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Menschen gehen über die Einkaufsstraße Westenhellweg in Dortmund im Dezember 2020. Eine französische Studie versucht zu erklären, wo sich die Menschen im Herbst 2020 ansteckten.
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Menschen gehen über die Einkaufsstraße Westenhellweg in Dortmund im Dezember 2020. Eine französische Studie versucht zu erklären, wo sich die Menschen im Herbst 2020 ansteckten.

Neuinfektionen

Vierte Corona-Welle: An welchen Orten sich Menschen im Herbst infizierten

  • Marvin Ziegele
    VonMarvin Ziegele
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Wie haben sich Menschen im vergangenen Herbst mit dem Coronavirus infiziert? Eine Studie aus Frankreich hat Antworten parat.

Frankfurt – Die vierte Corona-Welle kommt – da sind sich Experten einig. Auch Lothar Wieler, Chef des Robert Koch-Instituts, warnte vor einer erneuten Corona-Welle im Herbst 2021. Doch wieso ist die Furcht vor dem Herbst so groß? Welchen Gesetzmäßigkeiten folgt das Virus und wie verbreitet es sich in der dritten Jahreszeit? Genau diese Fragen versucht, ein französisches Forscherteam mit einer neuen Studie zu beantworten.

Das Forscherteam der Studie am Institut Pasteur und der Université Sorbonne in Paris wählte dazu einen ungewöhnlichen Ansatz. Zwischen den Monaten Oktober und November 2020 kontaktierte das Forscherteam rund um den Mediziner Simon Galmiche Bürger:innen aus Frankreich, die als bestätigte Covid-19-Fälle gemeldet wurden. Neben der Einwilligungserklärung zu der Studie schickte das Team einen Fragebogen mit, der nach den genauen Orten und möglichen Risikokontaktbereichen der Patienten fragt. Dazu zählen der Arbeitsplatz, die genutzten Verkehrsmittel, besuchte Orte, Freizeitaktivitäten oder Sport. Begrenzt wurde der Zeitraum auf zehn Tage vor dem Ausbruch der Krankheit.

Coronavirus: Studie aus Frankreich forscht über Ansteckungswege

Das Untersuchungsziel: der Zusammenhang zwischen Orten, an denen eine Ansteckung möglich wäre und der SARS-CoV2-Infektion. Beinahe 42.000 Menschen gaben dem Forscherteam Rückmeldung. In der Studie wird beschrieben, dass jedoch lediglich rund 1700 Menschen als Kontrollgruppe zur Verfügung standen. Anschließend versuchten die Forscher zu bestimmen, wie viele der Risikofaktoren zum tatsächlichen Ansteckungsrisiko beitrugen.

Das Ergebnis: die Wahrscheinlichkeit für eine Infektion mit dem Coronavirus nahm mit jeder weiteren Person im Haushalt zu. Auffällig dabei ist die Rolle von Kindern, die laut der Studie das Risiko einer Infektion steigern, sofern sie im Kindergarten oder in der Schule waren. Ausgenommen sind hierbei Grundschüler, sie trugen ein wesentlich geringeres Risiko mit sich. Vollzeitbeschäftigte im Homeoffice hatten eine fast halbierte Wahrscheinlichkeit, sich mit dem Coronavirus zu infizieren, als Beschäftigte vor Ort.

Corona-Krise: Private Treffen stellen höchstes Risiko dar

Im Transportbereich konnte das Forscherteam keine nennenswerten Risikofaktoren feststellen – zumindest im Bereich von Bus und Bahn oder anderen öffentlichen Verkehrsmitteln, in denen eine Maskenpflicht gilt. Carpooling bildete hierbei eine Ausnahme, was die Forscher damit begründen, dass im privaten Auto oftmals keine Maske getragen werde.

Das Forscherteam des Instituts Pasteur und der Université Sorbonne fand außerdem heraus, dass Treffen im privaten Raum zum Ansteckungsrisiko beitrugen. Das höchste Risiko trugen Menschen, die Bar- oder Restaurantbesuche tätigten. Etwas niedriger, aber trotzdem hoch gestalteten sich private Treffen unter Freunden oder der Familie. Die Studie hebt hervor, dass Einkaufen nicht zum Ansteckungsrisiko beitrugen – gleichwohl religiöse Zusammenkünfte oder Kulturveranstaltungen. Die Autoren weisen aber darauf hin, dass im Oktober und November 2020 das öffentliche Leben in Frankreich bereits starken Einschränkungen unterlag. Daher könne und wolle man keine Entwarnung für religiöse Zusammenkünfte oder Kulturveranstaltungen geben.

Coronavirus: Ansteckungsrate in Restaurants sehr hoch

Die Ergebnisse der Studie lassen vermuten, dass Ansteckungen mit dem Coronavirus hauptsächlich auf das private Umfeld zurückzuführen sind. Da die Ansteckungsrate beim Bar- oder Restaurantbesuch am höchsten ist, liegt die Schlussfolgerung nahe, diese Orte insbesondere in kälteren Jahreszeiten zu vermeiden. Schwieriger gestaltet sich die Tatsache, dass ein Haushalt mit vielen Personen auch ein höheres Ansteckungsrisiko bietet.  (Marvin Ziegele)

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