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In Deutschland darf Favipiravir nur als Notfallmedikament auf Anweisung der Regierung eingesetzt werden.

Corona-FAQ

Die Bundesregierung hat für Covid-19-Patienten verschiedene Arzneimittel bestellt. Worum handelt es sich dabei? 

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    Pamela Dörhöfer
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Rund um das neuartige Coronavirus herrscht viel Unsicherheit. Wir beantworten Fragen rund um Corona und die Lungenkrankheit Covid-19.

Das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2 , das die Lungenkrankheit Covid-19  auslöst, breitet sich seit Januar aus. Die FR beantwortet Fragen rund um das Virus und die Krankheit:

Die Bundesregierung hat für die Behandlung schwerkranker Covid-19-Patienten große Mengen verschiedener Arzneimittel bestellt. Worum handelt es sich dabei? 

Auf der Liste der Medikamente, die bei Covid-19-Patienten eingesetzt werden sollen oder zum Teil schon werden, stehen Remdesivir, Camostat, Lopinavir und Ritonavir, Chloroquin und Hydroxychloroquin sowie Favipiravir. Von letzterem soll die Bundesregierung laut FAZ Millionen Packungen bestellt haben; die Substanz ist in Japan als Grippemittel zugelassen. In Deutschland darf Favipiravir nur als Notfallmedikament auf Anweisung der Regierung eingesetzt werden. Tests aus Wuhan machen Hoffnung, dass es bei Covid-19 helfen könnte. Remdesivir ist ebenfalls eine antivirale Substanz, die als Medikament gegen Ebola entwickelt wurde. Studien bei Covid-19 verliefen vielversprechend, viele Wissenschaftler sehen darin das größte Potenzial. Zahlreiche klinische Tests laufen weltweit. Der Wirkstoff Camostat könnte für die Behandlung von Covid-19 in Frage kommen, weil er ein Enzym hemmt, das dem Virus Eintritt in die Zellen verschafft. Chloroquin und Hydroxychloroquin werden bislang etwa zur Malariaprophylaxe eingesetzt . In den USA sollen sie ab sofort in Krankenhäusern Covid-19-Patienten gegeben werden. Erste Studien bei Covid-19 mit Lopinavir und Ritonavir, zwei Substanzen, die zur Behandlung von HIV-Infektionen zugelassen sind, verliefen enttäuschend. Generell ist allen Substanzen gemein, dass ihre Wirksamkeit bei Covid-19 nicht ausreichend durch klinische Studien erwiesen ist

Könnte eine Passivimmunisierung mit Antikörpern die weitere Ausbreitung der Covid-19-Pandemie eindämmen? 

Bei einer Passivimmunisierung werden aus dem Blutserum von Menschen (oder auch Tieren), die eine Infektion mit einem bestimmen Erreger überstanden haben, Antikörper gewonnen. Injiziert man sie einem anderen Menschen, so stehen diesem sofort Antikörper zur Verfügung, um bei einer Infektion die entsprechenden Viren oder Bakterien zu bekämpfen. 

Dieses auch Blutserumtherapie genannte Verfahren geht auf den deutschen Immunologen Emil von Behring zurück, der es 1890 als Schutz vor der Diphterie entwickelt und dafür den ersten Medizinnobelpreis erhalten hat. Einige Pharmaunternehmen aus Japan, China und den USA arbeiten bereits an Covid-19-Medikamenten auf Antikörperbasis. Eine echte Impfung ist die Passivimmunisierung allerdings nicht, da der Körper die Antikörper nur zugeführt bekommt und nicht stimuliert wird, selbst welche zu produzieren. Und darin liegt ein wesentlicher Nachteil: Eine Passivimmunisierung führt nicht zu einer bleibenden Immunität, in der Regel hält sie nur einige Wochen, höchstens Monate an, da sich die Antikörper nach dieser Zeit abbauen und der Körper ja keine eigene Immunität besitzt. 

Bislang ist für das Sars-Coronavirus-2 überdies noch nicht einmal geklärt, wie lange Menschen, die eine Covid-19-Erkrankung überstanden haben, vor einer neuen Infektion geschützt sind. Eine Blutserumtherapie könnte aber eine Möglichkeit sein, schwer erkrankten Patienten zu helfen oder das Personal in Kliniken und Pflegeheimen vor einer Ansteckung schützen. Der Haken: Man benötigt für die Passivimmunisierung genug Antikörper von Menschen, die eine Infektion bereits überstanden haben.

Was kann passieren, wenn man Ausgangsbeschränkungen und Kontaktverbote nicht befolgt oder trotz einer verhängten Quarantäne nach draußen geht? 

Bei Verstößen gegen die von der Politik beschlossenen Einschränkungen drohen Geldbußen von erheblicher Höhe und – je nach Schwere – sogar Freiheitsstrafen. Rechtliche Grundlage dafür ist das Infektionsschutzgesetz. Allerdings sind die Sanktionen bundesweit nicht einheitlich geregelt, einige Länder wie Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Bayern oder Brandenburg haben dazu eigene Bußgeldkataloge erlassen. 

Die Geldbußen sind gestaffelt: Wer sich zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen mit mehr als zwei nicht zum gleichen Haushalt gehörenden Personen im Freien trifft, kann zur Zahlung von bis zu 200 Euro verdonnert werden, wer seine Bar oder ein Fitnessstudio weiterbetreibt, muss unter Umständen 5000 Euro zahlen. 

In Bayern, wo strengere Ausgangsbeschränkungen gelten, können bereits für das Verlassen der eigenen vier Wände ohne „triftigen“ Grund 150 Euro fällig werden, beim unerlaubten Betreten eines Krankenhauses oder Pflegeheims drohen 500 Euro. 

Wer in Baden-Württemberg über die Grenze ins Ausland und wieder zurück fährt und keine Pendlerbescheinigung oder einen Berechtigungsschein vorweisen kann, muss mit 100 bis 500 Euro rechnen. 

Noch empfindlicher können die Strafen ausfallen, wenn man sich nicht an eine verhängte Quarantäne hält. Denn dabei handelt es sich nicht mehr nur um eine Ordnungswidrigkeit, sondern um eine Straftat, weil man die Gesundheit anderer Menschen gefährdet. Das kann schlimmstenfalls zwei Jahre Freiheitsstrafe nach sich ziehen.

Kinder und Sars-CoV-2-Infektionen

Warum verläuft eine Infektion mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 bei Kindern meist weniger schwer und oft sogar nahezu symptomlos? 

Um es vorwegzunehmen: Ein jugendliches Alter gewährt keinen hundertprozentigen Schutz vor einer schweren Covid-19-Erkrankung, auch bei Kindern und Jugendlichen kann eine Infektion lebensgefährlich werden oder schlimmstenfalls tödlich enden. Gleichwohl sind dramatische Verläufe in diesen Altersgruppen viel seltener als bei Erwachsenen im mittleren oder erst recht im höheren Alter. 

Warum das so ist, weiß die Wissenschaft noch nicht sicher, doch es gibt einige Vermutungen: Sars-CoV-2 ist für die Menschen ein völlig neuer Erreger, dem ihr Immunsystem noch nie zuvor begegnet ist. Das unterscheidet das neue Coronavirus unter anderem von Grippeviren, die sich zwar von Saison zu Saison verändern, der Abwehr erwachsener Menschen gleichwohl bekannt vorkommen, weil sie in der Vergangenheit bereits mit ähnlichen Erregern konfrontiert wurden. Deshalb fällt es dem Immunsystem in der Regel leichter, gezielt auf diese Viren zu reagieren.

Drinnen bleiben! Diese Devise gilt zwar nicht für Teddybären, aber durchaus für ihre kleinen Besitzerinnen und Besitzer. Auch wenn die häufig mit milden Symptomen durch die Krankheit kommen, ganz gefeit sind auch Kinder nicht vor CoVid-19.

Dringt jedoch ein völlig unbekannter Erreger in den Körper ein, kann das Immunsystem nicht auf solche Erfahrungen zurückgreifen, es muss sich ganz neu aufstellen und reagieren. Das gelingt mit zunehmendem Alter immer schlechter. Für das Immunsystem eines Kindes hingegen ist die Auseinandersetzung mit unbekannten Erregern Alltag – das Immunsystem lernt ständig dazu und ist auf unangenehme neue Bekanntschaften eingestellt.

Ermittlung der Corona-Fallzahlen 

Die Zahl der Todesfälle durch das Coronavirus weicht auch zwischen den Ländern in Europa erheblich voneinander ab. Werden sie einheitlich ermittelt?

Die Sterblichkeit durch das Coronavirus ist innerhalb Europas sehr unterschiedlich. In Deutschland ist sie gering, in Italien außergewöhnlich hoch. Das hat viel mit der Qualität der Gesundheitssysteme und der Altersstruktur in den jeweiligen Ländern zu tun, aber auch damit, dass Testverfahren und Meldeprozesse innerhalb der EU nicht einheitlich geregelt sind. 

Deshalb sind die Zahlen nicht wirklich vergleichbar und nur schwer nachvollziehbar. Für zusätzliche Verwirrung sorgt, dass eine Vielzahl von Institutionen täglich Daten veröffentlicht, es gibt keine einheitliche Erhebung der Fallzahlen. In Deutschland wird vergleichsweise viel getestet – und das bereits zu einem frühen Zeitpunkt. So werden nicht nur vor allem die schweren Fälle

erfasst, was in der Statistik die Sterberate sinken lässt. In anderen Ländern dürfte die Dunkelziffer der Infizierten höher sein, dort werden prozentual mehr Schwerkranke getestet, das führt in der Statistik zu einer höheren Sterberate. In Italien dürften die wesentlichen Gründe für die dramatischen Todeszahlen darin liegen, dass das Virus im Land lange unbemerkt zirkulierte und dort viele ältere Menschen erkrankt sind. 

In Italien ist die Zahl der Toten hoch.

Insgesamt wurde dort weniger getestet. Allerdings testen Ärzte in Italien Patienten, die gestorben sind, grundsätzlich nach dem Tod auf Corona. Dabei lässt sich zwar feststellen, ob sie eine Infektion hatten. Allerdings fließt nicht mit ein, ob diese Menschen tatsächlich an Covid-19 gestorben sind oder deshalb, weil sie eine schwere Vorerkrankung hatten.

Coronavirus und Haustiere

Können Haustiere sich mit dem Coronavirus anstecken und Menschen infizieren?

Vergangene Woche berichtete die belgische Behörde für Lebensmittelsicherheit auf ihrer Webseite, dass sich in Brüssel eine Katze mit dem Coronavirus angesteckt haben soll. Das Tier litt vorübergehend an Atem- und Verdauungsproblemen. Betont wird aber auch: „Das Risiko einer Übertragung des Virus von Haustieren auf den Menschen ist im Vergleich zum Übertragungsrisiko durch direkten Kontakt von Menschen zu Menschen untereinander zu vernachlässigen.“ Tatsächlich sind bislang nur Einzelfälle von infizierten Haustieren bekannt, neben der Katze aus Brüssel zwei Hunde aus Hongkong. 

Dennoch gilt: Ganz sicher kann man nicht sein, dass nicht doch noch mehr Haustiere durch Menschen infiziert sind und dass sie umgekehrt nicht auch Menschen anstecken könnten. Fakt ist, dass auch Tiere Coronaviren tragen können. Meist sind das allerdings tierspezifische Erreger, die für Menschen nicht ansteckend sind. Gesichert ist allerdings auch, dass Sars-CoV-2 über ein Tier den Weg zum Menschen gefunden hat. Vermutlich war eine Fledermaus der erste Wirt, als Zwischenwirt könnte ein Schuppentier fungiert haben. Bei beiden Spezies handelt es sich um Wildtiere. 

In Brüssel soll sich eine Katze mit dem Coronavirus angesteckt haben. Das Übertragungsrisiko auf den Menschen wird jedoch als gering angesehen.

Aber auch Katzen wurden in der Wissenschaft als Zwischenwirte diskutiert, wenngleich diese Theorie als unwahrscheinlich gilt. Nicht nur wegen der Restunsicherheit ist gleichwohl dringend zu empfehlen, Hygieneregeln im Umgang mit Haustieren einzuhalten, sich also nach jedem Streicheln die Hände zu waschen und allzu innigen Kontakt wie Küsschengeben zu vermeiden.

Wie lange ist man nach einer überstandenen Covid-19-Erkrankung noch infektiös? 

Wissenschaftler gehen davon aus, dass man nach einer überstandenen Infektion immun ist.

Covid-19-Patienten sind nach heutigen Erkenntnissen bis zu acht Tage nach dem Auftreten der ersten Krankheitszeichen noch ansteckend, als geheilt gelten sie frühesten zwei Wochen nach Symptombeginn. Bevor sich die Genesenen aber wieder frei bewegen dürfen, müssen sie zur Sicherheit noch mindestens zwei Tage lang symptomfrei und zweimal innerhalb von 24 Stunden negativ auf das Virus getestet worden sein. Wissenschaftler gehen davon aus, dass man nach einer überstandenen Infektion immun ist und erst einmal nicht mehr krank werden kann. Wahrscheinlich dauert diese Immunität mindestens mehrere Monate, möglicherweise auch einige Jahre. Immunität entsteht, weil das Abwehrsystem im Kampf gegen den Erreger passgenaue Antikörper gebildet hat, die sofort wieder ausgeschüttet werden, wenn der gleiche Erreger erneut in den Körper eindringt. Für Sars-CoV-2 bedeutet es, dass die Viren sofort vom Immunsystem eliminiert und entsprechend auch nicht weitergegeben würden. Es bleibt allerdings die Unsicherheit, wie lange dieser Zustand anhält. Aufschluss könnte ein Bluttest geben, an dem mehrere Wissenschaftler arbeiten. Mit diesem Test sollen sich Antikörper gegen Sars-CoV-2 nachweisen lassen – fände man sie im Blut, würde es belegen, dass jemand eine Infektion überstanden hat. In regelmäßigen Abständen wiederholt, ließe sich dann auch nachvollziehen, wie lange die Antikörper im Blut bleiben und jemand somit immun ist.

Was hat es mit dem neuen Schnelltest auf sich?
Der Stuttgarter Technologiekonzern Bosch hat nach eigenen Angaben einen Coronavirus-Schnelltest entwickelt, der nicht nur in Kliniken, sondern auch in Arztpraxen eingesetzt werden könnte und direkt ein Ergebnis liefern soll. Laut einer gestern veröffentlichten Mitteilung des Unternehmens lässt sich mit dem vollautomatischen Verfahren eine Infektion mit Sars-CoV-2 in den entnommenen Proben bereits nach weniger als zweieinhalb Stunden nachweisen. Bisher beträgt die reine Testzeit vier bis fünf Stunden. Diese Zeitspanne kann sich aber erheblich verlängern, weil die Tests oft von externen Laboren gemacht werden, was bedeutet, dass die Proben erst hingebracht und die Ergebnisse später übermittel werden müssen. 

Der neue Corona-Schnelltest soll laut Bosch eine Genauigkeit von mehr als 95 Prozent haben und die Qualitätsstandards der Weltgesundheitsorganisation WHO erfüllen. Wie beim Labortest auch wird den Patienten ein Abstrich aus Nase und Rachen entnommen. Mit einer Zulassung rechnet das Unternehmen im April. Bei der täglichen Corona-Pressekonferenz reagierte Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, zurückhaltend. Die Zuverlässigkeit müsse sich erst erweisen. Lothar Wieler, Direktor des Robert Koch-Instituts sagte: 

Schnelltests könnten eine Ergänzung sein und angesichts der hohen Nachfrage die Situation erleichtern.

„Wir müssen sie optimal einsetzen und dann unsere Schlüsse ziehen.“ In Deutschland wird im internationalen Vergleich bereits viel getestet. Schnelltests könnten eine Ergänzung sein und angesichts der hohen Nachfrage die Situation erleichtern, der große Durchbruch ist von ihnen aber eher nicht zu erwarten.

Was bedeutet die Corona-Pandemie für schwangere Frauen? Sind Auswirkungen auf das ungeborene Kind zu befürchten?

Der Berufsverband der Frauenärzte geht nicht davon aus, dass schwangere Frauen stärker durch eine Infektion mit dem Coronavirus gefährdet sind als die allgemeine Bevölkerung. Das Risiko, dass eine infizierte Schwangere das Virus während der Schwangerschaft oder es eine infizierte Mutter über die Muttermilch auf ihr Baby überträgt, wird als eher gering eingeschätzt. Bislang wurden nur vereinzelte Fälle von positiv auf Covid-19 getesteten Säuglingen berichtet. Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) weist allerdings darauf hin, dass es zum jetzigen Zeitpunkt sehr wenige klinische Daten zu Covid-19 bei schwangeren Frauen und Babys gebe. Nach derzeitigem Kenntnisstand gilt es als unwahrscheinlich, dass das Virus ein höheres Risiko für Anomalien beim Kind oder für Fehlgeburten birgt.

Corona und kontaminierte Lebensmittel

Was ist, wenn jemand mit einer Corona-Infektion Lebensmittel, die offen im Supermarkt ausliegen, angefasst oder angehustet hat? Kann man sich über kontaminierte Lebensmittel anstecken? 

Sars-CoV-2 wird vor allem über Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen – je näher man beieinander ist, desto größer ist das Risiko sich anzustecken. Wie lange das Virus sich auf unterschiedlichen Oberflächen hält und dabei auch infektiös bleibt, dazu gibt es derzeit noch keine gesicherten Erkenntnisse. Laut einem Bericht im „Deutschen Ärzteblatt“ gibt es bislang keine nachgewiesenen Fälle von Ansteckungen über den Verzehr kontaminierter Lebensmittel. Auch für andere Coronaviren seien keine Infektionen durch Lebensmittel bekannt. Gleichwohl empfiehlt das Bundesinstitut für Risikobewertung, bei der Zubereitung von Lebensmitteln die allgemeinen Hygieneregeln zu beachten. 

Im Supermarkt werden lose Lebensmittel angefasst oder gar angehustet - und nicht wenige fragen sich, ob das gefährlich werden könnte.

Das bedeutet: Obst und Gemüse sollte wenn möglich geschält, mindestens aber gründlich gewaschen werden. Durch Erhitzen könne das Infektionsrisiko verringert werden, da die Viren empfindlich auf hohe Temperaturen reagieren. Im Bericht des Ärzteblattes wird aber auch darauf hingewiesen, dass die verwandten Coronaviren Sars-CoV-1 und Mers unempfindlich gegenüber Kälte sind und bei minus 20 Grad Celsius bis zu zwei Jahre lang infektiös bleiben können. Ob das auch für Sars-CoV-2 gelte und man sich daher möglicherweise über kontaminierte Tiefkühlkost anstecken könnte, sei derzeit noch unbekannt.

Corona aus dem Labor? Verschwörungstheorie im Faktencheck

Bereits kurz nach dem Ausbruch der Corona-Epidemie in China kamen auch Verschwörungstheorien auf. Die populärste lautet, das Virus sei in einem Labor erzeugt und freigesetzt worden. Was hat die Wissenschaft diesem Gerücht an Argumenten entgegenzusetzen? 

Um der Herkunft des neuen Coronavirus auf die Spur zu kommen, hat ein Team von Mikrobiologen und Immunologen die zur Verfügung stehenden Daten über das genetische Profil von Sars-CoV-2 mit dem anderer Coronaviren verglichen. Die Ergebnisse wurden jetzt im Fachmagazin „Nature Medicine“ veröffentlicht. Sie sprechen klar gegen eine künstliche Erzeugung von Sars-CoV-2. 

So fanden die Wissenschaftler mit Hilfe von Berechnungen am Computer heraus, dass die Rezeptoren, mit denen das Virus sich an die Wirtszellen bindet, um in sie eindringen zu können, zwar effektiv, aber nicht ideal sind. Das spreche für eine natürliche Selektion und nicht für Gentechnik, schlussfolgern die Forscher. Gleiches treffe auf die gesamte Molekularstruktur des Virus – sein „Rückgrat“ – zu. Dieses unterscheidet sich bei Sars-CoV-2 wesentlich von dem bekannter Coronaviren, die bei Menschen Infekte verursachen können. 

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Hätte jemand tatsächlich Sars-CoV-2 als pathogenen Erreger konstruieren wollen, so hätte er sich eher an solchen Viren orientiert, die bekanntermaßen Krankheiten auslösen können, vermuten die Forscher. 

Sars-CoV-2 ähnelt laut Wissenschaft  Coronaviren in Fledermäusen und Schuppentieren. 

Sars-CoV-2 ähnele jedoch eher Coronaviren in Fledermäusen und Schuppentieren. Die Wissenschaftler könnten sich deshalb vorstellen, dass das Virus entweder in seinem jetzigen krankmachenden Zustand von einem dieser Tiere auf den Menschen übergesprungen ist oder aber erst bei der Ankunft in einem menschlichen Wirt seine pathogenen Eigenschaften entwickelt hat.

Corona-Pandemie: Das „Triage“-System

Bei der Berichterstattung über die Corona-Pandemie taucht jetzt immer wieder der Begriff „Triage“ auf. Was ist darunter zu verstehen? 

„Triage“ ist ein Fachbegriff, der vom französischen Wort „trier“ (sortieren, aussuchen) abgeleitet ist und medizinisch zuerst im Militär verwendet wurde. In diesem Zusammenhang beschreibt er das ethisch problematische Vorgehen, bei einer Masse von Verwundeten in einem Krieg eine Auswahl zu treffen und jene vorrangig zu behandeln, die nach Einschätzung der Ärzte die besten Überlebenschancen haben. Inzwischen ist die „Triage“ nicht mehr nur auf die Militärmedizin beschränkt, eins zu eins übertragen auf Krankenhäuser wurde sie allerdings nicht. 

Seit den 1960er Jahren bereits wurde in den Notaufnahmen der Kliniken vieler Länder ein Triage-System eingeführt, Vorreiter waren hierbei die USA und Australien. 

Auch in deutschen Notaufnahmen gibt es Triagesysteme. Dabei geht es vordringlich darum, bei einem großen Andrang dem Klinikpersonal eine strukturierte Vorgehensweise an die Hand zu geben, um einzuschätzen, wer am dringlichsten behandelt werden muss und wessen Behandlung hingegen noch aufgeschoben werden kann. Ärztinnen und Ärzten in Notaufnahmen sollen auf diese Weise bei einer unerwartet hohen Zahl an Patienten und drohender Überlastung zügiger die kritisch Kranken von den leichteren Fällen unterscheiden können. 

Im norditalienischen Bergamo wurde eine „Triage“ eingerichtet, eine Einrichtung, in der Corona-Patienten nach Dringlichkeit der Behandlung sortiert werden.

In der Corona-Krise ist nun aber auch wieder das militärisch-medizinische Verfahren im Gespräch. Angeblich soll Personal in hoffnungslos überfüllten italienischen Kliniken bereits Patienten mit geringeren Überlebenschancen „aussortieren“; einige Ärztinnen und Ärzte haben ein solches Vorgehen aber auch für sich dementiert. 

Coronavirus und Rheuma

Auch Menschen mit Autoimmunerkrankungen werden als Risikogruppe für einen schweren Verlauf bei einer Infektion mit dem Sars-Coronavirus-2 genannt. Was bedeutet das für Patienten mit Rheuma?

Bisher gebe es keine sicheren Erkenntnisse, ob und wie sich eine entzündlich-rheumatische Vorerkrankung auf den Verlauf einer Infektion auswirkt, erklärt Hendrik Schulze-Koops, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie. „Wir wissen aber, dass Patienten mit aktivem Rheuma generell infektanfälliger sind.“ Das hat zum einen mit der chronischen Entzündung zu tun und zum anderen damit, dass viele Rheumapatienten Medikamente einnehmen, die die Körperabwehr unterdrücken; zum Beispiel Kortisonpräparate. Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie rät Rheumapatienten deshalb, sich besonders konsequent vor einer Ansteckung zu schützen. 

Wichtig sei dabei auch ein umfassender Impfschutz, vor allem gegen Atemwegserkrankungen wie Influenza, Pneumokokken und Keuchhusten – und das nicht allein für die Patienten selbst, sondern auch für Angehörige und Kontaktpersonen. Arzttermine zur Routineuntersuchung könnten möglicherweise nach telefonischer Absprache verschoben werden. Auf keinen Fall sollten Patienten jedoch aus Angst vor Covid-19 ihre Rheumamedikamente ohne ärztlichen Rat absetzen, warnt Schulze-Koops. Im Falle einer Infektion sollte auch der behandelnde Rheumatologe konsultiert werden.

Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie rät Rheumapatienten deshalb, sich besonders konsequent vor einer Ansteckung zu schützen.

Corona: Störungen des Geschmacks- und Geruchssinns

Es wird seit Kurzem berichtet, dass bei einer Infektion mit Sars-CoV-2 nicht nur die bekannten Symptome wie Husten, Fieber, Schnupfen oder Halsschmerzen, sondern auch Störungen des Geschmacks- und Geruchssinns auftauchen können. Was hat es damit auf sich? 

Grundsätzlich sind ein eingeschränktes Riechen und Schmecken bei Infekten der Atemwege nichts Außergewöhnliches und können etwa bei einem Schnupfen schon allein durch eine verstopfte Nase bedingt sein. Dazu muss man wissen, dass Geschmacksempfinden und Geruchssinn eng zusammenhänge – wer nichts mehr riecht, schmeckt auch nicht mehr so gut.

Bei einer Infektion mit dem Coronavirus scheint die Ursache allerdings eine andere zu sein als bei einem harmlosen Schnupfen. Erstmals beobachtet hat diese Symptome der iranische Rhinologe Ebrahim Razmpa, in Deutschland hat Hendrik Streeck, leitender Virologe am Universitätsklinikum Bonn, davon berichtet. R

azmpa stellte fest, dass die Störungen bei Patienten mit Covid-19 nicht von den Nasenhöhlen, sondern von einem Nerven, dem Nervus olfactorius, herrühren. Ganz neu war auch das nicht. Er habe das bereits bei anderen viralen Infekten beobachtet, erklärte der iranische Mediziner. Bei diesen Patienten verschwanden die Beschwerden allerdings wieder, doch erst nach etwa einem Jahr.

Geschmacksempfinden und Geruchssinn hängen eng zusammenhänge – wer nichts mehr riecht, schmeckt auch nicht mehr so gut.

Wie genau es zu den Riech- und Schmeckstörungen bei Covid-19 kommt, weiß man bislang noch nicht. Es könnte möglich sein, dass das Virus auch das Nervensystem beeinflusst (was einige Forscher schon seit einiger Zeit vermuten), sagt Razmpa, es könnte sich aber auch um Reizungen durch die vielen derzeit verwendeten Desinfektionsmittel handeln. 

Coronavirus: Kann Ibuprofen den Krankheitsverlauf verschlimmern?

Kann das frei verkäufliche Schmerzmittel Ibuprofen bei einer Infektion mit Sars-CoV-2 zu einem schlimmeren Krankheitsverlauf führen?

Diese Frage lässt sich zurzeit noch nicht eindeutig beantworten. Ibuprofen zählt zu den meistverkauften rezeptfreien Schmerzmitteln, es gehört zur Gruppe der sogenannten nicht-steroidalen Analgetika (NSAR). In den sozialen Medien kursieren seit einiger Zeit Meldungen, Forscher der Universität Wien hätten herausgefunden, das Medikament könne zu schweren Verläufen der Lungenkrankheit Covid-19 führen. Die österreichische Hochschule selbst hat solche Forschungsergebnisse dementiert und über Twitter erklärt, es handele sich um Fake News. 

Das heißt allerdings nicht, dass ein negativer Einfluss von Ibuprofen auf den Krankheitsverlauf bei einer Infektion mit dem Coronavirus ausgeschlossen ist. Tatsächlich werden in Medizinkreisen solche möglichen Nebenwirkungen diskutiert. Die Datenlage dazu ist aber noch sehr dünn. Die Weltgesundheitsorganisation WHO rät bei Verdacht auf eine Infektion mit Sars-CoV-2 vorsichtshalber von einer Einnahme ohne vorherige ärztliche Konsultation ab.

Corona-Pandemie und Krebs

Was bedeutet die Corona-Epidemie für Krebspatienten? Sind sie stärker gefährdet, sollten Therapien verschoben werden?

Bei vielen Krebspatienten ist das Immunsystem geschwächt. Das kann durch die Krankheit selbst bedingt sein, aber auch durch Behandlungen wie eine Chemotherapie. Generell haben Menschen, bei denen die Körperabwehr nicht so gut arbeitet, ein erhöhtes Risiko, sich mit Covid-19 anzustecken und dann auch schwerer zu erkranken. Susanne Weg-Remers, Leiterin des Krebsinformationsdienstes des Deutschen Krebsforschungszentrums, rät Krebspatienten, die eine das Immunsystem unterdrückende Therapie bekommen haben oder deren Immunsystem aufgrund ihrer Erkrankung geschwächt ist, „die empfohlenen Verhaltens- und Hygieneregeln besonders konsequent zu beachten“. Dazu gehören unter anderem eine gute Händehygiene „sowie der Abstand zu am Corona-virus Erkrankten“. Der Deutsche Krebsinformationsdienst rät zudem, „die Wohnung nur für die notwendigsten Erledigungen zu verlassen und auf jeden Fall Menschenansammlungen zu meiden.

Die Patienten sollten Familie, Freunde oder Nachbarn um Unterstützung bitten, etwa wenn es um Einkäufe geht“. Die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie empfiehlt Krebspatienten, eine geplante Krebstherapie nicht zu verschieben. Nur wer ein erhöhtes Infektionsrisiko habe, etwa nach Kontakt mit einem Infizierten, sollte „den Nutzen und das Risiko der geplanten Therapie zusammen mit den behandelnden Ärzten abwägen“. 

Individuell könne dann entschieden werden, eine Therapie möglicherweise zu verschieben. „Pauschale Empfehlungen lassen sich nicht geben. Patientinnen und Patienten sollten diese Fragen möglichst rasch und individuell mit ihrem behandelnden Arzt klären“, sagt Susanne Weg-Remers. Es gebe bei Krebs manchmal auch Erkrankungssituationen, in denen kein schnelles Handeln erforderlich ist. In anderen Fällen wiederum sei zeitnahe Behandlung geboten, um etwa Heilungschancen nicht zu gefährden.

Bei vielen Krebspatienten ist das Immunsystem geschwächt.

Corona-Virus und Bluthochdruck

Können Medikamente gegen Bluthochdruck das Risiko einer Ansteckung mit dem Coronavirus erhöhen?
In den vergangenen Tagen kursierten Meldungen, dass bestimmte Blutdrucksenker Patienten anfälliger für eine Ansteckung mit dem Virus Sars-CoV-2 machen könnten. Diese Spekulationen beziehen sich auf Medikamente aus der Gruppe der ACE-Hemmer und der Sartane. Die Deutsche Hochdruckliga hat nun eine Mitteilung veröffentlicht, in der sie betont, mögliche Zusammenhänge seien bislang „völlig unklar“. Der Hintergrund der Spekulationen: Das Virus Sars-CoV-2 nutzt ein bestimmtes Enzym, um in die Körperzellen eines Wirts zu gelangen. Dieses Enzym mit dem Namen ACE2 sitzt auf der Oberfläche von Zellen. Bei der Regulation des Blutdrucks spielt dieses Enzym ACE2 eine wichtige Rolle, denn es baut Blutdruckhormone des sogenannten Renin-Angiotensin-Systems ab, die das verwandte Enzym ACE bildet. 

Einige gängige blutdrucksenkende Medikamente setzen hier an, indem sie die Bildung oder Effekte dieser Blutdruckhormone verhindern. Verschiedene Studien kamen zu dem Ergebnis, dies wiederum führe zu einer leicht erhöhten Menge des Enzyms ACE2. Die Schlussfolgerung in Bezug auf Corona lautet verkürzt: Je mehr ACE2, desto mehr Eintrittspforten für das Virus. Andere Studien wiederum deuteten darauf hin, dass die Blockade der Blutdruckhormone des Renin-Angiotensin-Systems mit einem Schutzeffekt vor einem schweren Lungenversagen einhergehen könne. Die Deutsche Hochdruckliga betont deshalb: „Der derzeitige Kenntnisstand rechtfertigt kein Absetzen der Blutdruckmedikamente.“ An Patienten mit Bluthochdruck richtet sich daher der Appell, „Besonnenheit“ zu bewahren und weder eigenmächtig die Dosis von Blutdruckmedikamenten zu verringern noch diese gar eigenmächtig abzusetzen.

An Patienten mit Bluthochdruck richtet sich der Appell, die Dosis von Blutdruckmedikamenten weder zu verringern noch diese gar eigenmächtig abzusetzen.

Corona: Wie lange hält sich das Virus auf Oberflächen?

Gibt es neue Erkenntnisse, wie lange sich das Coronavirus Sars-CoV-2 auf Oberflächen und in der Luft hält?
Laut einer aktuellen Studie, die Virologen im Fachmagazin „New England Journal of Medicine“ veröffentlicht haben, lässt sich das neue Coronavirus zwei bis drei Tage auf Oberflächen aus Kunststoff oder Edelstahl nachweisen. Das ergaben mehrere Experimente. Es könnte bedeuten, dass Sars-CoV-2 so lange unter anderem auf Türklinken, Tastaturen von Geld- oder Überweisungsautomaten oder an Einkaufswagen haften bleibt, wenn diese vorher mit dem Erreger kontaminiert wurden. 

Allerdings war in den Versuchen nach 72 Stunden die Menge der Viren schon deutlich weniger geworden. Zum Vergleich: Grippeviren haften bis zu zwei Tage auf Oberflächen, Schnupfenviren und Noroviren, die schwere Durchfallerkrankungen verursachen können, bis zu sieben. Auf Pappe überlebte Sars-CoV-2 in den Experimenten 24 Stunden, in der Luft drei Stunden.

Corona: Hilft ein Mundschutz?

Was kann Mundschutz gegen das Coronavirus leisten und was nicht? 
Diese Frage ist nicht eindeutig zu beantworten. Einerseits sind die Bilder mit Menschen, die eine Schutzmaske tragen, allgegenwärtig. Und erst am Freitag meldete das Beschaffungsamt der Bundeswehr, dass 300 000 Schutzmasken extra bestellt würden. Andererseits ist die Wirkung von Masken begrenzt. Als gesunder Mensch auf der Straße eine Maske zu tragen, um sich vor Viren in der Luft zu schützen, bezeichnen Experten als unsinnig. Vielmehr könnten sich Träger solcher Masken in falscher Sicherheit wiegen, so dass Hygienemaßnahmen wie gute Händehygiene vernachlässigt werden könnten, schreibt etwa das RKI und beruft sich auf die Weltgesundheitsorganisation (WHO). 

Ärzte und Pflegekräfte, die häufig Masken trügen, wüssten, dass ein langes Tragen „sinnlos“ sei, sagt der Mediziner Clemens Wendtner von München Klinik Schwabing kürzlich. Es kann aber in konkreten Fällen sinnvoll sein, um ein Ansteckungsrisiko zu reduzieren, wenn die Ärzte mit Erkrankten oder Verdachtsfällen umgehen. Als Vorteil beim Mundschutz gilt, dass man sich weniger mit – möglicherweise kontaminierten – Fingern an Mund oder Nase berührt. So könnte man Schmierinfektionen vorbeugen. Zusätzlichen Schutz vor einer Ansteckung für Gesunde bieten wohl nur spezielle Masken – sogenannte FFP3-Masken. (dpa)

Bilder mit Menschen, die eine Schutzmaske tragen, sind allgegenwärtig.

Coronavirus Sars-CoV-2: Wann Infizierte ansteckend sind

Ab wann und wie lange kann ein Mensch, der sich mit Sars-CoV-2 infiziert hat, andere anstecken?
Auch bei milden Symptomen schütten Infizierte aus dem Rachenraum schon kurz nach der Ansteckung besonders große Virusmengen aus. Das unterscheidet Sars-CoV-2 von seinen Verwandten Sars-CoV-1 und dem Mers-Erreger. Wissenschaftler sehen darin eine mögliche Erklärung, warum sich das Virus so leicht ausbreitet. Die Vermutung lautet, dass viele Infizierte weiterhin am Alltagsleben teilhaben, weil es ihnen nicht schlecht geht – und dabei stecken sie unwissentlich andere an. 

Untersuchungen zeigen, dass die Virusausscheidungen bei milden Krankheitsverläufen nach dem fünften Tag weniger werden. Im Rachenabstrich und im Auswurf beim Husten (Sputum) ließ sich bei Menschen mit milden Symptomen das Virus nach acht Tagen nicht mehr nachweisen. Bei schwereren Fällen schieden einige Patienten aber noch bis zum zehnten oder elften Tag hohe Virusmengen aus. Wie lange sehr schwer erkrankte Patienten infektiös bleiben, ist noch nicht ganz klar. Ungeklärt ist auch, bis zu welcher nachgewiesenen Virusmenge Menschen andere anstecken können.

Covid-19: Die meisten Patienten sterben an Lungenentzündung

Woran sterben Covid-19-Patienten, wenn die Erkrankung tödlich verläuft? Und kann man irgendetwas zum Schutz tun, wenn man zur Risikogruppe gehört?
Die meisten Patienten, die Covid-19 bislang erlagen, sind als Folge eines schweren Verlaufs an Lungenentzündungen, Atemnot oder Sepsis – Blutvergiftung – gestorben. Mediziner empfehlen deshalb, dass sich vor allem alte Menschen und Menschen mit Grunderkrankungen gegen eine durch Pneumokokken verursachte Lungenentzündung impfen lassen sollten. Pneumokokken sind die Erreger, die einer Lungenentzündung am häufigsten zugrunde liegen. 

Auch eine Impfung gegen Grippe kann für diese Gruppe jetzt noch sinnvoll sein. Besonders gefährdet, an Covid-19 schwer zu erkranken, sind ältere und vor allem hochaltrige Menschen über 80 sowie Menschen mit schlecht eingestelltem Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und einem geschwächten Immunsystem, etwa nach einer gerade überstandenen anderen Krankheit. Noch nicht klar ist, ob Patienten mit Asthma oder der Lungenkrankheit COPD sowie Raucher ein höheres Risiko für einen schweren Verlauf haben.

Im chinesischen Wuhan betrachtet der Arzt Guan Qian eine Fotowand, an der Bilder von Patient*innen und medizinischem Personal hängen.

Corona: Wird das Virus über Oberflächen übertragen?

Kann das Coronavirus über Lebensmittel, Oberflächen oder importiere Waren aus dem Ausland übertragen werden? 
Wissenschaftler gehen derzeit eher nicht davon aus, dass man sich über Lebensmittel oder importierte Produkte anstecken kann. Bislang gibt es für diesen Infektionsweg keine Hinweise. Allerdings liegen wie bei vielen Fragen rund um Sars-CoV-2 noch keine hundertprozentig sicheren Informationen vor. Deshalb wird geraten, sich vor dem Essen die Hände zu waschen. Obst und rohes Gemüse sollten vor dem Verzehr gründlich gewaschen werden. Das Risiko, dass importierte Produkte aus China infektiöse Coronaviren enthalten, wird als sehr gering eingeschätzt – auch, weil diese Waren meist über einen längeren Zeitraum unterwegs und unterschiedlichen Umweltbedingungen ausgesetzt waren. 

Ob eine Infektion über kontaminierte Oberflächen wie Türgriffe, PC-Tastaturen, Verpackungen oder auch Geldscheine möglich ist, lässt sich derzeit nur schwer beantworten. Manche Experten halten das für unwahrscheinlich, eine Studie aus Singapur sieht Oberflächen jedoch als mögliche Quelle für eine Infektion an. Auch gibt es keine eindeutigen Angaben dazu, wie lange das Coronavirus auf Oberflächen überleben kann. Wissenschaftler von der Universität Greifswald haben untersucht, über welchen Zeitraum sich verwandte Coronaviren wie der Sars-Erreger halten können: Auf Metall oder Plastik waren es bis zu neun Tage, auf Papier bis zu fünf Tage. Es ist jedoch ungewiss, ob sich das auf Sars-CoV-2 übertragen lässt. Deshalb gilt auch hier: Man sollte sich möglichst oft die Hände waschen und es versuchen zu vermeiden, sich ins Gesicht zu fassen.

Coronavirus Sars-CoV-2: Quarantäne muss eingehalten werden

Was passiert, wenn ich mich einer angeordneten Quarantäne widersetze?
Im Kampf gegen die Ausbreitung von Viren wie Sars-CoV-2 können Behörden verschiedene Formen von Quarantäne anordnen, dazu zählt auch die häusliche Quarantäne. Besteht der Verdacht, dass sich ein Betroffener nicht an eine solche Anordnung halten wird, kann eine zwangsweise Unterbringung in einem abgeschlossenen Krankenhaus angeordnet werden. 

Wer sich einer Quarantäne-Anordnung widersetzt, muss mit Strafe rechnen.

Wer sich einer solchen Absonderungsanordnung widersetzt, muss nach Paragraf 75 des Infektionsschutzgesetzes mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder einer Geldstrafe rechnen. Infiziert der Erkrankte eine oder mehrere andere Personen beim Verstoß gegen Quarantänevorschriften, ist eine darüber hinausgehende Bestrafung wegen fahrlässiger Körperverletzung nach Paragraf 229 des Strafgesetzbuches möglich. Hier liegt der Strafrahmen bei bis zu drei Jahren Haft oder Geldstrafe.

Coronavirus Sars-CoV-2 im Flugzeug

Könnte man sich im Flugzeug anstecken, wenn ein infizierter Passagier an Bord wäre?
Die Enge im Flugzeug legt die Vermutung nahe, dass sich Krankheitserreger schnell im Flugzeug verbreiten können. Doch das stimmt nur teilweise. Viele Keime werden durch spezielle Filter in der Belüftungsanlage beseitigt. Anders sieht es natürlich aus, wenn man einen infizierten Menschen neben sich sitzen hat, sich mit ihm unterhält oder vielleicht sogar angehustet wird. Hinzu kommt, dass die extrem trockene Luft im Flugzeug die Schleimhäute anfälliger für Bakterien und Viren macht. 

In Hanoi, Vietnam, desinfizieren Mitarbeiter des Seuchenkontroll-Zentrums das Innere eines Flugzeugs.

Da es keine verbindlichen Angaben dazu gibt, wie lange sich das Coronavirus auf Oberflächen hält, ist es ratsam, Lehnen mit einem desinfizierenden Tuch abzuwischen (sofern vorhanden) und sich – natürlich – nach dem Besuch der Toilette die Hände gründlich zu waschen. Unabhängig vom Coronavirus sind Oberflächen und hierbei vor allem auch die Sitzbezüge in Flugzeugen oft mit potenziell krankmachenden Mikroorganismen wie Bakterien oder Viren belastet, wie eine Studie von Wissenschaftlern des Instituts für Materialforschung an der Universität Jena ergeben hat.

Machen wärmere Temperaturen dem Coronavirus Sars-CoV-2 zu schaffen?

Wird das neue Coronavirus bei wärmeren Temperaturen schwächer und ist deshalb mit einem Abebben der Epidemie im Frühjahr zu rechnen? 
Bis jetzt weiß man noch nicht, wie das Virus Sars-CoV-2 auf Temperaturen und Luftfeuchtigkeit reagiert. Einige andere Erreger wie das Influenzavirus oder Erkältungsviren lieben kalte Temperaturen und eine eher trockene Luft, weshalb sie vor allem im Winter kursieren. 

Außerdem ist der menschliche Körper bei Kälte anfälliger für solche grippalen Infekte. Vor allem Erkältungsinfekte wie einen Schnupfen kann man sich aber trotzdem auch in anderen Jahreszeiten holen, nur ist die Wahrscheinlichkeit geringer. Darauf setzen, dass das neue Coronavirus mit der Wärme von selbst verschwindet, kann man jedenfalls nicht.

Corona: Vorerkrankungen führen  zu schwerem Krankheitsverlauf

Das Coronavirus Sars-CoV-2 unter dem Elektronenmikroskop.

Es ist oft die Rede davon, dass Menschen mit Vorerkrankungen gefährdet sind, bei einer Infektion mit Sars-CoV-2 einen schweren Verlauf zu entwickeln. Um welche Vorerkrankungen handelt es sich dabei?
Da das Virus noch neu ist und entsprechend wenig epidemiologische Daten vorliegen, lässt es sich nicht mit absoluter Sicherheit sagen. Die ersten Beobachtungen (und Erfahrungen von anderen Infektionskrankheiten) zeigen, dass das Risiko einer schweren Erkrankung desto höher ist, je älter ein Patient ist. Am höchsten ist es bei über 80-Jährigen; in dieser Altersgruppe gab es bisher auch die meisten Todesfälle. Grundsätzlich sind Menschen mit einem geschwächten Immunsystem stärker gefährdet als andere. Das trifft besonders auf Patienten nach einer Organtransplantation zu, die Medikamente einnehmen müssen, die das Immunsystem unterdrücken. Aber auch bei Menschen, die gerade eine schwere Virusgrippe überstanden haben, könnte eine Infektion mit Sars-CoV-2 schwerer verlaufen.

Das Gleiche gilt für Menschen, die einen Schlaganfall oder Herzinfarkt überstanden haben, für Patienten mit schlecht eingestelltem Diabetes mellitus, einem schlecht eingestellten oder unbehandelten Bluthochdruck. Es liegt zudem nahe, dass eine Infektion bei Asthmatikern, Menschen mit einer chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) oder auch Rauchern schwerer verlaufen könnte. Ganz klar ist das derzeit jedoch noch nicht.

Coronavirus Sars-CoV-2 und Schwangerschaft

Besteht bei einer infizierten schwangeren Frau Gefahr für das ungeborene Kind im Mutterleib?
Grundsätzlich ist es möglich, dass schwangere Frauen Krankheitserreger über die Plazenta oder während des Geburtsvorgangs übertragen, belegt ist das zum Beispiel bei Herpesviren. Für das neue Coronavirus ist das nach ersten Beobachtungen jedoch nicht belegt. Bei einer kürzlich in einem Fachmagazin veröffentlichten Studie mit neun infizierten Frauen im letzten Schwangerschaftsdrittel fand sich das Coronavirus Sars-CoV-2 weder im Fruchtwasser, noch im Nabelschnurblut noch in der Muttermilch. Die Frauen brachten ihre Kinder per Kaiserschnitt zur Welt. Allerdings lässt sich allein wegen der geringen Zahl der Studienteilnehmerinnen noch keine abschließende Aussage dazu machen.

Coronavirus und Covid-19: Kann man sich erneut anstecken?

Manche Schwangeren machen sich Sorgen wegen des Coronavirus Sars-CoV-2.

Kann man nach einer überstandenen Covid-19-Infektion erneut erkranken oder sich ein weiteres Mal anstecken?
Eine Covid-19-Patientin aus Japan, die bereits genesen war, hatte erneut schwere Symptome gezeigt und war dann auch wieder positiv getestet worden. Mediziner gehen aber eher nicht davon aus, dass man sich zwei Mal kurz hintereinander anstecken kann oder dass die Covid-19 in Wellen verläuft. Gegen Ende der Erkrankung könnten noch Reste des Virus in den Atemwegen zu finden sein, sagt Isabella Eckerle, Virusspezialistin am Universitätsklinikum Genf. Die Symptome könnten auch von einer anderen, zusätzlichen Infektion herrühren, die sich die Patientin zugezogen haben kann. Florian Krammer von der Icahn School of Medicine at Mount Sinai in New York vermutet, dass genesene Patienten „zumindest für Monate, möglicherweise auch Jahre“ eine Immunität besitzen, die sie vor einer zweiten Infektion schützt, wenn auch nicht lebenslang.

Corona: Ansteckungsrisiko und Kategorien

Wenn es um das Ansteckungsrisiko von Kontaktpersonen geht, ist dabei von verschiedenen „Kategorien“ die Rede. Was bedeutet das?
Kontaktpersonen der Kategorie I  sind laut Robert Koch-Institut Menschen, die in engem Kontakt zu einem Infizierten standen und deshalb ein höheres Ansteckungsrisiko haben. Konkret fallen darunter Menschen, die sich mindestens 15 Minuten lang von Angesicht zu Angesicht mit einem Infizierten unterhalten haben, was in der Regel auf Familienmitglieder oder Mitbewohner zutrifft. Ebenfalls zur Kategorie I zählen Menschen, die in direkten Kontakt mit Sekreten oder Körperflüssigkeiten eines Infizierten gekommen sind, etwa durch Küssen, Mund-zu-Mund-Beatmung oder weil sie angehustet oder angeniest wurden. Auch medizinisches Personal, das mit Infizierten zu tun hatte, ohne dabei eine Schutzausrüstung zu tragen, gehört zur Kategorie I.

Zur Kategorie II  zählen Familienmitglieder und Menschen, die sich im selben Raum wie ein Infizierter aufgehalten haben – im Büro oder Klassenzimmer –, die aber keinen mindestens 15-minütigen Face-to-Face-Kontakt hatten. Betroffen ist auch medizinisches Personal, das sich im selben Raum wie ein Infizierter aufgehalten und keine Schutzkleidung getragen hat. Wichtig: Die Betroffenen dürfen einen Abstand von zwei Metern zu einem Infizierten nicht unterschritten haben.

Zur Gruppe der Kontaktpersonen der Kategorie III  gehört medizinisches Personal, das während des gesamten Kontakts mit Infizierten angemessene Schutzkleidung getragen hat.

Das Coronavirus hat auch paradoxe Auswirkungen: In der Schweiz schwächelt das Internet, weil offenbar zu viele Menschen wegen des Coronavirus zu Hause sitzen und Netflix schauen oder Playstation spielen. Droht der Netflix-Stopp? Und wie sieht es mit dem Internet in Deutschland aus?

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