Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Coronavirus

Cholesterinsenker könnten vor Covid-19 schützen

  • Pamela Dörhöfer
    vonPamela Dörhöfer
    schließen

Eine Studie der Princeton University zeigt, dass das Coronavirus ohne das Fett Cholesterol nicht in die Zellen schlüpfen kann.

  • Die Einnahme von cholesterinsenkenden Medikamenten könnte beim Schutz vor dem Coronavirus helfen.
  • Eine Studie ergibt: Ohne Cholesterol könne das Virus die Schutzbarriere der Zelle nicht überwinden.
  • Die Zahlen der Corona-Neuinfektionen und Todesfälle in Deutschland sinken aktuell.

Frankfurt – Die Einnahme von cholesterinsenkenden Medikamenten, sogenannten Statinen, könnte das Erkrankungsrisiko senken, wenn man sich das Coronavirus eingefangen hat. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie eines US-Forschungsteams um den Biophysiker Clifford Brangwynne und den Zellbiologen David Sanders von der Princeton University.

Der Hintergrund für diese Annahme: Im Labor beobachteten die Wissenschaftler:innen, wie das Spike-Protein von Sars-CoV-2 sich an den ACE-2-Rezeptor auf der Zelloberfläche heftet und die fettige Membran des Virus mit der Membran von Zellen verschmilzt. Bei diesen Experimenten zeigte sich, dass Sars-CoV-2 für diesen Prozess Cholesterin (fachlicher auch: Cholesterol) benötigt, um in die menschlichen Zellen hineinzuschlüpfen.

Covid-19-Behandlung: Cholesterin könnte eine zentrale Rolle spielen

Ohne eine ausreichende Menge an Cholesterol könne das Virus die Schutzbarriere der Zelle nicht überwinden und eine Infektion verursachen, schreibt das Forschungsteam in seiner Publikation, die bislang nur auf dem Preprint-Server bioRxiv.org und noch nicht in einem Fachmagazin veröffentlicht wurde. „Cholesterol ist ein integraler Bestandteil der Membranen, die Zellen und auch einige Viren umhüllen. Auch Sars-CoV-2 gehört dazu“, erläutert Clifford Brangwynne gegen über dem „Medicalexpress“: „Es macht Sinn, dass es eine so wichtige Rolle bei Infektionen spielt.“

Die Erkenntnisse seines Teams deckten sich mit der Beobachtung, dass Covid-19-Patientinnen und -Patienten, die Statine zur Senkung ihrer Cholesterinwerte einnehmen, oft besser mit der Erkrankung fertig würden als andere, sagt der Forscher. Auch wenn man die dafür verantwortlichen molekularen Mechanismen noch nicht genau kenne, so lege die Studie doch nahe, dass diese Medikamente vor dem Eindringen des Virus in die Zellen schützen könnten. Mit der Erkenntnis von der zentralen Rolle des Cholesterins bei einer Infektion könnte man gleichzeitig eine Übergangslösung zur Behandlung von Covid-19 gefunden haben, bis die meisten Menschen geimpft worden seien, sagt Brangwynne.

Cholesterinsenkende Medikamente könnten das Erkrankungsrisiko senken.

Einfluss auf Corona-Infektion: Körper baut Cholesterin ab

Bei einer anderen Studie des University of California in San Diego wurde noch ein weiterer Einfluss von Cholesterin auf das Infektionsgeschehen festgestellt. Demnach soll der Körper bei seiner Immunantwort auf das Virus eine Komponente produzieren, die Cholesterin abbaut.

In der Wissenschaft gibt es seit Längerem die Vermutung, dass Cholesterin bei Infektionen, die durch behüllte Viren ausgelöst werden, eine Rolle spielen könnte. Dazu zählt unter anderem auch die Grippe.

Mehr Informationen: David W. Sanders et al. SARS-CoV-2 Requires Cholesterol for Viral Entry and Pathological Syncytia Formation, bioRxiv(2020). DOI: 10.1101/2020.12.14.422737

Rubriklistenbild: © Boris Roessler/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare