sie heißen Tixagevimab (AZD8895) und Cilgavimab (AZD1061) und wurden abgeleitet von B-Zellen menschlicher Spenderinnen und Spender, die Covid-19 überstanden haben. Die B-Zellen gehören zu den weißen Blutkörperchen und sind Zellen des menschlichen Immunsystems, die einer erneuten Infektion mit einem Erreger schnell wieder die massenhaft Antikörper produzieren können.

Astrazeneca-Medikament: Bis zu zwölf Monate Schutz

Das Forschungsteam von Astrazeneca vermutet, dass die beiden Antikörper in der Kombination nach einer Verabreichung bis zu zwölf Monaten Schutz bieten können. Bei der Entwicklung dieser Antikörper habe man zudem darauf geachtet, das Risiko infektionsverstärkender Antikörper zu minimieren. Bei diesem, auch bei Impfungen theoretisch möglichen, gefürchteten Phänomen (Fachbegriff Antibody-Dependant Enhancement, ADE) kommt es dazu, dass spezifische Antikörper nur noch an ein Virus andocken, es aber nicht neutralisieren und dann die Krankheit eher fördern denn hemmen.

Während AZD7442 weiter in einem klinischen Studienprogramm sowohl zur Prävention als auch zur Behandlung von Covid-19 an mehr als 9000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern untersucht wird, will Astrazeneca nun die aktuell vorliegenden Daten den Gesundheitsbehörden zur Verfügung stellen, Ziel ist eine zügige Notfallzulassung, beziehungsweise bedingte Zulassung, wie sie auch den Corona-Impfstoffen zunächst erteilt wurde. Die US-Regierung hat die Entwicklung von AZD7442 finanziell gefördert und sich die Lieferung von 700.000 Dosen des Medikaments vertraglich gesichert.

Auch andere Firmen haben therapeutische Covid-Antikörper auf dem Markt, darunter die US-Firmen Regeneron und Lily. (Pamela Dörhöfer)

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