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Das Bett einer Intensivstation für Corona-Patienten wird vorbereitet.
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Bei einer aktuellen Studie konnten Wissenschaftler:innen Schädigungen am Hirngewebe von Covid-19-Patienten feststellen.

Covid-19

Aktuelle Corona-Studie: Schädigung von Hirngewebe möglich ‒ auch bei mildem Verlauf

  • Joshua Schößler
    VonJoshua Schößler
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Eine Studie über die Langzeitfolgen von Covid-19 konnte auch bei milden Verläufen signifikante Veränderung im Gehirn von Erkrankten feststellen.

Oxford – Über die Langzeitfolgen einer Covid-19-Erkrankung ist noch nicht viel bekannt, da diese auch über ein Jahr nach Ausbruch der Pandemie noch weitestgehend unerforscht sind. In einer Langzeitstudie der Universität Oxford will ein Team von Wissenschaftler:innen nun Licht ins Dunkel bringen. Die Fragestellung: Wie wirkt sich eine Covid-19-Erkrankung auf das Gehirn aus?

Studie zu Covid-19: Wie wirkt sich eine Corona-Infektion auf das Gehirn aus?

Die Studie lief wie folgt ab: Eine UK Biobank enthält Gehirnscans von 40.000 Freiwilligen, die vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie angefertigt wurden. Hiervon wählten die Forscher 782 Freiwillige aus und machten einen erneuten Scan von ihrem Gehirn. 394 der Proband:innen hatten sich inzwischen mit dem Coronavirus infiziert. Hierunter sind sowohl leichte, als auch schwere Verläufe. Die übrigen 388 waren nie an Covid-19 erkrankt.

Im nächsten Schritt verglich man die Gehirnscans miteinander und konnte feststellen, dass bei der Gruppe der Erkrankten ein signifikanter Verlust an grauer Substanz in bestimmten Hirnregionen auszumachen war. Die graue Substanz ist ein wesentlicher Teil des zentralen Nervensystems. In ihrer Veröffentlichung schreiben die Autor:innen: „Unsere Befunde zeigen ganz klar einen Verlust an grauer Substanz in den limbischen und den kortikalen Arealen, die direkt mit dem primären olfaktorischen (Geruch) und gustatorischen (Geschmack) System verbunden sind“. In der Gruppe, die nicht an Covid-19 erkrankt war, konnten keine signifikanten Veränderungen im Gehirn festgestellt werden.

Studie zu Covid-19: Auch bei milden Krankheitsverläufen Verlust von grauer Hirnsubstanz

Die Wissenschaftler:innen wollen mit dieser Langzeitstudie also belegt haben, dass eine Covid-Erkrankung Auswirkungen auf die Hirnfunktionen der Patienten haben. Sollte der Abbau der grauen Substanz in Regionen des Gehirns stattfinden, die für das Gedächtnis verantwortlich sind, könne sich zudem das Risiko erhöhen „langfristig an Demenz zu erkranken“. Auch eine Studie aus dem Jahr 2020, die im Fachmagazin „Lancet Psychiatry“ veröffentlicht wurde, kam zu ähnlichen Ergebnissen. Diese hatte die Covid-19-Erkrankung in Verbindung mit demenzähnlichen Symptomen und Schlaganfällen gebracht.

Allerdings weisen die Wissenschaftler aus Oxford darauf hin, dass man noch mehr Daten brauche, um die Langzeitfolgen einer Covid-Erkrankung auf das Gehirn besser beurteilen zu können. Momentan können die Wissenschaftler:innen unter anderem noch nicht sicher sagen, ob der Verlust an grauer Substanz kausal auf die Covid-Erkrankung zurückzuführen ist. Zudem ist darauf hinzuweisen, dass die Studie als Preprint veröffentlicht wurde. Es fehlt noch ein sogenanntes „Peer-Review“, also eine Überprüfung der Studie durch unabhängige Wissenschaftler:innen. (Joshua Schößler)

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