Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

8 Wirkstoffe im Vergleich

Neue Corona-Medikamente: Welche Präparate schaffen die Zulassung?

  • Ares Abasi
    VonAres Abasi
    schließen

Noch immer mangelt es an effektiven medikamentösen Therapien zur Behandlung des Corona-Virus. Einige Wirkstoffe machen jedoch Hoffnung.

Die Corona-Impfungen ermöglichen es inzwischen, einem schweren Krankheitsverlauf vorzubeugen. Doch erweist es sich als kompliziert, eine schwere Corona-Erkrankung effektiv zu behandeln. Nur wenige wirksame Medikamente stehen zur Verfügung, so das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Die Europäische Arzneimittel-Agentur überprüft derweil einige vielversprechende Arzneimittel, mit denen man Corona therapieren könnte. Einige Medikamente, die Hoffnung machten, scheiterten hingegen. Diese Präparate sind laut dem RND entweder bereits zugelassen oder könnten in den nächsten Monaten auf den Markt kommen.

Noch immer mangelt es an effektiven medikamentösen Therapien zur Behandlung des Corona-Virus. Einige Wirkstoffe machen jedoch Hoffnung.

Corona-Medikamente: Diese Präparate versprechen Erfolg gegen die Erkrankung

  • Dexamethason
  • Dexamethason wird bei schwer erkrankten Corona-Patient:innen, die auf der Intensivstation landen, eingesetzt. Die Recovery-Studie der britischen Universität Oxford zeigte, dass die Sterblichkeit mit dem Medikament sank. Unter den Patient:innen, die künstlich beatmet wurden, starben 29 Prozent nach der Behandlung. 41 Prozent der Patient:innen starben hingegen ohne die Behandlung mit dem Wirkstoff. Das Medikament wurde nicht extra gegen Corona entwickelt. Dexamethason wird seit mehreren Jahren zur Behandlung von Allergien oder Autoimmunerkrankungen eingesetzt. 
  • Monoklonale Antikörper Casirivimab/Imdevimab (REGN-COV2/Ronapreve)
  • Die Hersteller Roche und Regeneron Pharmaceuticals haben einen Zulassungsantrag bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur gestellt. Das Medikament wird mit Injektionen über die Venen verabreicht. Das Präparat soll eingesetzt werden, wenn ein schwerer Krankheitsverlauf droht. Das Medikament hat zwar noch keine Zulassung erhalten, Ärzt:innen dürfen es jedoch nach Absprache mit den Patient:innen anwenden, wenn andere Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft sind. Laut der Recovery-Studie führte das Medikament zu einem Rückgang der Todesfälle um ein Fünftel.
  • Monoklonale Antikörper Bamlanivimab/Etesevimab
  • Die Daten zu den monoklonalen Antikörpern werden derzeit bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur ausgewertet. Das Unternehmen Eil Lilly hat sein Antikörpermedikament in zwei Studien untersucht. Der Antikörper allein schaffte es, die Viruslast und die Häufigkeit von Symptomen und Krankenhausaufenthalten bei leicht bis mittelschwerkranken Hochrisikopatienten, die nicht hospitalisiert werden mussten, um mehr als 70 Prozent zu senken. Zusammen mit Etesevimab habe er auch das Risiko von Covid-19 bedingten Krankenhausaufenthalten und Todesfällen in derselben Patientenpopulation um 70 Prozent reduzieren können, teilte Eli Lilly mit. Im April verbreitete sich die Nachricht, dass das Medikament für die neue Virusvariante unwirksam sein könnte. Trotzdem kann das Präparat in Deutschland in einem individuellen Heilverfahren angewandt werden.
  • Remdesivir
  • Remdesivir ist bereits in Europa für Patient:innen zugelassen, die an einer Corona-bedingten Lungenentzündung leiden. Das Medikament wird als Infusion verabreicht. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts kann das Arzneimittel die Krankheitsdauer um rund 33 Prozent verkürzen. Das Präparat hat keinen Einfluss auf die Dauer der Hospitalisierung und die Sterblichkeit. Das Medikament sollte möglichst früh verabreicht werden.
  • Hydroxychloroquin/Chloroquin
  • Hydroxychloroquin beziehungsweise Chloroquin sind beide nicht in Europa zur Behandlung von Corona-Patient:innen zugelassen. Das Robert Koch-Institut rät auch davon ab, die Medikamente, die in Tablettenform erhältlich sind, außerhalb von kontrollierten Studien einzusetzen. Bisher konnte keine Wirksamkeit bewiesen werden. Stattdessen traten sogar bei einigen Behandelten Herzrhythmusstörungen und Blutbildveränderungen auf.
  • Ivermectin
  • Das Mittel gegen Parasiten, Ivermectin, ist in Europa nicht zur Corona-Therapie zugelassen. Das Robert Koch-Institut rät, das Arzneimittel in Tabletten- oder Cremeform nur im Rahmen von kontrollierten klinischen Studien zu nutzen. Wissenschaftler:innen der Universität Melbourne zeigten die Wirksamkeit des Präparates. Die Last an Coronaviren könne demnach um den Faktor 5000 gesenkt werden. Kleinere Studien zeigten zudem, dass es weniger Symptome und eine schnellere Genesung geben könnte. Das Risiko, an Covid-19 zu versterben, könne ebenfalls sinken. Am Tiermodell wurden gleichzeitig entzündungshemmende Effekte festgestellt. Forschende der Klinik für Anästhesiologie des Universitätsklinikums Würzburg konnten hingegen nicht feststellen, dass das Medikament einen großen Nutzen für Corona-Erkrankte hat. Es gebe keine Hinweise darauf, „dass Ivermectin den Zustand von Erkrankten verbessert oder die Zahl der Todesfälle reduziert – verglichen mit einer Standardbehandlung oder einem Scheinmedikament (Placebo)“, teilte das Universitätsklinikum Ende Juli mit.
  • Molnupiravir
  • Molnupiravir ist der Hoffnungsträger unter den Medikamenten. Das Präparat in Tablettenform durchläuft derzeit noch klinische Studien. Molnupiravir könne man bereits in einem sehr frühen Corona-Stadium einnehmen. Erste Studien von den Herstellern Merck und Ridgeback Biotherapeutics zeigen vielversprechende Wirkungen. Das ursprüngliche Grippemedikament könne das Risiko für schwere Krankheitsverläufe und den Tod um 50 Prozent senken.
  • AZD7442
  • AZD7442 ist der antivirale Antikörper von Astrazeneca. Das Präparat wird in den Muskel injiziert und befindet sich noch in den klinischen Studien. Das Unternehmen teilte Anfang Oktober mit, dass die Zahl der Schwerkranken und Toten durch das Antikörpermedikament verringert wurden. Bei Patient:innen, die seit sieben Tagen oder weniger Symptome zeigen und keine Krankenhaus­behandlung benötigen, werde das Risiko, eine schwere Covid-19-Erkrankung zu entwickeln oder an ihr zu sterben, um 50 Prozent reduziert. Astrazeneca hat bereits bei den US-Behörden eine Notfall­genehmigung für die Zulassung des Medikaments. (Ares Abasi)
  • .

Rubriklistenbild: © Hauke-Christian Dittrich/dpa/Symbolbild

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare